Schrille Metaphern

Wo es um sprachliche Bildwelten geht, bei denen unmittelbarer Hirnschwindel und Imaginationskrebs einsetzt, sollte ein argloser Leser unerwarteterweise mal das visuelle Vorstellungsvermögen bemühen, in solchen Situationen ist wie gewöhnlich auf die Kollegen vom Spiegel der größte Verlass:

Experten und Politiker … klammern sich stattdessen an den “Silberstreifen am Horizont”.

Mein Sohn, es ist ein Silberstreif. -
… In dürren Blättern säuselt der Wind.

Dem Schreiber grauset’s, er textet geschwind,
Er hält in den Armen sein metaphorisches Kind,
Erreicht den Redaktionsschluss mit Mühe und Not;
In seinen Armen aber das Bild war tot.

Tags: ,

3 Antworten zu “Schrille Metaphern”

  1. Axel sagt:

    Bei derartig schriller Metaphorik sträuben sich einem ja die Zehennägel.

  2. Klaus Jarchow sagt:

    Wenigstens haben sie ihr Gewissen nicht zum Auslüften an diesen Silberstreif gehängt … ;-)

  3. links for 2009-07-12 « Nur mein Standpunkt sagt:

    [...] stilstand» Blogarchiv » Schrille Metaphern Autsch. (tags: johournaille) [...]

Hinterlasse eine Antwort