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	<title>Kommentare fuer stilstand</title>
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	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
	<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 15:12:24 +0000</pubDate>
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		<item>
		<title>Kommentar zu Life&#8217;s a Carousel von Dierk</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4419#comment-1965</link>
		<dc:creator>Dierk</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 10:55:21 +0000</pubDate>
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		<description>'Echte Liberale' ... das halte ich für ein Gerücht. Es ist zwar in letzter Zeit in Mode gekommen, die historischen Verhältnisse mit heutigen Maßstäben zu bewerten. Im Falle des Liberalismus lese ich so immer öfter darüber, dass er nichts mit den Armen und Arbeitern zu tun hatte, dass die großen Revolutionen in England, den USA und sogar Frankreich ja ohnehin eine Sache der Adligen, der Landadligen oder der wohlhabenden Bürger [operativ: wohlhabend] gewesen seien. Es wird dann impliziert, manchmal auch expliziert, das sich eh niemand für die armen Hungernden einsetzt.

Das ist eine ahistorische, revisionistische Geschichtsschreibung.

Der echte Liberale, so wie ich ihn verstehe, ist daran interessiert allen Bürgern die Freiheit der Entscheidung zu geben. Dazu gehört eine Infrastruktur, die bsplw. jedem den Zugang zu umfassender Bildung ermöglicht - keine Zensur, kein Index, keine sachfremden Beschränkungen bei Schul- und Universitätsbesuch, keine unnötigen Einschränkungen des Handelns und Wirtschaftens. In einer idealen Welt, brauchte es überhaupt keine Einschränkungen, da alle Menschen lieb und nett sind, jeder seine Talente kennt und diese in der Gesellschaft für gutes Geld einsetzen kann.

Nun ist auch und gerade Liberalen klar gewesen, dass dieses Ideal nicht existiert. Es muss also Regeln geben, die den Menschen und dem Staat* helfen. Selbst so genannte Liberale blau-gelber Coleur kämen nie auf die Idee, das Berufsverbot für Lohnmörder abzuschaffen oder die Berufsbeschränkungen durch andere Paragrafen des Strafgesetzbuches.

Mir scheint allerdings, dass ausgerechnet die sich 'liberal' nennenden das Fundament des Liberalismus vergessen haben: Sie lernen nicht dazu, sie überprüfen ihre Thesen nicht mehr, sie sind kaum mehr gewillt, zu ändern, was nicht funktioniert.

Der "Neoliberale" von heute ist ein Fundamentalist, ein Ideologe - das genau Gegenteil dessen, was liberal eigentlich bedeutet. Obwohl die letzten 30 Jahre empirisch belegen, dass der Anarcho-Liberalismus, den er predigt, nicht funktioniert, beharrt er auf seinen Forderungen wie die katholische Kirche auf der Jungfräulichkeit Marias. In der Wirtschaft müssen die Gewinner nur hoch genug sein, damit auch der Wanderarbeiter etwas davon hat [trickle-down; so klar gegenbewiesen, dass es weh tut]. Überhaupt, der angebliche Liberale von heute definiert sich wesentlich nur noch über Wirtschaft, für die Gründer des Liberalismus war Wirtschaften ein notwendiges Übel, um den Menschen Mittel in die Hand zu geben.

Aus dem Abstraktum Metapher wurde eine personifizierte Gottheit, die über dem Menschen steht. Die Metapher der 'unsichtbaren Hand' - ein Begriff der für etwas stand, dass es als eigenständiges Forschungsfeld noch nicht gab [Statistik] - wurde zum Heiligtum; als ob eben jener Gott Markt einen seiner hundert Arme nimmt und die Menschen leitet. Als ob Wirtschaft, Gesellschaft und Handel unterstehen im Anarcho-Liberalismus einer teleologischen Theorie.

Der Unterschied zwischen den frühen Liberalen und den frühen Anarchisten waren nicht schwarze Mäntel und Bomben. Erstere wussten, dass Regen notwendig sind, letztere meinten, der Mensch sei wie das Bier, edel, hilfreich und gut durch und durch.

