Tscha, was wollen wir?

01. September 2014 von Klaus Jarchow

There is no easy way out now. But we must not let thousands of Ukrainians die because we dithered. We must be honest with them if we are not willing to fight a new Cold War with Russia over Ukrainians’ independence. But if we force Ukraine to surrender, rather than sacrifice lives in a fight for which we have no stomach, then we must accept that it is a surrender, too, for NATO, for Europe and liberal democracy, and for American global leadership. That is the choice before us.”

Pest oder Cholera?

Die frohe Botschaft:

01. September 2014 von Klaus Jarchow

NPD-Niederlage in Sachsen: …und raus ist sie!”

Da werden die armen Wahlhelfer sicherlich noch einige Male nachzählen dürfen … denn das kann ja nur ein übler Trick der ‘Systemparteien’ sein! Das Ausscheiden der Hayek-Indianer war hingegen vorher schon eingepreist, man nimmt es schlicht und ohne Bedauern zur Kenntnis …

Tod im ‘humanitären Korridor’

31. August 2014 von Klaus Jarchow

Russians killed all the wounded. Mountains of corpses left behind.”

Wer zwischen Putin und der ISIS noch einen Unterschied erkennt, darf ihn behalten. Sein neues Projekt, das famose ‘antifaschistische Komittee’, wird übrigens – wer hätte das nun wieder gedacht? – aus Alu-Hütlern, Nazis und Faschisten bestehen:

“The most interesting part is that the “anti-fascist council” is to be formed by European fascists and Nazis.”

Das wird schon ein doller ‘Antifaschismus’ sein, der dabei herauskommt:

Frank Creyelman (far right Vlaams Belang, Belgium)
Luc Michel (neo-Nazi Parti Communautaire National-Européen, Belgium)
Pavel Chernev (far right Ataka, Bulgaria)
Angel Djambazki (far right Bulgarsko Natsionalno Dvizhenie, Bulgaria)
Erkki Johan Bäckman (neo-Stalinist, Finland)
Márton Gyöngyösi (fascist Jobbik, Hungary)
Giovanni Maria Camillacci (far right Lega Nord, Italy)
Roberto Fiore (fascist Forza Nuova, Italy)
Mateusz Piskorski (far right Samooborona, Poland)
Konrad Rękas (far right Samooborona, Poland)
Bartosz Bekier (neo-Nazi Falanga, Poland)
Nick Griffin (fascist British National Party, UK)

Klingt für mich wie: ‘Praktizierende Alkoholiker gründen ein Anti-Schnaps-Komittee’ …

Weil die EU aus dem ersten Weltkrieg gelernt hat, wo alle in einen Weltkrieg ‘hineingeschliddert’ seien, haben sie gestern Nacht beschlossen, noch eine Runde zu schliddern … zumindest reagiert die NATO halbwegs angemessen:

“Fünf neue Stützpunkte sollen in Osteuropa aufgebaut werden, samt schneller Eingreiftruppe von 4000 Mann. Die Allianz stuft Russland als „Bedrohung“ ein.”

Apropos – würden Sie von diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen? Sein Ramschladen hat längst mehr Schulden als Vermögen: “Die Gesamtverschuldung von Rosneft beträgt 45,6 Milliarden Euro.” Vladi, hilf!

Und aus der erneuten Zahnlosigkeit der EU folgt jetzt das, was zu erwarten war: Putin geht einen großen Schritt weiter in Richtung Novorossija – und wieder wird es einige geben, die auch über diese Latte zu springen gedenken, egal, welche Garantien sie der Ukraine im Budapester Memorandum mal gegeben haben. Hauptsache, Ruhe an der Börse:

“Putin fordert Gespräche über unabhängige Ostukraine:”

Die Antwort muss lauten: Keine Gespräche mit Irren mehr!

Atomspaltung

30. August 2014 von Klaus Jarchow

Wenn die FDP sich aufspaltet, dann brauchst du dazu eine Lupe, besser ein Mikroskop:

“Frühere FDP-Politiker haben die Gründung einer neuen liberalen Partei angekündigt.”

Das geht zu weit!

30. August 2014 von Klaus Jarchow

Russland protestiert scharf: Verteidigungsminister Schoigu musste stundenlang in Bratislava in seinem Flugzeug ausharren.”

