Archiv für die Kategorie ‘Heil Schicklgruber’

Double Talk

Donnerstag, 02. Februar 2012

Literweise fließen die Krokodilstränen, wieder einmal fühlt sich ein Mitglied der europäischen Giddel-Szene absolut unverstanden, trotz unübersehbar brauner Streifen in seinen kugelsicheren Verbalunterhosen:

“FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache spricht von einer “parteipolitisch motivierten Schlammschlacht” gegen ihn. Seine Aussagen zu den “neuen Juden” und sein Vergleich mit der “Reichskristallnacht”, dem Novemberpogrom von 1938, beim Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) seien völlig falsch berichtet worden.”

Wie aber und worin zeigte sich diese falsche Berichterstattung? Daraufhin folgt die typische Kamikaze-Argumentation jener Hirnamputierten, an die nur glauben kann, wen es nach Wissen nicht dürstet:

“Strache bestreitet die Aussagen nicht, behauptet aber, sie seien in einem Vieraugengespräch mit Klaus Nittmann, Chef des freiheitlichen Bildungsinstituts, gefallen.”

Schon klar, dann ist ja alles gut. Denn die ‘freiheitliche’ Privatmeinung ist natürlicherweise ganz etwas anderes als die wohlabgewogene öffentliche Meinung eines Männleins, das da unverdrossen meint, dass es irgendwie doch auch ein Politiker wäre wie die Großen, die ihn einfach nicht mitspielen lassen. Wer sich im kleinen Kreis als angeblich braunes Opferlämmchen outet, der muss im großen Maßstab schließlich jemand ganz anderes sein. Wahrscheinlich ein veritables Schaf …

Nebenbei, Herr Strache – nur weil der Jörg Haider vielleicht ähnlich angreifbar dahergeschwätzt hat, verwandelt sich intellektuelle Scheiße noch lange nicht in Rachengold.

Jesuit der Woche

Dienstag, 17. Januar 2012

Angesichts der Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Zelle hat der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl (CSU) die Bedeutung der Ausländerpolitik betont. «Eine gute und vernünftige Einwanderungspolitik muss zum Ziel haben, dass keine Kampfgruppen am rechten Rand entstehen», sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion in der Münchner Jesuiten-Hochschule. Der soziale Frieden dürfe nicht gefährdet werden, warnte Uhl. Es nütze nichts, wenn man die ganze Welt umarme, dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere.

Jaja – die Jesuitenhochschule, da gehören solche Auslassungen natürlicherweise hin! Man muss die Logik dieses Uhl, aus dem sicherlich keine politische Nachtigall und kein Einstein mehr wird, nur mal anders wenden: Würden wir gar keine Ausländer und kein Asylantengesocks mehr in unsere schöne und saubere Republik hineinlassen, dann hätten wir auch kein Problem mit den metzelnden Neonazis, die bekanntlich als ‘überforderte Bürger’ direktemang aus dieser Ausländerschwemme heraus ihre Schusswaffen zu erheben pflegen.

Wo die Frau Merkel immer wieder diese schlicht gestrickten Geistesriesen hernimmt, bleibt mir ein Rätsel … auch, wie es uns ein Uhl beispielsweise erklären wollte, dass es nachweislich immer dort die meisten Neonazis gibt, wo die Migranten am dünnsten gesät sind. Dass er also mit einer ‘Begrenzung der Ausländerzahlen’ am effektivsten den ‘sozialen Frieden’ stört, um so besonders viele meuchelnde Neonazis zu zeugen. Was wiederum, das kann auch ein Jesuit nicht bestreiten, fundamental gegen das fünfte Gebot verstoßen würde … es sei denn, man wollte augenzwinkernd folgendermaßen argumentieren: “Wären die von den Neonazi-Terroristen ermordeten Opfer nicht nach Deutschland gekommen, wären sie heute am Leben.” Dann wären sie nämlich selber schuld … das gliche einer erfolgreichen Schuldumkehr auf katholischem Terrain. Oder blankem Jesuitismus: “Uhl dreht die Kausalität herum und signalisiert so indirekt Verständnis für rechtsradikale Straftäter, die sich nicht anders zu helfen wissen, als Menschen, die nicht ihrem Bild vom guten Deutschen entsprechen, einfach totzuschlagen.