Ich weiß nicht genau, wann der alberne Sozialdarwinismus [eigentlich ein Lamarckismus] wieder gesellschaftsfähig wurde, aber der heutige Liberalismus, wie er durch die FDP im Moment verkörpert wird, ist eine sehr gefährliche und unheilige Allianz aus Anarchie und eben jener 'Nur-die-Starken-überleben'-Weltsicht.



*Nebenbei bemerkt, aus diesen liberalen Erwägungen erwuchs überhaupt erst der Nationalstaat, wie wir ihn immer noch haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8216;Echte Liberale&#8217; &#8230; das halte ich für ein Gerücht. Es ist zwar in letzter Zeit in Mode gekommen, die historischen Verhältnisse mit heutigen Maßstäben zu bewerten. Im Falle des Liberalismus lese ich so immer öfter darüber, dass er nichts mit den Armen und Arbeitern zu tun hatte, dass die großen Revolutionen in England, den USA und sogar Frankreich ja ohnehin eine Sache der Adligen, der Landadligen oder der wohlhabenden Bürger [operativ: wohlhabend] gewesen seien. Es wird dann impliziert, manchmal auch expliziert, das sich eh niemand für die armen Hungernden einsetzt.</p>
<p>Das ist eine ahistorische, revisionistische Geschichtsschreibung.</p>
<p>Der echte Liberale, so wie ich ihn verstehe, ist daran interessiert allen Bürgern die Freiheit der Entscheidung zu geben. Dazu gehört eine Infrastruktur, die bsplw. jedem den Zugang zu umfassender Bildung ermöglicht - keine Zensur, kein Index, keine sachfremden Beschränkungen bei Schul- und Universitätsbesuch, keine unnötigen Einschränkungen des Handelns und Wirtschaftens. In einer idealen Welt, brauchte es überhaupt keine Einschränkungen, da alle Menschen lieb und nett sind, jeder seine Talente kennt und diese in der Gesellschaft für gutes Geld einsetzen kann.</p>
<p>Nun ist auch und gerade Liberalen klar gewesen, dass dieses Ideal nicht existiert. Es muss also Regeln geben, die den Menschen und dem Staat* helfen. Selbst so genannte Liberale blau-gelber Coleur kämen nie auf die Idee, das Berufsverbot für Lohnmörder abzuschaffen oder die Berufsbeschränkungen durch andere Paragrafen des Strafgesetzbuches.</p>
<p>Mir scheint allerdings, dass ausgerechnet die sich &#8216;liberal&#8217; nennenden das Fundament des Liberalismus vergessen haben: Sie lernen nicht dazu, sie überprüfen ihre Thesen nicht mehr, sie sind kaum mehr gewillt, zu ändern, was nicht funktioniert.</p>
<p>Der &#8220;Neoliberale&#8221; von heute ist ein Fundamentalist, ein Ideologe - das genau Gegenteil dessen, was liberal eigentlich bedeutet. Obwohl die letzten 30 Jahre empirisch belegen, dass der Anarcho-Liberalismus, den er predigt, nicht funktioniert, beharrt er auf seinen Forderungen wie die katholische Kirche auf der Jungfräulichkeit Marias. In der Wirtschaft müssen die Gewinner nur hoch genug sein, damit auch der Wanderarbeiter etwas davon hat [trickle-down; so klar gegenbewiesen, dass es weh tut]. Überhaupt, der angebliche Liberale von heute definiert sich wesentlich nur noch über Wirtschaft, für die Gründer des Liberalismus war Wirtschaften ein notwendiges Übel, um den Menschen Mittel in die Hand zu geben.</p>
<p>Aus dem Abstraktum Metapher wurde eine personifizierte Gottheit, die über dem Menschen steht. Die Metapher der &#8216;unsichtbaren Hand&#8217; - ein Begriff der für etwas stand, dass es als eigenständiges Forschungsfeld noch nicht gab [Statistik] - wurde zum Heiligtum; als ob eben jener Gott Markt einen seiner hundert Arme nimmt und die Menschen leitet. Als ob Wirtschaft, Gesellschaft und Handel unterstehen im Anarcho-Liberalismus einer teleologischen Theorie.</p>
<p>Der Unterschied zwischen den frühen Liberalen und den frühen Anarchisten waren nicht schwarze Mäntel und Bomben. Erstere wussten, dass Regen notwendig sind, letztere meinten, der Mensch sei wie das Bier, edel, hilfreich und gut durch und durch.</p>
<p>Ich weiß nicht genau, wann der alberne Sozialdarwinismus [eigentlich ein Lamarckismus] wieder gesellschaftsfähig wurde, aber der heutige Liberalismus, wie er durch die FDP im Moment verkörpert wird, ist eine sehr gefährliche und unheilige Allianz aus Anarchie und eben jener &#8216;Nur-die-Starken-überleben&#8217;-Weltsicht.</p>