Dabei hat der Mann doch solch wichtige Dinge an der Front zu erledigen! Und selbst wenn du eindeutig aus dem Inland stammst, blüht dir im Kleptokratenstaat inzwischen der Ausländerstatus:

“Die russischen Soldatenmütter, die vor allem gegen Missstände in der Armee kämpfen, sind von Moskau als „ausländische Agenten“ eingestuft worden.”

Wer die Wahrheit weiß, und sie auch sagt, der kriegt im Reich der ‘Prawda’ schlicht was auf die Schnauze – so wie dieser russische Abgeordnete in Pskov … wie formulierte es unser famoser Gas-Gerd: Dieser Kurze mit den hochhackigen Schuhen sei ‘ein lupenreiner Demokrat’. Außerdem ist der Mann ein begnadeter Ökonom:

“The rouble fell to 37.03 per dollar on Friday, its worst valuation since the currency was restructured in 1998.”

Tscha – Zustände wie unter Jelzin. Wie will Daimler da noch einen Mercedes an den Oligarchen bringen? Apropos – diese Tanks, die derzeit DURCH RUSSLAND gen Westen rollen, tragen Aufschriften wie ‘Für den Donbas’ und ‘Für unser Mutterland’. Daraus schließen wir gewohnt messerscharf, dass sie in ukrainischen Supermärkten eingekauft worden sein müssen, dass die russische Regierung also keineswegs in der Ukraine interveniert … allein schon deshalb, weil sie das ja sagt. Bei den russischen Invasionstruppen kommt derweil der ‘Kurzurlaub’ immer mehr in Mode. Putins Kriegsziele werden derweil auch deutlicher:

“Vesti.ru reported on the launch of a private company, Luhansk Machinostroitel, as a new entity for the Luhansk Machine Building plant, newly located in the settlement of Cheboksary in Chuvashiya, Russia. 23 people and their families were taken out from the combat zone, along with machines and equipment so as to continue work in the new location. … Russian KAMAZ trucks are being loaded with equipment from the Donetsk Topaz plant, which manufactures modern early warning radar equipment like the Kolchuga radar complex. … As reported by the RNBO on August 26, Russian-backed terrorists took four vehicles with high-precision equipment from the Tochmash military-industrial complex in Makeyevka Donetsk region for intended “evacuation” to Russia. … Many men in camouflage were noticed near the Luhansk Cartridge Plant. According to local residents, production lines were dismantled by the men. … White KAMAZ trucks were seen near JSC Yunost. This plant is designed to produce highly stable, very precise sealed microsize relay for aviation, aerospace and missile industries. … Central entrance High-technology, ultra-precise strategic production is also carried out in Snizhne, Donetsk Oblast, and Donetsk city. Motor Sich (Zaporizhzhya) produced in Snizhne and Donetsk blades and discs for jet turbines and jet engines for aircraft and helicopters, and Liman jamming devices with frequencies of 100-400 MHz and 960-1215 MHz bands used against aircraft.”

All miens, sagt Putin. Früher hieß das mal ‘Marodieren’ … neuerdings wohl ‘Export von Arbeitsplätzen’. Und die blöden Neurussen glauben noch immer, es ginge um ‘Novorossija’. Das Land wird jetzt industriell ausgesaugt, und den Kadaver kann, wer will, behalten … so sind halt die Wirtschaftskriege, welche die Kapitalisten führen. Auch die russischen … und was meint unterdessen unser Diplomaten-Waldi mit dem zarten Schmelz in der Stimme?

“Steinmeier sagte, die “gefährliche Lage” in der Ostukraine befinde sich “jetzt in einer neuen Dimension”. Es müsse einen Dialog zwischen der Ukraine und Russland geben: “Das Ganze hat nur Sinn, wenn Russland mit offenen Karten spielt …”.

Tun sie aber nicht. Wat nu? Vielleicht mal auf den estnischen Kollegen hören?

“Es macht keinen Sinn, mit Russland einen politischen Dialog zu führen, wenn es nicht zu seinem eigenen Handeln in der Ukraine steht.”

