Archiv für die Kategorie ‘Maulmetze’

Longbank the Drugstore!

Sonntag, 01. April 2012

Ich frage mich gerade, ob der Thomas Schmid sich am Anfang wie auch am Ende selbst noch verstanden hat:

“Die Laptop-Partei ist nicht eine radikale Avantgarde, sondern das Symptom für ein zur Mitte hin klumpendes politisches System, das die Fragen der Zukunft auf die lange Bank schiebt.”

Diese Präzision, diese Wortgewalt, diese unmittelbar einleuchtenden Metaphern – das marschiert wie Powderman durch weißes Pulver! White Noise in der Presselandschaft … denn ‘das System’ ist nun mal nicht piratig, sondern unverändert schwatzgeld. Und vornean steht die Uckermärkerin – und nicht ein Klaus Störtebecker.

Neue FDP-Strategie aufgedeckt:

Sonntag, 01. April 2012

MITFÜHLENDER RAUBTIERKAPITALISMUS”. Motto: ‘Ich fress dich – aber nicht gerne!‘ Gefunden wo? Natürlich in der radikalen Frankfurter Allgemeinen Zeitung, diesem verantwortungsbefreiten und liberal infizierten Unterwanderungsorgan deutschen Bürgertums, wo es die Menschen höchst klandestin zu den Schalthebeln der Macht zieht. Die FDP sagt ihnen, wie’s geht. Oder so …

Mit polierter Orthographie

Donnerstag, 29. März 2012

Schon klingt vieles, was aus den dunkleren Etagen der Gesellschaft in Online-Foren gepostet wird, nicht länger indiskutabel. Ja, es klingt in meinen Ohren plötzlich viel plausibler als der dahergenuschelte FDP-Sermon von den ‘ordnungspolitischen Grundsätzen’, die man nicht ‘verletzen’ dürfe, weshalb man lieber tausendfach Biographien zu zerbrechen habe:

“Wäre Schlecker eine Bank, dann würden Merkel und ihr FDP-Süßholzpiepser sich in Hilfsangeboten überschlagen und heldenhaft retten … und retten … und retten! Alles für die nächste Wahl. Nur ist es leider n u r ein Drogeriemarkt .. mit vollkommen uninteressanten Menschen weit unter dem Niveau all dieser HOCHgebildeten aus der Politkaste.”

Unter ‘Niveau’ versteht er den Kontostand, nehme ich mal an …

Wen seh’ ich da?

Dienstag, 27. März 2012

Unser Dschang trägt jetzt ein schwarzrahmiges Brillengestell, worauf ich euch nachdrücklich hinweisen möchte. Das neue Nasenfahrrad kombiniert er mit keinem Allerweltsjackett mehr, sondern mit einem dicken Rolli, gleichfalls so schwarz wie sein Kanal. Was wiederum seit den seligen Tagen von Gerd Gerken und anderer ‘Ein-Mann-Kreativagenturen’ aus der 68er-Bewegung als äußerlicher Nachweis höchstvergeistigter Geistigkeit und herannahender Prostataprobleme gilt. Bloß welche Wege will der Dschang jetzt mit uns wandeln? Hat er innerlich gar widerrufen? Wird er auf seine alten Tage ein ‘kreatives Haus’, um uns zum “Management by Love” zu bekehren? Fragen sind das …

Herr Misik!

Sonntag, 25. März 2012

So gern ich Ihren Auslassungen sonst auch folge, einen ‘Wirtschaftsnobelpreis’ gibt es bis heute nicht, nur eine Dotierung, welche die Schwedische Reichsbank aus purem Erbarmen und als Gegengewicht zum neomarxistischen Diskurs in der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre ausgesetzt hat. Dieser Muckefuck-Preis wird zeitgleich mit den Nobelpreisen verliehen, was jährlich einer ganzen Reihe von Journalisten das Gehirn verwirrt.