<p>*Nebenbei bemerkt, aus diesen liberalen Erwägungen erwuchs überhaupt erst der Nationalstaat, wie wir ihn immer noch haben.</p>
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	<item>
		<title>Kommentar zu Life&#8217;s a Carousel von Klaus Jarchow</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4419#comment-1963</link>
		<dc:creator>Klaus Jarchow</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 09:20:35 +0000</pubDate>
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		<description>Echte Liberale suchen die Ursachen für gesellschaftliche Fehlentwicklungen immer 'unten'. Seit jeher ... und daran sind sie auch zu erkennen. Weniger kenntlich sind sie an den Worten für diesen Sachverhalt, die wechseln je nach Zeitgeist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Echte Liberale suchen die Ursachen für gesellschaftliche Fehlentwicklungen immer &#8216;unten&#8217;. Seit jeher &#8230; und daran sind sie auch zu erkennen. Weniger kenntlich sind sie an den Worten für diesen Sachverhalt, die wechseln je nach Zeitgeist.</p>
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	<item>
		<title>Kommentar zu Life&#8217;s a Carousel von Bredenberg</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4419#comment-1962</link>
		<dc:creator>Bredenberg</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 12:58:12 +0000</pubDate>
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		<description>Die Wirtschaftsverfassung von 1832 ähnelt der heutigen Wirtschaftsverfassung (Früh- bzw. Spätkapitalismus). Somit unterscheidet sich der politische Bewusstseinsstand vom heutigen auch nicht wesentlich. Sprachliche und andere Moden täuschen Unterschiede vor, die es nicht wirklich gibt. Westerwelle (und Konsorten und viele mehr) sind auch nur Zeitgenossen ihrer derzeitigen geschichtlichen Phase, die sie allesamt für die höchstentwickelte halten. So mag es sein, dass der Begriff "Lohnabstandsgebot" für modern gehalten wird, obwohl er etwas bezeichnet, das es gibt, seitdem es Arbeitslosigkeit und Arbeit gegen Lohn gibt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wirtschaftsverfassung von 1832 ähnelt der heutigen Wirtschaftsverfassung (Früh- bzw. Spätkapitalismus). Somit unterscheidet sich der politische Bewusstseinsstand vom heutigen auch nicht wesentlich. Sprachliche und andere Moden täuschen Unterschiede vor, die es nicht wirklich gibt. Westerwelle (und Konsorten und viele mehr) sind auch nur Zeitgenossen ihrer derzeitigen geschichtlichen Phase, die sie allesamt für die höchstentwickelte halten. So mag es sein, dass der Begriff &#8220;Lohnabstandsgebot&#8221; für modern gehalten wird, obwohl er etwas bezeichnet, das es gibt, seitdem es Arbeitslosigkeit und Arbeit gegen Lohn gibt.</p>
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	<item>
		<title>Kommentar zu Hoffnungslos romantisch von nnier</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4396#comment-1959</link>
		<dc:creator>nnier</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 22:27:50 +0000</pubDate>
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		<description>Hast du schon Sehnsucht nach Bremen? Jedenfalls: Das ist ein ganz, ganz toller Text.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hast du schon Sehnsucht nach Bremen? Jedenfalls: Das ist ein ganz, ganz toller Text.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Schräge Bilder von Klaus Jarchow</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4406#comment-1956</link>
		<dc:creator>Klaus Jarchow</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 13:52:20 +0000</pubDate>
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		<description>Zu wuseln schaust du hier: http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?textsize=600&#38;lemid=GW27496&#38;mode=hitlist&#38;query_start=0&#38;totalhits=1&#38;textword=&#38;locpattern=&#38;textpattern=&#38;lemmapattern=wuseln&#38;verspattern=

Ich behaupte ja auch nicht, dass 'Anker werfen' ungebräuchlich sei, ich sage nur, dass dies Bild für mich unstimmig ist. Im Englischen heißt es übrigens 'to cast anchor' oder 'to drop anchor'. 

