Katholische Hasskappen
Freitag, 08. Juli 2011Hass und Christentum scheinen Gegensätze zu sein, sofern wir uns nur auf die Bergpredigt konzentrieren und 2000 Jahre Kirchengeschichte mal beiseite schieben. Zumeist erfreut uns der kirchliche Sprachgebrauch ja auch mit eher wolkig-flockigen Behauptungen, die von harmlosen Mäh-Schäfchen in Maximaldistanz zu jeder Lebenserfahrung aufgestellt werden:
Tschaja, und ewig kreist der Zielpunkt, oder so – oder zumindest so ähnlich. Si tacuisses … oder wer vom Unsagbaren redet.
Andererseits hat auch das Christentum noch immer seine Taliban. Da gibt es beispielsweise eine verwirrte Gruppe von katholischen Fundamentalisten, die – ausweislich des Impressums – “hauptberuflich im kirchlichen Dienst tätig sind”. Deren Sprachgebrauch bölkt uns seine Weisheiten höchst evangeliumsfern auf den Bildschirm: Unentwegt gehen da beim “Baby-Holocaust” die “Widernatürlichen” und “Protestunten” auf “Behindertenjagd” – und das sind fast noch die sanftmütigsten Vokabeln. Unnötig zu erwähnen, dass diese Gebenedeiten weit hinter das Zweite Vatikanische Konzil zurückgefallen sind: Es handelt sich um die radikalisierte Gefolgschaft der Pius-Brüder, die bekanntlich unter dem Banner der katholischen Kirche unbehelligt Kurs auf ihr Himmelhochhausen setzen dürfen.
Judenhass, Homophobie, Exorzismusglaube – mit einem Wort: tiefstes Mittelalter bestimmt das Denken dieser Figuren, die nahezu zwanghaft ständig zu NS-Vergleichen greifen müssen. Der Wortschatz solcher Maulchristen beschreibt eine Welt, wie sie nirgendwo anders als in verwirrten Köpfen existiert, schon gar nicht im großen Konsensraum des Christentums. Auch gilt die Regel: Je kleiner die Sekte, desto kleiner der Wortschatz:
Homo hier, Homo da – die Welt ist voll selbsterschaffener Teufel. Und auch die Mädels von der Bubi-Drück-Mich-Front dürften nicht wie die Roboter ‘auf Knopfdruck’, sondern höchst gern und freiwillig zum GröSchwaZ gereist sein, nach dem jedenfalls, was man so hört. Obwohl ich kein ausgewiesener Experte für psychopathologische Fälle bin, scheint mir eins klar: Wer sprachlich derart fixiert aufs ‘Widernatürliche’ ist, der muss tief in seiner Brust wohl die christliche Hassliebe entdeckt haben …