Mäjk dott bielief …
Donnerstag, 03. September 2009Viel Geld, richtig viel Geld, vermute ich jetzt mal, gab es für diese Glanzleistung eines ‘Mache Punkt Glauben’ oder ‘Machen Punkt Glaube’ - oder wie immer ein argloser Leser diese Agenturkreation aus hochgeschäumter Marketing-Sprache sich ins Deutsche übersetzen will. Dieser Punkt (oder das Dot) steht vermutlich für die Modernität. Aber nein, es ist alles noch viel komplizierter:
Die Sprache soll hier also mit zwei kleinen Wörterlein für ein erwünschtes Marken-Image sorgen? Ein totgerittenes Dutzend-Verb wie ‘machen’ soll die Umsetzung der vorangegangenen mentalen Glaubens-Transpiration in Produkte ’symbolisieren’? Der Punkt, den kein Mensch jemals mitsprechen wird, soll sich zu einem Ort der Begegnung auswachsen? Wo dann - Simsalabim!’ - weiße oder schwarze Magie entsteht? Ich weiß ja nicht …
Mich persönlich erinnert dieses Branding-Kikeriki zunehmend an die Religionsauffassung kleiner Sekten, oder an ‘Glaube’, definiert als ein durch nichts begründetes Wissen. Aber ich bin ja nur ein Mensch, ich mag mich irren … und diese drei Punkte stünden dann für den Ort, wo das alles zusammentrifft.
