Die FDP fremdelt

16. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Wenn das so weitergeht, dann kann das … den Sieg bei der Landtagswahl kosten … Egal wo wir mit den Bürgern diskutieren – es geht um Sitte, Anstand und Moral”, sagte Kubicki.

Wir schließen daraus messerscharf: Der organisierte Liberalismus kennt semantische Wiesen und Felder, wo ihm das Gras einfach nicht schmecken will. Und kaum denken einige an “Ethik”, sind wieder tausend liberale Wählerstimmen futsch …

Mit Anstand und Würde?

15. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Der Bundestagspräsident wäre gut beraten, mit Anstand und Würde den Hut zu nehmen und das Schloss Bellevue zu verlassen”, sagte [der Bundestagsabgeordnete] Wellmann [CDU].” Mal abgesehen davon, dass der ‘Bundestagspräsident’ nicht in diesem Schloss residiert – unser naseweiser Antizipator sollte von Menschen, die schon gebeutelt genug sind, keine Dinge verlangen, die faktisch seit Tagen nicht mehr möglich sind: Der Mann wird das Schloss Bellevue mit einem lebenslangen Ehrensold verlassen, aber unter keinen denkbaren Umständen mit Anstand und Würde. Hüte trägt er auch nicht …

Alles nur relativ!

14. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Klar – entschuldigen lässt sich sprachlich vieles, auch gewaltsam, wie hier durch Thomas Fricke von der FTD. Wie’s dann rüberkommt, ob skurril oder staatsmännisch, das wiederum ist eine andere Frage:

“Um eins vorwegzunehmen: Dieser Bundespräsident ist eine ziemliche Null. Was er gemacht hat, ist blöd. Klar, auch die Salamitaktik. Und viel Schlaues hat er auch nicht gesagt, erst recht nicht zur Krise. Ein Ausfall. Trotzdem …”

Dieses “trotzdem”, das wie eine Narrenschelle am Text baumelt, hat einfach Klasse. Was mache das schon, wenn unser Staatsoberhaupt eine blöde Null und ein Totalausfall sei, argumentiert hier unser Krawallrelativierer. Der Schreiber macht zunächst dem desolaten öffentlichen Bild von Krischan, dem Leitwulff, Konzessionen bis zur Unterkante Oberlippe, um mittenmang plötzlich mit Blaulicht und quietschenden Reifen eine argumentative Schleuderkehre zu vollführen – nach diesem Muster:

“Nero war ein Sadist und Quartalsirrer – klar! Er massakrierte seine Familie, schrieb schlechte Gedichte, verachtete die Menschen und fackelte im Wahn die ganze Stadt Rom ab. Trotzdem …”

Wer will, darf das Muster gern mal mit Dieter Bohlen, Jossip Stalin, Dschingis Khan, Lothar Matthäus oder Hans-Olaf Henkel erproben …

Köppels kleine Welt

13. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Der Kampfjournalismus der «Weltwoche» schafft dabei eine radikale Reduktion von Komplexität, indem konsequent personalisierte Feinde als charakterlich defizitäre Verschwörer, Versager oder Gauner beschrieben werden. Positive Resonanz erhalten nur diejenigen, die die Welt ebenso strikt aufteilen, negative Resonanz all jene, die dies nicht tun. Diese Aufteilung basiert auf einem einfachen Spannungskreuz: unten (das Volk) versus oben (die Elite, die «classe politique») sowie zugehörig versus fremd. Wie die Fremden gehören auch die Eliten nicht zum Volk, das per se das Gute verkörpert.”

Kurzum – eine Ideologie so schlicht wie ein Schweizerkreuz …

Vergleichsweise

13. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Wer an deregulierte Märkte glaubt, der glaubt auch daran, dass der Straßenverkehr ohne Verkehrszeichen besser funktionieren würde.

Unmöglich zu entschuldigen

12. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Er entschuldige sich, sagt unser Bundespräsident. Es wäre ja schön, wenn’s so einfach ginge. Die Ent-Schuldigung, also die Befreiung von der Schuld, die kann er aber nicht an sich selbst vornehmen, als Methode wäre das ein allzu billiger Ausweg. Er steht schließlich nicht vor einem Spiegel, die Entschuldigung ist kein Akt der Autoreflexion. Nur die Bevölkerung oder das Publikum könnte ihn entschuldigen, nicht er sich selbst. Insofern ist unser eingefahrener Sprachgebrauch – “ICH entschuldige MICH!” – nur Teil des großen Verbal-Bullshits, der uns täglich umschwappt.

Lieblingsgäste

11. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Gespannt bin ich jetzt, ob unsere Talkshow-Gewaltigen den strengduftenden Herrn Roger Köppel immer noch so gern einladen werden: «Nach dem Fall Hildebrand muss ich sagen, dass ich zu naiv war. Das [was die 'Weltwoche' betreibt] hat mit Journalismus nichts mehr zu tun.»

Scheininnovation

11. Januar 2012 von Klaus Jarchow

So heißt im Pharmabereich die Methode, einen Ladenhüter in leicht veränderter Verpackung als ‘dernier cri’ anzupreisen, um satte Windfall-Renditen weiterhin einzustreichen. Ähnlich geht jetzt der Cicero vor, wenn er uns das ‘Wachstum’ als NEUE und brandheiße liberale Leitidee andienern will, so als ob die Liberallas nicht seit Jahrzehnten schon an den Fetisch Wachstum so fest glauben, wie der Katholik an die Jungfrauengeburt:

“FDP-Parteichef Philipp Rösler kann die neue liberale Leitidee „Wachstum“ nicht richtig verkaufen.”

Das Problem liegt doch wohl eher darin, dass noch nicht einmal ein Weizsäcker oder ein Obama die ausgeleierte Wachstumsplatte den Bürgern als ‘neue’ Leitidee und als kommenden Hit verkaufen könnte …

Abgangszeugnis, 20??

11. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Er hat sich stets bemüht, den gestellten Anforderungen gerecht zu werden.”

Mailbox-Demo in Berlin:

10. Januar 2012 von Klaus Jarchow

Wir lassen uns nicht länger beschimpfen!”