Und was trägt derweil die ‘taz’ als Aufmacher durch unseren kuscheligen Medial-Zoo:

“Putin mit menschlichem Antlitz”

Also nö? Also doch … während der taz’lerische ‘Gutmensch’ schon an einer zweiten Front bastelt: “Die Kasachen hatten nie einen eigenen Staat”. Was für urrussische Rüstungsfirmen mögen denn da nun wieder angesiedelt sein? Auch der ‘humanitäre Korridor’, den dieser edle Führer aller Russen eingerichtet haben will, ist faktisch doch wohl eher ein Schlachthaus:

“There are persistent reports that Russian Federation troops as well as Russian-backed separatists are firing on Ukrainians evacuating through a supposed “humanitarian corridor” this morning.”

Wer ‘live’ erleben will, wie der Stolz der russischen Armee fröhlich durch die Ukraine juckelt, dem sei diese Bildstrecke empfohlen (via: ‘nobody’). Einem vernagelten Alu-Hütler wird aber auch das nicht helfen, zurück in die Spur der Vernunft zu kommen, da passt die Spurweite einfach nicht, weil sie nur das HO ihrer Modelleisenbahn gewohnt sind …

Also nochmals zur einzig sinnvollen Agenda: Den deutschen Botschafter aus Moskau sofort zurückberufen, das russische Botschaftspersonal aus Deutschland ausweisen, alle russischen Vermögenswerte hierzulande ‘einfrieren’, die Ukraine mit allem unterstützen, was völkerrechtlich möglich ist, etliche Divisionen in die östlichen NATO-Staaten verlegen und die sofortige Rückzahlung aller russischen Auslandsschulden verlangen, die ja das russische Staatsvermögen um ein Vielfaches übersteigen. Anders ist dieser geopolitische Zyniker nicht mehr zu stoppen. Read my lips … der Mann hier hat übrigens auch ein paar praktikable Vorschläge:

1. Call-out lies as lies. Name wrong as wrong. …
2. Implement truly-meaningful, painful sanctions against Russia that also hurt the Allies’ own industries and financial institutions. …
3. Reduce Russia’s economy and its ability to wage war against its peaceful neighbors to ruin. Freeze Russia’s assets globally. Put Russia on the same international financial footing as North Korea. …
4. Russia’s out of the G-20. The Group of 20 is a collective of peaceful industrialized nations. Russia cannot now be counted among them. This is a no-brainer.
5. Provide sufficient arms and training to the Ukrainian forces fighting an overwhelming Russian regular military. Do it now. …
6. Provide the vital financial support and guarantees to Ukraine that it needs, so that it can pay its bills while it gets its house in-order and fights an uneven war on two fronts. …
7. Publicize Putin’s corruption and the corruption of his oligarchs. As stated previously, tyrants must be exposed. …

Eins noch: Statt des Herrn Steinmeier wünsche ich mir endlich auch in Deutschland Politiker, wie diese litauische UN-Vertreterin, welche dann gleichfalls Putins Lügen ganz nonchalant in Fetzen reißen.

Die Sprache wächst

29. August 2014 von Klaus Jarchow

In der englischen Sprache gibt es jetzt ein neues Wort deutschen Ursprungs:

“Nervous Europeans, especially Germany’s Putin Verstehers, grouse that their own economies will be harmed more than Russia’s.”

Tscha, Kindergarten, Blitzkrieg, Putin-Verstehers – passt doch. Weit haben sie’s gebracht …

Der Igor Popolochowitsch hat übrigens eine Rede Chamberlains neben eine Rede Steinmeiers gestellt. Ganz erhellend, wie ich finde …

Das wäre übrigens wirklich fies, wo doch die russischen Oligarchen so gern Geldgeschäfte machen:

“The U.K. will press European Union leaders to consider blocking Russian access to the SWIFT banking transaction system under an expansion of sanctions over the conflict in Ukraine, a British government official said.”

Was brüllt übrigens der wackere Alu-Hütler, wenn er erfährt, dass der Putin in die Ukraine eingefallen ist: “Marleeene – die Amis kommen!” …

Folglich ist es wahr:

28. August 2014 von Klaus Jarchow

Moskau und die Separatisten dementieren.”

Nur Trottel glauben, dass diese Stahlwalze in der Ukraine zum Stehen kommt. Lauter Chamberlains … geben wir dem Untier doch ein Stück hiervon und ein Happihappi davon. Das bekommt davon bloß immer mehr Appetit. Ich will den guten, alten Churchill wiederhaben … und verlegt endlich zehn NATO-Divisionen an unsere Ostgrenzen. Und führt die Wehrpflicht wieder ein.