Dieser reflexive Gebrauch mit 'sich' ist mir auch unklar, das Holz wellt sich also, wenn es sich wirft. Hat mit dem Ankern allerdings wenig zu tun. 

Der Hinweis auf 'Wurf' und 'werfen' bei Tiergeburten hat mich dann stutzig gemacht, das Ankern quasi als Geburtsvorgang. Allerdings, wenn du jemals bei einer Welpen- und Kätzchengeburt dabei warst, die Viecher kommen, sobald die letzte Muskelsperre überwunden ist, mit einem ziemlichen Karacho auf die Welt. Das Schiff 'würfe' dann also den Anker, so wie die Kuh das Kälbchen auf die Welt wirft. In die Welt sind wir 'geworfen' (Heidegger). Hmmm ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu wuseln schaust du hier: <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?textsize=600&amp;lemid=GW27496&amp;mode=hitlist&amp;query_start=0&amp;totalhits=1&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=wuseln&amp;verspattern=" rel="nofollow">http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?textsize=600&amp;lemid=GW27496&amp;mode=hitlist&amp;query_start=0&amp;totalhits=1&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=wuseln&amp;verspattern=</a></p>
<p>Ich behaupte ja auch nicht, dass &#8216;Anker werfen&#8217; ungebräuchlich sei, ich sage nur, dass dies Bild für mich unstimmig ist. Im Englischen heißt es übrigens &#8216;to cast anchor&#8217; oder &#8216;to drop anchor&#8217;. </p>
<p>Dieser reflexive Gebrauch mit &#8217;sich&#8217; ist mir auch unklar, das Holz wellt sich also, wenn es sich wirft. Hat mit dem Ankern allerdings wenig zu tun. </p>
<p>Der Hinweis auf &#8216;Wurf&#8217; und &#8216;werfen&#8217; bei Tiergeburten hat mich dann stutzig gemacht, das Ankern quasi als Geburtsvorgang. Allerdings, wenn du jemals bei einer Welpen- und Kätzchengeburt dabei warst, die Viecher kommen, sobald die letzte Muskelsperre überwunden ist, mit einem ziemlichen Karacho auf die Welt. Das Schiff &#8216;würfe&#8217; dann also den Anker, so wie die Kuh das Kälbchen auf die Welt wirft. In die Welt sind wir &#8216;geworfen&#8217; (Heidegger). Hmmm &#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Schräge Bilder von Dierk</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4406#comment-1955</link>
		<dc:creator>Dierk</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 08:45:42 +0000</pubDate>
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		<description>Ich habe noch mal in den großen Wahrig gesehen - eigentlich weil ich wissen wollte, wo wuseln wohl herkommt; bin für Hinweise dankbar -, und sehe die Wendung dort als 'den Anker auswerfen'. Nun kann sich der ungeneigte Beckmesser natürlich darüber auslassen, dass auch 'auswerfen' eine spezifische Tätigkeit von Personen oder Maschinen ist; Fischer werfen z.B. ihre Netze aus, die entsprechende Bewegung ist hier durchaus realistisch vorstellbar. Aber trotzdem falsch, zumindest heuer, da diese ewig langen Schleppnetze ins mehr abgerollt werden.

Auch Tiere schleudern ihre Geburt ja nicht von sich, trotzdem werfen sie. Schatten werden geworfen, aber nicht mit den Händen, oder? Holz wirft, nämlich sich in Wellen, und wenn wir uns werfen, springen wir in Wirklichkeit.

