Artikel mit ‘Sprachnörgler’ getagged

Ramsauer und die Grammatik

Sonntag, 07. Februar 2010

Tscha - wer sich als kühner Toitsch-Sprach-Bewahrer kopfüber in den großen Kampf gegen migrantenmäßig wuchernde Anglizismen stürzt, der sollte doch zumindest mit der Statik der deutschen Sprache ein entspanntes Verhältnis pflegen. Es muss ja nicht gleich erotisch sein. Das aber ist natürlich nur meine unmaßgebliche Meinung:

“Die deutsche Sprache aufzunehmen, halte ich für ein bemerkenswertes Anliegen, mit der man sich auseinander zu setzen hat. Aber genauso wichtig ist es, die deutsche Sprache auch zu praktizieren.”

Feste üben, Herr Ramsauer, immer nur feste üben! Dann wird es selbst in Ihrem Fall mit dem ‘Praktizieren’ sicherlich auch noch etwas …

Den Sprachpuristen

Sonntag, 17. Januar 2010

Der geistreiche Mensch knetet seinen Wortstoff, ohne sich zu bekümmern aus was für Elementen er bestehe, der geistlose hat gut rein sprechen da er nichts zu sagen hat.”
(Johann Wolfgang von Goethe, MA 11.2, 226)

Bei den Deutschländer-Würstchen

Dienstag, 16. Juni 2009

Jenes harte Hirnholz, das unter dem Namen ‘Aktion Lebendiges Deutsch‘ unhaltbare Sachverhalte in die Welt hinaus zu posaunen pflegt, hat sich im Kampf gegen die Windmühlen des Denglischen ein neues Husarenstück geleistet: Erstmals wollen sie toitscher als deutsch sein - und deshalb deutschen sie ein kerndeutsches Wort noch toitschtümelnder ein, wohl deshalb, weil sie es irrtümlich für einen Anglizismus ohne jeden Ariernachweis gehalten haben. Das Wörtchen ‘Dumpinglohn’ sollen wir nach ihrem Willen künftig durch ‘Hohnlohn’ ersetzen - das jedenfalls ist ihr sprachmusikalisch ebenso wie sprachwissenschaftlich unhaltbares Begehren.

Mit ein wenig schlichtem Gegurgel hat ihnen der Anatol Stefanowitsch jetzt vorgerechnet, dass es sich um ein Wort handelt, das nahezu ausschließlich im Deutschen seine Nische gefunden hat (okay, ein paar Dänen kennen es auch). Der Ausdruck ‘dumm gelaufen’ aber, der entwickelt sich allmählich zu meinem Standard bei der Beurteilung sprachnörglerischer Aktivitäten, dort in jener semantischen Todeszone, wo das ‘lebendige Deutsch’ allmonatlich von einigen älteren Herren exekutiert wird …

Den Fehler gibt’s nicht …

Samstag, 15. November 2008

den haben sich irgendwelche Sprachnörgler bloß spaßeshalber aus den Fingern gesogen, um mal wieder auf eine vorgeblich illiterate Jugend einzuprügeln, dachte ich. Oder der Bastian Sick hat sich mit seinen Sprachwitz-komm-raus-Erfindern nächtens im Suff zusammengehockt, um die nächste Show zu planen - wobei aus dem Bierdunst dieses Konstrukt destilliert worden sei. Nun aber las ich das hier - ‘in echt!’ - und verschluckte mich fast am Frühstücksei:

“Bubacks Vorgehensweise hat eine hohe Plausibilität - und doch eine Achillesverse.”

Kein Kopp, aber Kopien!

Montag, 08. September 2008

Wenn ich mich bei der Aktion lebendiges Deutsch anmelde, dann bekomme ich allmonatlich von der Stiftung Deutsche Sprache einen schnieken Neuigkeitselektrobrief mit einer pdf-Datei zugesandt, worin mir die verdorbensten Wortkandidaten zum Zwecke einer sprachlichen Re-Arisierung vorgestellt werden. Samt Statistik und einem Dossier über das üble Treiben der Zwangsumtäuflinge, insbesondere über ihre lüsternen ödipal-muttersprachlichen Absichten. Gegen diese Welt voll denglisher Bastarde kämpft die Stiftung Deutsche Sprache.

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