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Mäjk dott bielief …

Donnerstag, 03. September 2009

Viel Geld, richtig viel Geld, vermute ich jetzt mal, gab es für diese Glanzleistung eines ‘Mache Punkt Glauben’ oder ‘Machen Punkt Glaube’ - oder wie immer ein argloser Leser diese Agenturkreation aus hochgeschäumter Marketing-Sprache sich ins Deutsche übersetzen will. Dieser Punkt (oder das Dot) steht vermutlich für die Modernität. Aber nein, es ist alles noch viel komplizierter:

“Im Zuge der Weiterentwicklung von Sony und unseres Bestrebens, das Beste aus Elektronik, Entertainment und Technologie in das Zuhause unserer Kunden zu integrieren, ist ein allumfassendes und einheitliches Marken-Image wichtiger denn je“, erklärte Sony-Chef Stringer. Demnach sei “believe” die Kraft der Inspiration, während “make” für die Umsetzung dieser Inspiration in Produkte und Erlebnisse symbolisiere. Und “dot” sei “die Verbindung und der Ort, wo beides aufeinander trifft – und Magie entsteht.” … Sony wirbt künftig weltweit mit dem neuen Claim “make.believe”.

Die Sprache soll hier also mit zwei kleinen Wörterlein für ein erwünschtes Marken-Image sorgen? Ein totgerittenes Dutzend-Verb wie ‘machen’ soll die Umsetzung der vorangegangenen mentalen Glaubens-Transpiration in Produkte ’symbolisieren’? Der Punkt, den kein Mensch jemals mitsprechen wird, soll sich zu einem Ort der Begegnung auswachsen? Wo dann - Simsalabim!’ - weiße oder schwarze Magie entsteht? Ich weiß ja nicht …

Mich persönlich erinnert dieses Branding-Kikeriki zunehmend an die Religionsauffassung kleiner Sekten, oder an ‘Glaube’, definiert als ein durch nichts begründetes Wissen. Aber ich bin ja nur ein Mensch, ich mag mich irren … und diese drei Punkte stünden dann für den Ort, wo das alles zusammentrifft.

Tschäneräjschen Applohd

Freitag, 10. Juli 2009

Thomas Knüwer verdanke ich den Hinweis auf dieses schöne Stück Mozzarella-Prosa aus dem Hause Vodafone, verfasst für ein Corporate-Blog von einem veritablen Blogger namens ggründgens, der als Marken-Chef auch tatsächlich so klingt wie aus des seligen Gustav Gründgens’ Zeiten überkommen. Dieses Blog ‘bloggish’ zu nennen, wäre sicherlich eine maßlose Übertreibung, trotzdem, auch solches Kleinvieh macht Mist - schmücken wir uns also diesen Text ein wenig mit der Zierpetersilie des fortlaufenden inneren Leserkommentars aus:

Endlich ist es soweit [Ich konnte es auch kaum noch erwarten!]. Die neue Vodafone-Markenkampagne [wie war denn die alte?] startet diese Woche [doch schon?], mit der wir national [international würde man sich auch eher schlapplachen] die „Generation Upload“ ansprechen [It's a new generation, with a new explanation, it's - huh! - people in motion]. Doch wer ist das eigentlich, die „Generation Upload“? Die Antwort ist denkbar einfach: Du bist die „Generation Upload“ [Opa, Enkel, Müllers Kuh, mittendrin natürlich du - ]. Warum? Weil alles, was Du startest, heute die Welt bewegen kann! [Kausalität ist nämlich Glückssache, oder das Eintippen einer Rufnummer in Wanne-Eickel kann einen Vulkanausbruch in Honolulu auslösen]

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Der Fischmarkt duftet

Dienstag, 10. Februar 2009

Professionelle Marktbeobachter wissen genau, wo ihre dahinschwindenen Kunden zu finden wären. Es nützt ihnen nur wenig. Die erwünschten jungen und kaufkräftigen Zielgruppen, die lesen kaum mehr Zeitungen, sie schauen immer weniger fern. Und das werbedurchblökte Formatradio – ob privat oder öffentlich-rechtlich - gilt in manchen Kreisen längst als ‚Nervmedium‘ schlechthin. In ihrem Alltag, der sich im Internet abspielt, wird die Werbung, wo immer dies möglich ist, mit Ad-Blockern, mit Spam-Filtern und anderen hilfreichen Instrumenten als bloß noch lästig ausgeblendet und eliminiert. Der autonome Verbraucher der Generation 2.0 will von dem Gedudel und Geplärre hochgestemmter Superlative immer weniger wissen - und zugleich besitzt die Werbung in der neuen Medienwelt nicht mehr die alte ‚Macht der Unvermeidlichkeit‘, sie vermag der Aufmerksamkeit des Konsumenten nicht mehr den Fuß in die Tür zu stellen.

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