Der Alfred Nobel hat damals das Gebiet der Ökonomie nicht einfach nur vergessen, er hat unseren Wirtschaftsöchsperten in voller Absicht nichts rüberwachsen lassen, weil er ihre Disziplin sein Leben lang für blanke Scharlatanerie und Kaffeesatzleserei hielt. Insofern ist das Gerede von einem ‘Wirtschaftsnobelpreis’ auch nichts als Verbal-Chichi oder PR für eine nicht sonderlich ‘noble’ Non-Science. Und falls Sie sich fragen, woher die vielen unterschiedlichen Ansichten auf dem Gebiet der allgemeinen Profitmaximierungslehre kommen – es liegt genau an solchen dickleibigen Traktätlein aus den Reihen der Zeugen Mammons:

“Man muss nur „Der Weg zur Knechtschaft“ des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich von Hayek aus dem Jahr 1944 lesen …”

Muss man nicht …

Christliche Nächstenhiebe

Mittwoch, 21. März 2012

Um ans Vorherige direkt anzuschließen – wer nimmt den Jan Fleischhauer eigentlich ernst? Nur einige wenige, das lässt sich durch ein bisschen Gurgeln schnell konstatieren, am ehesten noch die religiösen Fundamentalisten, die ihn als Racheengel durchs Tor windschiefer Metaphern in ihr publizistisches Jerusalem hineinwinken möchten:  “Jan Fleischhauer enthüllt die Fratze der Linken”, schreibt bspw. das arg verstiegene ‘christliche Informationsforum’ Medrum, wo unserem Kanalarbeiter dann ein Verdienst zugemessen wird, das doch eher als Selbstbeschreibung auf derartige Schwulenhasserportale wie ‘Medrum’ oder ‘Kathnet’ zuträfe. Psychologen würden hier von offensichtlicher ‘Übertragung’ sprechen:

“[Die Fratze der linken Widersprüche] zeigt den Widerschein der Diskrepanz zwischen einer fundamentalistischen Besessenheit von einer durch Glaubensideen beherrschten surrealen Welt und ihrer Konfrontation mit der Wirklichkeit.”

Wenn wir aus Erbarmen mal annehmen, dass irgendjemandem der obige Kehrichthaufen aus angedauten Denkversuchen grammatisch halbwegs verständlich sein könnte, dann schaut der Verfasser dort doch in einen Spiegel – natürlich nicht in einen gedruckten. Die Besessenheit, die eine von Glaubensideen verseuchte Welt mit ihren surrealen Resultaten bei der Wahrnehmung erzeugt – die ist doch wahrlich eher bei diesen nächstenhassenden Christus-Ausdeutern zu suchen. Diese bibeltreuen Doppelmoralisten, die wie Obelix gleich am Topf schon einen Nachschlag verlangten, als die Rechthaberei an die Menschheit verteilt wurde, die sind in meinen Augen so ziemlich das verlogenste und denkfaulste Volk, das ich kenne. Und erkennen lässt sich ihr Wesen stets daran, dass ihnen jede Metapher auf dem langen Weg vom Hirn auf den Monitor zu entgleisen pflegt, denn die Sprache ist eine strenge Richterin: “Jenseits ideologischer Flügelkämpfe entfernt das Buch alle Tarnkappen.” Ich würde sogar sagen, durch das bloße Studium der Bibel gelangt es über das eitle Wissen weit hinaus …

Was der Steven Milverton über Kurt J. Heinz, den Herausgeber, und generell über derartige bibelgestützte Hass-Schleudern schreibt, trifft eigentlich exakt den Punkt, auch wenn er natürlich den Kampf sittlich empörter Kleinbürger gegen die ‘Verschwulung der Welt’ ins Zentrum seiner Analysen stellt. Gender Mainstreaming, Abtreibung, wilde Ehen und andere Themen lassen diese putzigen Wesen aber gleichermaßen infarktgefährdet von “S-kandaalen” jappsen:

“Kurt J. Heinz, jener evangelikale Zahnstocher im Kampf gegen die Verschwulung der Welt, scheint mit seinem Portal Medrum einen Punktsieg im Wettrennen mit den fundamental-katholischen Hassseiten kreuz.net und kath.net errungen zu haben.”

Das jedenfalls erscheint mir das zielgruppenorientierte Resultat von Jan Fleischhauers wöchentlichen Weltbeschreibungen: Hier, warm gebettet in christliche Tugenden, sucht und findet er rezeptionsgeschichtlich eine wahrhaft ungebrochene Zustimmung bei den Treuesten seiner Treuen. Diese gute Gesellschaft bei Brüdern und Schwestern im Geiste sei ihm gegönnt …

Epizentraler Epilog

Sonntag, 18. März 2012

Natürlich könnte es auch daran liegen, dass er selbst Deutscher ist. Und dass er die Anzüglichkeiten hierzulande deshalb besser versteht:

“Danach kann ich[, Carsten Maschmeyer,] nur sagen: Das deutschsprachige Europa ist das Epizentrum des Neids.”

