Fern der Ukraine

01. August 2014 von Klaus Jarchow

Einigen dürfte jetzt wohl aufgehen, dass sie vielleicht in die falsche Richtung geflohen sind:

“Moscow is directing predominantly ethnic Russian refugees from the fighting in southeastern Ukraine into non-Russian republics of the Russian Federation in a transparent effort to change the ethnic balance in those republics and further Russianize them.”

Alu-Hütler mit eigener Partei

01. August 2014 von Klaus Jarchow

In Bayern ist der AfD-Pressesprecher jetzt zurückgetreten, weil er den Bockmist nicht länger in die Öffentlichkeit tragen wollte, den seine Parteifreunde täglich so verzapfen. Hier sein Statement:

‘Jedes Mal, wenn Lucke ermutigt, auch „Meinungen abseits des Mainstreams“ zuzulassen, ist das der Freifahrtschein für einige in der Partei, sich mal so richtig auszutoben – gegen Ausländer und Asylanten, wahlweise auch den „Ami“ oder Homosexuelle. Man habe zwar nichts gegen die, so heißt es, aber sie sollen sich doch bitteschön nicht so provokativ in der Öffentlichkeit zeigen. Nicht zu vergessen das Heer der Verschwörungstheoretiker, die das Übel der Welt wahlweise in den Bilderbergern, Chemtrails, der „Fed“, der Federal Reserve Bank der USA, oder allem zusammen verorten.’

Avanti Kokolo, vorwärts ihr Mühseligen und Verladenen! Etwas Besseres als den Mainstream findet ihr allemal … besonders gut gefiel mir AfD-Stadtrat Rainer Wink, der da verkündet, für ihn gelte nur die “kaiserliche Verfassung aus dem Jahre 1850″ sowie die “staatliche Gesetzgebung vor dem 1. Januar 1914″. Hmpfftatata – wir wollen unseren alten Kaiser Willem wiederham …

No Names (28)

31. Juli 2014 von Klaus Jarchow

Diese Rubrik geriet in der letzten Zeit etwas ins Hintertreffen – hier geht’s jetzt also mal weiter. Ganz so unbekannt und no-namig wie die anderen Perlen sind ‘Okkervil River’ vielleicht nicht, trotzdem passen sie zu meiner Stimmung derzeit, und deshalb sind sie hier auch am richtigen Platz. Basta!

Der neueste Sch…ß!

31. Juli 2014 von Klaus Jarchow

Eine gewagte Mode gewinnt immer mehr ‘Follower’ – das ‘Medien-Anzeigen’. Nach dem großen ZEIT-Geist Josef Joffe betritt jetzt auch der Trällerspatz Diether Dehm von der ‘Linken’ die schlüpfrige Rampe:

“Dehm hat gegen das sogenannte Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL wegen des unterirdischen Titels “Stoppt Putin” Strafanzeige erstattet.”

Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Trendforscher Nobbie Bolz das neue ‘ganz heiße Ding’ in seinen Powerpoint-Präsentationen ausschlachtet …

Hättest du geschwiegen …

31. Juli 2014 von Klaus Jarchow

Mein Lieblings-Intelligenzler im geradezu alpinen Feuilleton-Gebirge deutscher Hochkultur, der Wolfgang Bok also, schrieb uns im ‘Cicero’, diesem ebenso avantgardistischen wie frechen Magazin für gehobene Ansprüche, folgendes aufs Brötchen:

“In seinen „Moralischen Schriften“ listet Umberto Eco insgesamt 14 Merkmale des Faschismus auf, die weitgehend auf Putins Herrschaftsgebaren zutreffen … Der Faschismus lebe, so der italienische Literat („Momo“) und Philosoph, „von der Obsession, die anderen hätten sich gegen ihn verschworen“.

Auch Johann Wolfgang von Goethe schrieb bereits in einem seiner Hauptwerke (“Durchs wilde Kurdistan”): “Wenn einer, der mit Mühe kaum gekrochen ist auf einen Baum, schon meint, dass er ein Vogel wär’, so irrt sich der”.

Interessanter Plan

31. Juli 2014 von Klaus Jarchow

Wenn’s denn stimmt, was der ‘Independent’ da schreibt, dann stiege unsere Madame Mim erheblich in meiner Achtung. Allerdings müsste Onkel Vladi seinen Leuten daheim noch so allerlei erklären – und auch in der Ukraine dürften die Wogen erst einmal hochgehen:

“Germany and Russia have been working on a secret plan to broker a peaceful solution to end international tensions over the Ukraine. The Independent can reveal that the peace plan, being worked on by both Angela Merkel and Vladimir Putin, hinges on two main ambitions: stabilising the borders of Ukraine and providing the financially troubled country with a strong economic boost, particularly a new energy agreement ensuring security of gas supplies. More controversially, if Ms Merkel’s deal were to be acceptable to the Russians, the international community would need to recognise Crimea’s independence and its annexation by Russia, a move that some members of the United Nations might find difficult to stomach.”