“Sanktionen funktionieren. Russland steht unter großem wirtschaftlichem Druck”, sagte der CDU-Politiker [Elmar Brok]. Die sind alle so VWL-vernagelt, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen können, dass da längst jemand auf ‘wirtschaftlichen Druck’ sch…t.

Was spricht man derweil so unterm Alu-Hut? Wäre die CIA nicht auf der Krim einmarschiert, hätten die USA nicht im Donbas eingegriffen, dann würden wir heute mit Russland in Friede und Freude leben. Ja, Eierkuchen …

Sonst noch was? Ach ja:

“Bundesmerkel fordert von Putin eine Erklärung. Erklärung einfach: Es ist Krieg.”

Manche Medien gehen allerdings entschieden zu weit – das möchte ich dann doch nicht sehen:

“Russland lässt alle Hüllen fallen.”

Putin, Lawrow, Dugin und Schirinowski nackt? Äh, bäh! Die Schnellmerker der deutschen Medien wachen allmählich auf und schauen sich erstaunt in der ‘Welt’ um:

“Russische Truppen stehen schon tief in der Ostukraine. Sie zeigen, dass der Kremlchef den Westen immer wieder belogen hat.”

Ach, wirklich? Hat er das? Also nee! Also doch!

In Mariupol wartet inzwischen eine vieltausendköpfige Menge auf ihre Befreier. Aber – oops! – die tragen ja ukrainische Flaggen … was soll das denn? Da verrutscht einem Alu-Hütler doch glatt das Weltbild. Gut übrigens der Beginn der UN-Sicherheitsrats-Debatte durch den Vertreter Litauens:

“The non-existent Donetsk People’s Republic.”

Sprachwandel

28. August 2014 von Klaus Jarchow

Ich bin ja gespannt, wann unsere konzilianten Politiker und die allseits verzeihungsbereiten Leidmedien das erste Mal von einer ‘russischen Invasion’ sprechen werden. Aber ach, sie scheinen zu glauben, dass das, was sie nicht sagen oder schreiben, auch nicht stattfände. Sprachmagiegläubige, allesamt:

“The city of Novoazovsk has been captured by Russian troops, the commander of the 5th special Donetsk unit of the Dnipro-1 battalion Volodymyr Shypov stated on Channel 5 on Wednesday, August 27, as reported by Ukrainska Pravda. “At present the city of Novoazovsk has been captured by Russian troops and is being blocked by tanks. Residents are prohibited from exiting. Tomorrow, according to Russian military, a cleanup of the city is planned,” he said.”

Merke: Der Pessimismus ist seit Anno Schopenhauer die einzig angemessene Weltanschauung. Trotzdem kann sich ein Pessimist nie darüber freuen, Recht behalten zu haben. Es ist eine Weltanschauung, die ihre Anhänger keineswegs mit Freude oder Befriedigung belohnt. Immerhin schützt sie vor Illusionen. Zweite Merkregel – bei notorischen Lügnern ist immer das Gegenteil wahr:

“Moskau wies Vorwürfe einer geplanten Annexion der umkämpften Gebiete Donezk und Luhansk abermals zurück. „Wir sind nicht daran interessiert, den ukrainischen Staat zu zerstören“, sagte Außenminister Sergej Lawrow.”

Hier noch die neueste Kreation aus den russischen Lügenschmieden – die russischen Soldaten machen doch nur Ferien an der Front:

“Ein Separatisten-Anführer bestätigt: Russische Soldaten kämpfen in ihrem Urlaub mit uns.”

Und die Panzer nehmen sie mit, so wie andere Leute ihr Surfbrett … und wenn Russland vor irgendetwas ‘warnt’, dann sollten wir dies jetzt tun. Es wird auch Zeit, dass der UN-Sicherheitsrat zusammentritt. Ein Mitglied dort, das ‘Konfliktpartei’ ist, verliert automatisch sein Veto-Recht. Diese Praxis hat übrigens auch Russland gebilligt und unterschrieben … und das dürfte auch der höhere Grund sein, weshalb der Kreml so verzweiflungsvoll jede direkte Beteiligung zu leugnen versucht. Eine russische Funktionärin aus der Putin-Riege hat jetzt das Buh-Wort in den Mund genommen:

“Ella Poljakowa, Mitglied im Menschenrechtskomitee von Wladimir Putin, spricht von einer Invasion der Ukraine. “Wenn Menschenmassen unter Befehlshabern auf Panzern, Mannschaftstransportwagen und unter Einsatz von schweren Waffen auf dem Territorium eines anderen Landes sind, dann halte ich das für eine Invasion”, sagte Poljakowa der Nachrichtenagentur Reuters.

