In Diplomatensprache

Wer die Debatte der UN zur Situation in der Ukraine verfolgen will, kann das hier tun …

Mir hat die Antwort des britischen Präsidenten des Sicherheitsrates am besten gefallen (ab 1:05:30) … sinngemäß: der Konflikt, dessen humanitäre Folgen Russland hier lauthals beklagt, wird von Russland selbst betrieben (‚… is fueled by Russia …‘).

Den Beitrag des russischen Gesandten fasst dieser Kommentator bei ‚reddit‘ ganz gut zusammen:

„We, the Russians, must save the suffering Russians, who are currently led by Russians, from catastrophic effects caused by Russians. We must do this by sending Russians to make them all Russians, especially the Russians.“

Jedenfalls haben sie vor der UN einen gigantischen Bauchklatscher hingelegt. Aber die ganze Show soll ja wohl auch nur dazu dienen, uns den kommenden Einmarsch als ‚Peace-Keeping-Mission‘ zu verkaufen – sie hätten sich ja um ein UN-Mandat bemüht. Und alle ‚Truther‘ schreien wieder mal ‚Yeah!‘ …

Apropos – die Novorossija-Pläne sind wesentlich älter als der Euromaidan, der wird heute nur vorgeschoben. Diese Pläne reichen mindestens zurück bis ins Jahr 2009:

„Separatists openly declared their own purposes long before Euromaidan. Here, for example, is the map placed by them on the web at the very beginning of 2013. Thus, it becomes clear that the cause of the uprising in Donbas was not Euromaidan, as the separatists say, but the continuous subversive activities [funded] by money from the Russian Federation, which have been conducted over the past 7-8 years.“

Derweil werden die Beschuldigungen immer abenteuerlicher. Ich meine, gehört zu haben, Slowiansk sei seit Wochen ‚desperadofrei‘ – und zuvor auch nie bombardiert worden. Strelkov ist damals schlicht getürmt. Wie sollte also ein Ermittlerteam des Kreml dort solche Bodenproben genommen haben? Vermutlich haben sie sich ein wenig Erde aus Tschetschenien eingeflogen …

„Unterdessen warf die russische Regierung Kiew erneut den Einsatz von Phosphorbomben gegen Zivilisten vor. „Eine Bodenprobe hat ergeben, dass die Armee in der Nähe von Slawjansk die verbotenen Brandgeschosse verwendet hat“, sagte der Sprecher der russischen Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge in Moskau.“

Das Schöne an diesen Tartarenmeldungen ist ja, dass man nur die Lampe des gesunden Menschenverstandes einschalten muss, und schon verfliegt der Spuk … und boah!, die Desperados haben jetzt auch eine Marine und können ukrainische Grenzposten von See aus angreifen. Russland sagt, dass es sich bei den Kriegsschiffen um Modelle handelt, wie man sie in jedem besseren ukrainischen Supermarkt bekäme.

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