Christian Denso heißt er …
Samstag, 27. Juni 2009In der Zeit ist ein Artikel von einem gewissen Christian Denso erschienen, der hier, hier und hier für abgeleitete Aufmerksamkeit sorgte - und der sicherlich auch anderswo noch Wellen schlagen wird. Zum stilistischen Studium des verdeckt Denunziatorischen, wie auch zur Illustration einer Verabschiedung ehemaliger Qualitätsmedien in die fortschreitende Irrelevanz - für beides ist dieser Text gut geeignet, den ein fingerfertiger Jungjournalist - sagen wir mal - ‘verfasste’. Beginnen wir mit der Eingangsthese, rhetorisch gesehen eine Parallelführung:
Stellen wir uns vor, ein CDU-Mitglied, bei dem kurz zuvor rassistische Schriften gefunden wurden, möchte zur SPD wechseln. Würden die Sozialdemokraten ihn als »aufrechten Demokraten« umgehend »herzlich willkommen« heißen? Und darauf hinweisen, dass die Partei »keinen Anlass habe, an seiner Unschuld und moralischen Integrität zu zweifeln, solange keine Verurteilung erfolgt«?