Nein, ich werde hier das hochbedeutsame ‘Internet-Manifest’ nicht nochmals verlinken. Der Text ist trotzdem ein Schulbeispiel dafür, wie man mit überholten Anschauungen eben keine Welt aus den Angeln heben kann. Auch nicht online. Am Beispiel des Informationsbegriffs will ich versuchen, das zu erklären. Bei den Berlinern heißt es:
“Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen.”
So eben ist es nicht: Informationen sind nichts, was außerhalb eines menschlichen Kopfes wie ‘Dingliches’ umherfliegt - also bspw. wie ‘Kokosnüsse’, ‘Regenschauer’ oder ‘Tastaturen’. Auf diese Weise existieren Informationen nicht. Auch in den großen ‘Informations- und Datenspeichern’ finden sich vor allem Buchstaben und Zahlen, die sinngebende Instanz kommt erst als Leser oder Programmierer hinzu. Dort außerhalb von uns gibt es nur Ereignisse, Geschehnisse, ‘Perturbationen‘, ‘Reize’, von mir aus auch ‘Fakten’ - aber eben keine Informationen: Ein Blitz schlägt in eine Platane ein, ein Tsunami rollt auf die Küste Javas zu, äthiopische Panzer rollen über die somalische Grenze, einer Frau in Detmold fällt die Blumenvase aus der Hand usw.
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