Zu guter Letzt, ich höre die Wendung 'Anker werfen' immer wieder unter Seglern. Das macht es nicht erst einmal nicht richtiger, meine Erfahrung sagt mir aber, dass die schon gerne auf korrekte Fachsprache aus sind - wie alle Hobbyisten biedern sie sich so gerne als Profis, Fachleute und echte Seebären an.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe noch mal in den großen Wahrig gesehen - eigentlich weil ich wissen wollte, wo wuseln wohl herkommt; bin für Hinweise dankbar -, und sehe die Wendung dort als &#8216;den Anker auswerfen&#8217;. Nun kann sich der ungeneigte Beckmesser natürlich darüber auslassen, dass auch &#8216;auswerfen&#8217; eine spezifische Tätigkeit von Personen oder Maschinen ist; Fischer werfen z.B. ihre Netze aus, die entsprechende Bewegung ist hier durchaus realistisch vorstellbar. Aber trotzdem falsch, zumindest heuer, da diese ewig langen Schleppnetze ins mehr abgerollt werden.</p>
<p>Auch Tiere schleudern ihre Geburt ja nicht von sich, trotzdem werfen sie. Schatten werden geworfen, aber nicht mit den Händen, oder? Holz wirft, nämlich sich in Wellen, und wenn wir uns werfen, springen wir in Wirklichkeit.</p>
<p>Zu guter Letzt, ich höre die Wendung &#8216;Anker werfen&#8217; immer wieder unter Seglern. Das macht es nicht erst einmal nicht richtiger, meine Erfahrung sagt mir aber, dass die schon gerne auf korrekte Fachsprache aus sind - wie alle Hobbyisten biedern sie sich so gerne als Profis, Fachleute und echte Seebären an.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Schräge Bilder von MartinM</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4406#comment-1953</link>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 22:26:12 +0000</pubDate>
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		<description>@ fellow passenger: Es stimmt, ich habe einen sprachliche Fehler begangen, für die ein Journalist fristlos gefeuert werden sollte: Wenn ich meine, dass die britische Seemanssprache im Alltagsenglisch besser verankert ist, als die deutsche im Alltagsdeutsch, dann habe ich das auch so zu schreiben.

@ Klaus Jarchow: Ja, es stimmt wohl schon, dass das Seemannsdeutsche eher wegen seiner Fachsprachlichkeit als seiner "Fremdsprachigkeit" (plattdeutsch) wenig zugänglich ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ fellow passenger: Es stimmt, ich habe einen sprachliche Fehler begangen, für die ein Journalist fristlos gefeuert werden sollte: Wenn ich meine, dass die britische Seemanssprache im Alltagsenglisch besser verankert ist, als die deutsche im Alltagsdeutsch, dann habe ich das auch so zu schreiben.</p>
<p>@ Klaus Jarchow: Ja, es stimmt wohl schon, dass das Seemannsdeutsche eher wegen seiner Fachsprachlichkeit als seiner &#8220;Fremdsprachigkeit&#8221; (plattdeutsch) wenig zugänglich ist.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Schräge Bilder von Dierk</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4406#comment-1951</link>
		<dc:creator>Dierk</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 13:05:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stilstand.de/?p=4406#comment-1951</guid>
		<description>Ich bin für das, auch sinnlose, Verändern von Metaphern!

Schließlich sollen die weder in journalistischen noch in literarischen Texten 1-zu-1 für sich stehen - wohl niemand sieht ernstlich einen oder mehrere Matrosen beim Frühsport, wenn sein Beifahrer sagt: Ampel ist Rot, du solltest schnell mal Anker werfen!' Außerdem werden Metaphern schnell zum Klischee, dann zur hohlen Phrase und letztlich bestenfalls zur stehenden Redewendung, wenn sie nicht abgewandelt, oder übertragen und auch schief angewandt werden.

Ohnehin speist sich [satirische] Komik aus dieser Quelle schräger Bilder.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin für das, auch sinnlose, Verändern von Metaphern!</p>
<p>Schließlich sollen die weder in journalistischen noch in literarischen Texten 1-zu-1 für sich stehen - wohl niemand sieht ernstlich einen oder mehrere Matrosen beim Frühsport, wenn sein Beifahrer sagt: Ampel ist Rot, du solltest schnell mal Anker werfen!&#8217; Außerdem werden Metaphern schnell zum Klischee, dann zur hohlen Phrase und letztlich bestenfalls zur stehenden Redewendung, wenn sie nicht abgewandelt, oder übertragen und auch schief angewandt werden.</p>
<p>Ohnehin speist sich [satirische] Komik aus dieser Quelle schräger Bilder.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Schräge Bilder von Klaus Jarchow</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4406#comment-1950</link>
		<dc:creator>Klaus Jarchow</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:48:18 +0000</pubDate>
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		<description>@ fellow passenger: 'Faltdraggen' klingt für mich irgendwie nach 'Faltboot'  ;-)