Die dürfte demnächst wohl mit unbekanntem Ziel verreist sein … die Position einiger der russischen Truppen wurde jetzt auch eindeutig ‘geolocated’ – dem verfluchten Internet sei dank: Aus der Schlinge kommt der Putin jetzt nicht mehr raus. Damit also dürfte Russlands Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat endgültig dahin sein …

So wird das nichts …

27. August 2014 von Klaus Jarchow

Grund für die Sparmaßnahmen sei die “laufende strategische Transformation” hin zu mehr multimedialen Inhalten, erklärte Vorstandschefin Julia Jäkel. “Wir verlieren an absoluten Zahlen und wir verlieren an Umsatz. Das ist in dieser Dimension für Gruner + Jahr wirklich neu.” Jäkel kündigte weitere Investitionen in das Digitalgeschäft und weitere Zukunftsprojekte an.”

Gut, da beim ‘Stern’ haben sich allzuviele Journalisten sicherlich in wohlversorgte Sesselpupser verwandelt. So weit, so einsichtig. Aber wie die Verlagsgranden sich das immer vorstellen: Da wollen sie ‘Zukunftsprojekte’ starten und immer mehr ‘Inhalte generieren’ auf einer ganz neuen technischen Basis, während sie gleichzeitig 400 Leute rausschmeißen? Ich finde das gaga. “Wenn du einen Erfolg erreichen willst, dann musst du erst einmal viel Geld in die Hand nehmen”, das ist doch eine probate Weisheit aus Opas Tagen. Sie müssten also in ihre Zukunft kräftig investieren, und den Shareholder-Value ein paar Jahre ruhig Shareholder-Value sein lassen. Mit einem Wort: Auch das geht absehbar mal wieder schief. Read my lips!

Was mich immer wundert, ist die Arroganz, mit welcher die Kollegen solches Geschehen dann kommentieren. So, als hätte ihr Medium die Klippe des Medienwandels längst umschifft. Hier Gabor Steingart vom ‘Handelsblatt’ in seinem Newsletter vom 28. August:

“Der Hamburger Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr (Stern, Brigitte, Geo) will jeden sechsten seiner insgesamt 2.400 Arbeitsplätze einsparen. Dennoch ist der Unmut der Belegschaft gegenüber G+J-Chefin Julia Jäkel unbegründet. Sie zieht nur einen Schlussstrich unter die verlorenen Jahre ihrer Vorgänger, die den Weg ins Digitale verschliefen und sich an die Papierwelt klammerten wie der Eisbär an die schmelzende Scholle.”

Zur Klarstellung: “Das Handelsblatt hat ebenso wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 24,8 Prozent gesunken.” Und das, obwohl die Konkurrenz der ‘Financial Times’ vom Markt verschwand …

Zeit für den nächsten Hilfskonvoi

27. August 2014 von Klaus Jarchow

Irgendwer muss die Leichen der armen Kerle ja abholen, die dann ganz stiekum ‘auf geheiligter russischer Erde’, in Pskov oder so, ohne großes Trara verscharrt werden. Denn sie dürfen ja gar nicht da gewesen sein, wo sie den Tod fanden.

Ein schönes Beispiel für die alu-hütlerischen Denkbemühungen und für die Kausalitätsumkehr mit quietschenden Reifen bietet uns dieser Kommentator bei SpON. Die NATO erwägt bekanntlich, in Polen und den baltischen Staaten künftig mehr Präsenz zu zeigen, sagt zumindest Rasmussen:

“Das Vorhaben sei eine Reaktion auf die Ukraine-Krise, schreibt der Guardian.”

Also ERST die Ukraine-Krise und Russlands offensichtliches Engagement dort, DANN erst eine stärkere NATO-Präsenz in Polen usw. als Reaktion auf Putins invasorisches Säbelrasseln.