Andererseits – die Krim endgültig hergeben, von der wohl derzeit niemand weiß, wie diese Annexion ohne offenen Krieg jemals rückgängig zu machen wäre, und dafür ein massives russisches Wiederaufbauprogramm für die Ukraine einzuhandeln … keine ganz blöde Idee. Bleiben zwei Fragen: Wie soll ein wirtschaftlich erschöpftes Russland eine solche zusätzliche Last überhaupt stemmen, und darf man diesem Onkel Vladi noch über den Weg trauen? Jeden politischen Kredit hat der doch verspielt …

Für die These eines Zurückruderns spricht auch das, was Putins Chef-Kolumnist Kolosnikov dort jetzt schreibt:

“If at some point it becomes evident that the insurgents had some connection to this [MH17], that would radically change [Putin's] attitude toward them — even if it was a fatal mistake,” Kolesnikov wrote. “Children who died for nothing, as well as adults and elderly people, this is a red line he will not cross. He will not cover up for those who did this if he knows they did it. He will not have this sin on his soul.” Kolesnikov’s argument should by no means be taken at face value. Who really believes that Putin is suddenly shocked that the separatists he has been sponsoring could have shot down a civilian airliner? And does anybody really believe civilian deaths are a red line he will never cross? But Kolesnikov doesn’t write anything by accident. And it’s safe to assume he doesn’t write anything that is not Kremlin-approved. So with his July 29 column, he is clearly either floating a trial balloon or delivering a message from Putin to the elite that a change of policy is imminent.”

Die Trauer über die Kinder muss man bei einem eiskalten Zyniker wie Putin wohl nicht allzu ernst nehmen. Vor allem, wenn man sich erinnert, dass seine medialen Pudel ja schon immer im voraus wussten, dass es die bösen Ukrainer waren. Was sich aber äußert, ist fast die Hoffnung, dass die Briten jetzt herausfinden möchten, dass es die Rebellen gewesen seien. Darauf ließen sich jene rhetorische Figuren aufbauen, die es ihm gestatten könnten, einerseits seinen möglichen Sinneswandel den Babushkas im Land zu erklären, und andererseits zugleich allen ‘Blame’ auf die Desperados zu wälzen, die sonst zu einer innenpolitischen Gefahr für sein System würden. Wie schreibt Kolosnikov:

“The policy of the relations with the fighters of the resistance will be reexamined forever. Yes, Vladimir Putin will refuse to work with them.”

Apropos – irgendwie nehmen die Einwohner von Donezk ihre Dalton-Bande wohl nicht so ganz ernst. Am besten gefällt mir der Kampfzwerg ‘Motorola’ mit Räuberbraut … dem und den anderen geht’s aber wohl nicht so gut. Das ‘DPR-Military-Bulletin’ dürfte sie kaum froh stimmen:

“During the night the enemy fully occupied Avdiivka with a force of 8 tanks and a “Right Sector” battalion. The enemy is trying to surround Gorlovka with their armor. The settlement of Pavlogradskoe (West of Mospino) was attacked from the South-West by the “Azov” battalion with tank and UA support. Up to 70 units of enemy armor are taking part in the assault. Ongoing fighting. Heavy Fighting continues between Shahtersk and Torez. In the course of the battle 1 enemy tank was destroyed and 2 BMPs captured, one of them is fully functional. In the same area an enemy supply column was destroyed with artillery fire. Three Ural trucks carrying munitions were destroyed. From the north another enemy column is approaching, 40 units of armor. In the area of Saur-Mogila heavy fighting is taking place. After a fight Stepanovka and Marinovka were left (by the rebels). From damage sustained in the retreat we were forced to blow up two tanks and one BMP. Enemy continues to develop the offensive in an attempt to unite with their Southern battleground.”

Auch Luhansk ist inzwischen komplett eingeschlossen. Es gibt aber einen humanitären Korridor, den jeder benutzen kann, der ohne Waffen ist und eine weiße Binde um den Arm trägt. Mal schauen, wie viele Desperados jetzt das Bettlaken als Waffe ihrer Wahl wählen werden … nebenbei bemerkt – diese ‘Selfies’ sind auch zu und zu blöd:

“A goofy, selfie-loving Russian soldier might have supplied the best proof yet of Moscow’s direct support of Ukrainian rebels — and potential role in the downing of Malaysia Airlines Flight MH17.”

 

Der ‘Spiegelfechter’ hat Sorgen!

30. Juli 2014 von Klaus Jarchow

Das kennt wohl jeder Blogbetreiber. Und jeder Kommentator: Früher oder später tauchen Sie auf, die Trolle, Störenfriede, Kaputtschreiber und Provokateure. Doch wie soll man am besten mit ihnen umgehen?”