@ MartinM: Das Problem ist wohl eher die 'Fachsprachlichkeit'. Ein Schiff 'geht vor Anker', oder lässt 'den Anker fallen', was dem Vorgang bildlich sehr viel näher kommt, dann, wenn die Ketten lotrecht durch die Klüsen rasseln. Manchmal wird auch der Anker 'verholt', dann, wenn er zunächst keinen Halt auf dem Grund fand usw. 'Ankerklüse' wäre schon wieder so ein Fall: Ist das denn ein 'plattdeutsches' Wort? Ich denke eher, es ist 'niederländisch', insgesamt ist es schlicht Seemannssprache, ein wilder Mix aus englisch, schwedisch, niederländisch und einigem mehr - wie 'Luv' und 'Lee', wie 'Speigatt' ('Spuckloch'), 'Reling', 'Bug', 'fieren' usw. Einen Anker aber hat noch kein Matrose je 'geworfen' ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ fellow passenger: &#8216;Faltdraggen&#8217; klingt für mich irgendwie nach &#8216;Faltboot&#8217;  <img src='http://www.stilstand.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>@ MartinM: Das Problem ist wohl eher die &#8216;Fachsprachlichkeit&#8217;. Ein Schiff &#8216;geht vor Anker&#8217;, oder lässt &#8216;den Anker fallen&#8217;, was dem Vorgang bildlich sehr viel näher kommt, dann, wenn die Ketten lotrecht durch die Klüsen rasseln. Manchmal wird auch der Anker &#8216;verholt&#8217;, dann, wenn er zunächst keinen Halt auf dem Grund fand usw. &#8216;Ankerklüse&#8217; wäre schon wieder so ein Fall: Ist das denn ein &#8216;plattdeutsches&#8217; Wort? Ich denke eher, es ist &#8216;niederländisch&#8217;, insgesamt ist es schlicht Seemannssprache, ein wilder Mix aus englisch, schwedisch, niederländisch und einigem mehr - wie &#8216;Luv&#8217; und &#8216;Lee&#8217;, wie &#8216;Speigatt&#8217; (&#8217;Spuckloch&#8217;), &#8216;Reling&#8217;, &#8216;Bug&#8217;, &#8216;fieren&#8217; usw. Einen Anker aber hat noch kein Matrose je &#8216;geworfen&#8217; &#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Schräge Bilder von fellow passenger</title>
		<link>http://www.stilstand.de/archives/4406#comment-1949</link>
		<dc:creator>fellow passenger</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 23:06:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stilstand.de/?p=4406#comment-1949</guid>
		<description>Daß die britische Seemanssprache im Alltagsenglisch besser verankert ist, als die deutsche, darf wohl als Binsenweisheit gelten, verehrter Herr MartinM.

Es bedarf allerdings keiner intimen Kennerschaft der nautischen Fachterminologie, um festzustellen, daß im Deutschen gerne Lehnwörter verwendet werden, die dabei eine ganz andere Bedeutung bekommen, als die Originalvokabel. Denken Sie nur an "Beamer" (BMW), "Barkeeper" (Wirt) oder "Public Viewing" (Aufbarung).

Nun muß ich aber die Klüsen dichtmachen und wünsche immer eine handbreit Wasser unterm Kiel.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Daß die britische Seemanssprache im Alltagsenglisch besser verankert ist, als die deutsche, darf wohl als Binsenweisheit gelten, verehrter Herr MartinM.</p>
<p>Es bedarf allerdings keiner intimen Kennerschaft der nautischen Fachterminologie, um festzustellen, daß im Deutschen gerne Lehnwörter verwendet werden, die dabei eine ganz andere Bedeutung bekommen, als die Originalvokabel. Denken Sie nur an &#8220;Beamer&#8221; (BMW), &#8220;Barkeeper&#8221; (Wirt) oder &#8220;Public Viewing&#8221; (Aufbarung).</p>
<p>Nun muß ich aber die Klüsen dichtmachen und wünsche immer eine handbreit Wasser unterm Kiel.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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