Wolf Schneider nun wieder!
Donnerstag, 07. Januar 2010Wolf Schneider, der Alterspräsident für journalistische Philologie in Deutschland, hat sich der Blogger-Szene zugewandt. Er unterteilt die Blogger forsch und fern der Empirie in drei hemdsärmelige Kategorien: in die ‘Nützlichen’ (er erwähnt die Dissidenten in China und die Frau Huffington), in die ‘Abscheulichen’ (hier nennt er keine Namen) und in die ‘Einsamen’. Zur Erläuterung der letzten Kategorie dann zitiert er lang und schlapp den Felix Schwenzel, dem man - neben konsequenter Kleinschreibung - zwar dies und das vorwerfen könnte, aber ‘Einsamkeit’ ist für ein Blog, das beim Leserzuspruch und bei der Kommentardichte überall ‘weit oben’ landet, nun wirklich keine stimmige Kategorie. Schon deshalb, weil sie mit der empirischen Realität und dem Rezipientenverhalten in keinerlei Zusammenhang zu bringen ist. Ganz abgesehen von ixens eigener Darstellung des Sachverhalts.
Und wenn hier schon durch Wolf Schneider selbst dem sonst so verpönten subjektiven Meinen Tür und Tor geöffnet wird, dann möchte ich darauf hinweisen, dass auf mich der deutsche Sprachpapst in seinem Lehnstuhl dort einen höchst vereinsamten Eindruck machte. Aber das mag natürlich täuschen …