Nö, ich kenne das nicht: Strikte Moderation, schmerzhafte Ironie bis hin zum Sarkasmus, die Unbelehrbaren konsequent ausrupfen, Freundlichkeit aber für jene, die unverschuldet auf einem Irrweg sind, da dann ruhig mal den ‘Erklärbär’ geben … schon klappt das auch mit den Trollen. Beim ‘Spiegelfechter’ mag das allerdings auch an einer Tendenz liegen, die Trolle mit ihrem heimatlichen Aroma unwiderstehlich anlockt …

Das erinnert mich doch an was:

30. Juli 2014 von Klaus Jarchow

Inzwischen glauben 82 Prozent der russischen Bevölkerung, die Ukraine habe MH17 abgeschossen. Was fällt mir denn dazu ein – ach ja, der Januar 2003:

“Americans overwhelmingly believe Hussein does have weapons of mass destruction: 85% say so.”

Gut dieser Kommentar bei ‘reddit’ dazu:

“I bet that in 2-3 month RT and LifeNews can persuade 50-80% of Russians that Earth is flat and ages of scientific progress is just jewish conspiracy.”

Ach so – Interesse an einem geleakten Satellitenbild vom Abschuss der Buk? Voilà. Und jetzt ist mal Schluss mit all dem anderen Bullshit …

Die ‘Crash Site’ liegt übrigens “completely deserted” in der Sonne. Warum die OSZE dort nicht hin kann, weiß der Himmel. Die Desperados haben sich jedenfalls verdünnisiert. Vermutlich hat’s diplomatische Gründe …

Girkin aka Strullkov empfiehlt seinen Buddies jetzt die bewährte Granufink-Taktik, die schon der Führer beim Kampf um Berlin einsetzte. Sie sollen müssen müssen:

“Girkin: Shaktersk must be taken. And take Shevchenko. And all that shit to not allow them go further. If they go further this is hastalavista. You know.
Cap: I see. I know comrade colonel.
Girkin: So go on. You are covered from the south by russian artillery. And you have a night till supply will come, you must clean up everything. Until they are there. Kick out tanks that on the road there. Or you will not get reinforcement, neither you neither we. So go on.
Cap: Got it.

Snief!

30. Juli 2014 von Klaus Jarchow

So gemein sind diese ‘Kiewer Faschisten’ – so gemein! Das sind doch Kinder!

“LifeNews reported today that Russian scientists have discovered how to treat HIV and are ready to cure all the children from Eastern Ukraine, but the Ukrainian government won’t let them go to Russia.

Darum geht’s also in diesem Krieg. Na, da werden wir demnächst wohl einen dieser Forscher bei der Nobelpreisverleihung in Oslo begrüßen dürfen. LifeNews ist übrigens das Mundwerk des russischen Geheimdienstes … ein paar Leute dort haben allerdings den Weckruf dieses Schlapphutsenders LifeNews gehört und sie bereiten sich mit Kind und Kegel zur Abreise in das Reich des Wahren, Guten und Schönen vor:

“Laut dem Pressedienst des Militärs bereiten die Rebellen ihre Flucht nach Russland vor. Angeblicher Sammelpunkt der Aufständischen und ihrer Familien ist die Ortschaft Perewalsk nahe Luhansk.”

Die europäischen Medien kommen endlich auch mal aus dem Quark:

“Europe’s leading media have called upon politicians to stop appeasing the Russian President Vladimir Putin. This call was made by the editor in chief of the Polish Gazeta Wyborcza Adam Michnik in a letter reprinted by 12 leading European publications. Among them are El País (Spain), La Stampa (Italy), Le Monde (France), Die Welt (Germany), Denník SME (Slovakia), Der Standard (Austria), De Volkskrant (Netherlands), Hospodarske Noviny (Czech Republic) , Dario de Noticias (Portugal), Lietuvos Rytas (Lithuania). … In his letter, Michnik reminded about the tragic consequences of “hypocrisy, stupidity and silence of the intellectual elite” to the actions of Adolf Hitler and Joseph Stalin.”

Eine ganz gute Analyse, wie sich Putin – selbstverschuldet – vom Führer zum Getriebenen gewandelt hat, findet sich hier:

“Man sollte sich nicht der Hoffnung hingeben, dass Putin lediglich zum Hörer greifen müsste, und die russischen Medienschaffenden würden sofort die Stimmung in der Gesellschaft in die andere Richtung umkippen lassen. „Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass das russische Fernsehen heute die Denkweise des Kremls kontrolliert“, ließ der ehemalige Kreml-Polittechnologe Gleb Pawlowski kürzlich verlauten. Dasselbe betrifft auch die Kreaturen Putins. Dugin etwa könnte man nicht nur aus der Moskauer Universität vertreiben, sondern auch auf Golgatha kreuzigen – die Anzahl der Anhänger seiner obskuren Schriften würde darunter in keinster Weise leiden.”

Die Puzzle-Stücke fügen sich derweil …

Nur soviel zu Nicolaus Fest

29. Juli 2014 von Klaus Jarchow

Fest rühmt darin die „Vorteile homogener Gesellschaften“ und argumentiert, dass die Beseitigung von kultureller Vielheit Gesellschaften „Frieden und Stabilität“ bringen könne.

Vermutlich denkt unser BamS-Geistesriese hier an Deutschland zwischen 1933 und 1945, als wir schon einmal eine fast ‘homogene Gesellschaft’ hatten. Ob er sich bei dem Wörtchen ‘Beseitigung’ etwas gedacht hat?