Unter einem Alu-Hut verkehrt sich aber prompt diese Kausalität, logisch gesehen einer der größten Fehler, die ein menschlicher Kopf überhaupt begehen kann, gewissermaßen ein Kurzschluss im Schaltkreis als Folge der Überlastung eines unterdimensionierten Gehirns, das für Logik gar nicht ausgelegt ist:

“Dann ist jetzt endlich raus worum es seit Anfang an gegangen ist – die NATO Osterweiterung unter Umgehung der existierenden Verträge.”

Also ERST gäbe es den natürlich geheimen NATO-Masterplan von dem niemand nichts weiß, außer diesem Meisterdenker, DANN erfolgte Putins absolut verständliche Invasion in der Ostukraine.

Ganz abgesehen davon, dass auch sonst so ziemlich alles sachlich falsch ist in dieser Wirrsal eines Economy-Gehirns: So wurden bspw. nirgends ‘Verträge umgangen’, die Zwei-plus-Vier-Verträge bezogen sich einzig und allein auf das Gebiet der ehemaligen DDR. Polen und die baltischen Staaten durften sich hingegen völkerrechtlich verbünden, mit wem sie wollten. Schließlich sind es souveräne Staaten. Zweitens haben all diese Staaten höchstselbst die Aufnahme in die NATO beantragt, aus einer historisch absolut begründeten Furcht vor ihrem russischen Nachbarn. Sie wurden also nicht in die NATO hineingezwungen – von den ‘Yankees’ oder wem auch immer. Und drittens fand diese ominöse ‘NATO-Osterweiterung’, die jetzt als große Novität unterm Alu-Hut ausgeschrien wird, längst schon statt. Derzeit geht es nur um eine stärkere militärische Präsenz auf bestehendem NATO-Gebiet, um eine Verschiebung von Truppenverbänden also. Die allerdings auch dringend geboten ist, angesichts der russisch-eurasischen Gelüste.

Noch was? Ach ja, hier hat sich ein klarer Kopf die Mühe gemacht, sein Hirn dem russisch gelenkten Mainstream-Journalismus 24 Stunden lang auszusetzen:

Dann folgt die richtige russische Abrechnung. Beitrag um Beitrag führen den Beweis, dass die Ukraine seit der Loslösung von Moskau alles falsch gemacht hat: Bevölkerung schrumpft, nur die Republik Moldau ist ärmer, zwei nutzlose Revolutionen, Oligarchen bestimmen alles, Schuldensumpf, Korruption, keine Meinungsfreiheit, um die Pressefreiheit ist es nur im Irak und in Afghanistan schlechter bestellt, Antisemitismus, eine zerfallende Armee und zu guter Letzt die absolute Unfähigkeit der neuen Regierung Poroschenko, einen souveränen Staat aufzubauen.”

Willkommen in Fantasia-Land! Klingt für mich fast nach einer Selbstbeschreibung … die Psychologen haben einen Fachausdruck dafür: Projektion. Dieser Kommentator bei reddit hat übrigens einen guten Vorschlag für Putins Kriegs-Operetten-Dramaturgie:

“Russia’s new anthem: ‘Oops, I did it again’.

Ab heute haben wir einen offenen Angriffskrieg Russlands, wenn sich die einhundert Panzer im Südosten bestätigen. Gestern sagte diese Pappnase noch: “Ich werde alles tun, um den Friedensprozess zum Erfolg zu bringen, wenn er beginnt.” Tscha, und jetzt hat er offensichtlich begonnen, falls die russischen Panzer rollen. Wo bliebe die sofortige Abberufung des deutschen Botschafters in Moskau, die Ausweisung des russischen Botschafters hier … und dann erst einmal Sendepause, bis Putin anklingelt und nicht ewig umgekehrt, während die Unterstützung für die Ukraine ins Rollen kommt? Was mit den Börsen ist? Gut, das ist für manche dann mal ein Schlag ins Portfolio. Meister Röhrich hatte eben doch recht: “Eeeeckhardt, die Russen sind da!” Manche drücken sich da sehr viel drastischer aus: “Scoundrels and scum are leading Russia. There are no other words.” Das liegt vielleicht daran, dass es ein Russe sagt …