Anmerkung: Fefe äußert noch gewisse Zweifel an der Seriosität der Quelle, wobei mir nicht recht klar wird, ob er damit eines der genannten Blogs oder die Katholische Nachrichtenagentur meint. Bei dem Basso ostinato von Uhls kommunikativer Vorgeschichte – (u.a. “Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl hatte sich bis zuletzt gegen einen Bundestagsausschuss zur Aufklärung der Morde gestellt”) – bin ich jedoch geneigt, diese Zitate als ‘authentisch’ einzuordnen, selbst dann, wenn sie natürlich ‘unmöglich’ sind. Warten wir’s ab, der innenpolitische Sprecher einer Regierungsfraktion kommt mit so etwas nicht klammheimlich davon …

Nachtrag: Mit seinem Dementi bestätigt Dr. Uhl jetzt die gefallenen Äußerungen. Er bestreitet nur, dass man aus ihnen ein Schlimmdösbaddeltum herauslesen könne. Andererseits – das sei ihm gesagt – ist der Teufel nun mal ein Logiker, “mutwillige Fehlinterpretationen” unterlaufen ihm nur selten. Auch das sollte er als Jesuit doch wissen …

Witzfiguren (5)

Montag, 27. April 2009

Ein württembergischer Polizist schreibt an den Kollegen im Kanton Thurgau: “Wir haben hier auf einem europaweiten Kameradschaftstreffen einen Schweizer Staatsbürger aus dem Thurgau festgenommen“. Prompt schreibt der Thurgauer Kollege zurück: “Das kann nicht sein. In der Schweiz gibt es gar keine Nationalsozialisten!“.

Witzfiguren (4)

Dienstag, 21. April 2009

Was wäre eine zutiefst unglaubwürdige Übertreibung? – Ein Nazi mit einem IQ von 100 …

Witzfiguren (3)

Sonntag, 30. November 2008

Betritt Ulrich, frisch ernannter NPD-Funktionär, von seiner alkoholgesättigten Verdauung getrieben, mal wieder das heimische WC, um dort, auf dem Becken sitzend, versonnen das schwarzweißrot-bekränzte Führerbild gegenüber zu betrachten, dann ist ihm trotz seines dicken Kopfes wieder unmittelbar klar, wo sein Platz auf dieser Welt ist, welche Atmosphäre ihm einzig behagt. ‘Dort, wo die Wahrheit hinfällt, ist Deutschland’, denkt er und wischt rasch ab, um zurück zu den Kameraden zu eilen …”

Mit Kontrasten arbeiten, nennt sich so etwas wohl: Hehre Gedanken mit unwürdigen Verrichtungen kombinieren, Pseudo-Empathie. Oft auch ‘Situationskomik’ genannt …

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Witzfiguren (2)

Donnerstag, 20. November 2008

Pars pro toto ist auch ein Prinzip mit viel Humorpotential. Wenn man ‘ein Teil für das Ganze’ sprechen lässt, dann lassen sich an dünnste Voraussetzungen die dicksten Folgerungen knüpfen. Als Witz ist das Prinzip meist in eine Frage-Antwort-Form gefasst. Beispiel:

“Warum klatschte sich der Führer die Tolle immer nach links in die Stirn? – - – ??? – - – Na, ist doch klar, irgendwo musste sich der ‘Sozialismus’ dieser Nationalsozialisten doch zeigen!”

Witzfiguren (1)

Mittwoch, 19. November 2008

Zur Erläuterung von Witzfiguren greife ich natürlicherweise auf Witzfiguren zurück: Ich rede vom gemeinen Bräunling, so wie er sich mit Vorliebe hinter Reichskriegsflaggen und in einem zu kurz geratenen Gedankenkostüm der erstaunten Öffentlichkeit präsentiert. Mal sehen, ob hier im Stilstand so eine kleine Serie über die Funktionsweisen von Witz und Humor entstehen kann …

Nehmen wir heute die Analogiebildung: Bei ihr kommt alles darauf an, dass die vorgestellten Ähnlichkeiten auf beiden Seiten auch wirklich vorhanden sind, dass sie bisher nur noch nicht aufgedeckt wurden und deshalb als Beobachtung frappieren und zum Lachen reizen. Zum Beispiel so:

“Ihre Landsknechttrommeln schleppen die Bräunlinge auf Demonstrationen deshalb so gern mit sich herum, weil sie sich in ihnen wiedererkennen: Beide sind am hohlen, oberen Ende – beim Bräunling ist das dort, wo keine Springerstiefel zu sehen sind – mit einer kahlgeschorenen, straffen Haut bespannt. Wird dieses Ende bekloppt, wird’s immer laut und unverständlich.”