Artikel mit ‘Helene Hegemann’ getagged

Der Dichter sagt Servus

Dienstag, 23. Februar 2010

Alles klar - ich verstehe: Wer noch einmal ‘Plagiat’ zu diesem adoleszenten Wunderwerk europäischer Höchstliteratur sagt, der hat sich aus dem Raum der Literatur so zu schleichen, wie ein indezenter Gast, der im Nobelrestaurant ‘Zum Wahren und Guten’ einen Furz gelassen hat:

“Wer nur bis Namen und Handlungsorte kommt, dem wird die Gabe fehlen, sich überwältigen zu lassen selbst von diesem Buch, dessen Berückungsmacht ganz unvergleichlich ist in seiner Einheitlichkeit von Sprache und Lebensgefühl, die keine Lücke lässt, in seiner Geschlossenheit persönlicher Struktur, die etwas Fremdes zu dulden sich gar nicht in der Lage sieht. Sphären ohne Raum und Atem Hand aufs Herz, mir scheint, die Behauptung, in diesem Buch sei irgend etwas unverarbeitet liegengeblieben, quellenmäßig übernommen, entlehnt oder gestohlen, entspringt einem Mangel an Gaben. Es wäre genauso richtig und genauso sinnlos zu sagen, das Auge habe das Protoplasma bestohlen oder die Träne die Elemente, weil sie Chlornatrium enthält. Jeder Ursprung ist schließlich materieller Art, aber was Rainald Goetz, Jim Jarmusch oder den Text „Strobo“ des Bloggers Airen angeht, so kommen sie in diesem Buch schlecht weg: wo immer in ihm das Thematische sich nähert, wird es aufgelöst in den konstruktiven Affekt, das Authentische des Vorbilds in die Ordnung eines reflexiv Notwendigen, wo immer man die Seiten aufschlägt, tragen sie den Schein einer Schönheit, die ohne Makel, und die Gesetzmäßigkeit einer Szene, die die volle und krasse Echtheit ist.

Kapiert - ‘Echtheit’ ist hinfort das Abgeschriebene. Auch Grammatik ist im hymnischen Bereich bloß für die Armen im Geiste. Davon und deshalb schleiche ich mich jetzt davon. Was treibt bloß all diese älteren Herren in die Disco-Szene? Und schreibt dieser Durs Grünbein eigentlich für Ullstein? - Nö, es ist Suhrkamp …

Nachtrag: Immerhin - er hat auch mich verarscht …

Außer Rand und Band

Sonntag, 21. Februar 2010

Am Titel hätte man es bereits merken können: Ein Buch, das ‘Axolotl Roadkill‘ heißt, das vom Titelklang her also eher an eine überfahrene Kröte in den Gassen von Tijuana erinnert, und von der Semantik her an zusammengekleisterte Undinge wie bspw. ‘Tattoo Smorrebrod’ oder ‘Plättbrett Sadistics’, ein solches Buch also kann einfach nicht gut sein. Ohne den Band aufzuschlagen, weiß dies jeder halbwegs begabte Leser. Nicht so unser Föjetong.

Ein längst gut abgehangener Maxim Biller versucht sich da an dem Beweis, dass er im Gegensatz zu anderen Zeitgenossen ‘jung geblieben’ sei ( … jetzt ist wieder ein Roman da, vor dem sich jeder, der über dreißig ist, hüten sollte …). Ach, hätte er’s doch getan! Ihm wächst das Grautier doch schon aus beiden Ohren heraus, der Mann ist immerhin Jahrgang 1960 und damit weit über das hier geschilderte Instant-Discofick- und zugedröhnte Ponyhof-Alter der Verfasserin hinaus. Dieser ‘Kritiker’ versteigt sich ohne jeden Anflug von Ironie hin zu blankem Schwachsinn: Das Deutsch der Verfasserin sei so “suggestiv wie Sowjet-Propaganda“, was uns nur zeigt, dass Biller wohl nie eine Zeile solch schnarchlangweiliger Politbüro-Propaganda gelesen hat, und es sei “so verführerisch individuell, dass ab morgen bestimmt hundert andere deutsche Schriftsteller … den Hegemann-Sound nachmachen werden“. Aha- individuell ist folglich, wenn es alle nachmachen können. Ja, geht’s denn noch?!

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Muss ich das nun verstehen?

Montag, 08. Februar 2010

Nö - das muss ich nicht:

“Helene Hegemann zeigt sich darin ganz als Kind einer Kultur, die das Collagedenken des Dadaismus und die postmoderne Intertextualität in die Ära des popmusikalischen Sampling und der Mashup-Ästhetik des Internets überführt hat.”

Eine literarische Transportunternehmerin also …