Gut, es mag ja sein, dass der Maschmeyer die Erde unter seinem Neureichtum nächtens zittern und beben spürt, ferner, dass ihm dies Unsolide und Existenzbedrohende – erlebt er es mal bei sich höchstselbst und nicht bei seinen Opfern Kunden – dass ihm das dann begründete Angst einjagt. Tand, Tand, ist nun mal alles Gebilde von Menschenhand, selbst dann, wenn es in Tresoren lagert.

Trotzdem ist ein Epizentrum niemals der Ursprung magmatischer Ereignisse, es ist immer nur eine Projektion, ein ‘Nebelstreif’, ein Strukturvertrieb. Primär erzeugt ein Epizentrum keinen ‘Neid’, das wäre dann nur der Rauch zum Feuer. Die wahren Ursachen, die Hypozentren, liegen regelhaft viel tiefer, beispielsweise dort, wo sie eine gewisse ARD-Sendung ortete.

Aber hiermit sei es auch gebongt und abgehakt, ein kongenialer Präsidentenflüsterer muss schließlich nicht das auch noch wissen – und gegen manchen Popanz kämpfen selbst Götter vergebens.

Erlösungsrhetorik

Freitag, 16. März 2012

Sie kommentieren sich um Kopf und Kragen – unsere journalistischen Adabeis, die nicht einsehen wollen, dass sie jahrelang auf falsche Pferdchen gewettet und dazu ein höchst seltsames Kraut geraucht haben. So kommt es zu wirren endzeitlichen Visionen, wo erst Angela Merkel untergehen muss, damit die Welt von weißen Rittern gerettet werden kann, von Rittern, die andere bisher nur als Pat und Patachon auf der Rechnung hatten. Ein leicht militaristischer Zungenschlag, der an die Bismarckzeit, an Churchill, an den ‘Bonker’ und sonst noch so mancherlei erinnert, kommt hinzu – kurzum: Es ‘wagnert’ in deutschen Kolumnen:

Mit Blut, Schweiß und Tränen können [Röttgen und Lindner] sich bewähren – für die Stunde Null von CDU und FDP. … So oder so haben sie die einmalige Chance, sich … in den Herzen der jeweiligen Basis festzuketten. Es geht nicht um das nächste Jahr. Es geht um das nächste Jahrzehnt. … [So könnte] die NRW-Wahl für CDU und FDP … als Menetekel für das Ende der Herrschaft Angela Merkels in die Geschichte eingehen. Gleichzeitig markiert sie nicht weniger als die Vorbereitung auf einen personellen Neuanfang nach dem Scheitern der bisherigen Koalition im Bund.”

Festgeschweißt in den Herzen der Basis darf also diese Rasselbande, Muttis Klügster und Möllemanns Bambi, mächtige Ketten türmend ihrer Anhängerschaft jahrzehntelang die Aorta verstopfen. Ein solches Sprachbild hängt dort in einem deutschen Qualitätsmedium an der Wand des Salons, wo es die Hausfrau vermutlich noch für Kunst ansieht.

Meinerseits, um mich dieser Wortgewalt umgehend anzuschließen, markiert dies publizistische Menetekel die überfällige Vorbereitung auf einen personellen Neuanfang im deutschen Journalismus nach dem Scheitern der bisherigen Koalition aus INSM-Sektierern und zunehmend bildgestörten Metaphernschändern.

Apropos – werden ihre Sprachbilder schief, zeigt sich, dass eine alternde Ideologie nicht mehr zur Wirklichkeit passt.

Neues aus der Politik:

Montag, 12. März 2012

Auf allen ‘Gipfeln’ spürest du – nur noch Zwerge.

Wenn der Adel parliert

Sonntag, 11. März 2012

Eigentlich war es mir seit den Zeiten des Prügelprinzen klar, dass unser Adel mit Gesprächskultur, Noblesse und Understatement eher nur ausreißerisch in Kontakt steht. Anders ausgedrückt: Thomas Manns ‘Königliche Hoheit’ ist gar keine, sondern bloß der Schriftstellertraum einer Parlando-Gesellschaft, die so nur in Taka-Tuka-Land oder bei Courths-Mahler existiert. Im Grunde ist es ein länglicher ‘Bunte’-Artikel auf sprachlich angestrengtem Niveau. Hier der ultimative Beweis für die wahren Gegebenheiten: “Die tut so schöne Titten haben”, zitiert “Bild” den … Nachfahren des letzten deutschen Kaisers. Bushido lässt kollegial grüßen …