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Stromlinienform nicht rentabel

Dienstag, 10. Juni 2014

Es war ja klar: Wer gläubig immer nur das erfüllt, was die Altvorderen an genormter ‘Leistung’ erwarten, der trampelt nur längst ausgelatschte Pantoffeln noch ein wenig platter. Innovation ist von ihm nicht mehr zu erwarten. Selbst dann, wenn er sich mit seinem ‘Harvard-Abschluss’ schon vor dem Berufseinstieg unweigerlich als Elite zu fühlen gedenkt. Irgendwann merken eben auch Personalvorstände, dass sich flutschige Figuren auf Dauer nicht rechnen. Mein Tipp: Statt Hayek in Harvard lieber Keilschriftkunde in Sofia studieren – um dann irgendwann an der Wallstreet ganz groß rauszukommen:

“Eine neue Studie zeigt: Die Karrierechancen der Elitestudenten sind schlechter geworden.”

Diesen klandestinen Karriere-Tipp erteilte ich noch gratis und franko. Wer seine Zukunft noch rationaler gestalten will, der möge im Sommer-Sonderangebot meinen Newsletter ‘Der gewundene Weg’ für 3.299 USD im Jahr abonnieren.

Seriöser Stil

Sonntag, 04. Januar 2009

Wenn mein Vater einen Text als ‘unseriös’ einstufte, dann waren die ‘seriösen Quellen’, die er stattdessen einforderte, allemal diejenigen, die seiner Meinung entsprachen. Der Spiegel war also per se unseriös – und die FAZ seriös. Denn die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die konnte er ‘ernst’ nehmen – die ‘linke Kampfpresse’ rund um den Spiegel dagegen nicht. Vom lateinischen Wörtchen ‘seriosus’ für ‘ernst’ leitet sich dieser Begriff ‘Seriosität’ auch ab.

‘Unseriös’ waren meinem Vater aber auch Haustürvertreter, Politiker, Gewerkschaftler und Rechtsanwälte ohne Notarstitel, dazu alle Verträge, die mehr als eine Seite Kleingedrucktes benötigten, amerikanische ‘Negermusik’, italienische Autos, die Katholiken und vieles mehr. Seriosität meinte für ihn immer auch das Bewährte und das Bekannte, die Grenze verlief entlang seiner Vorurteilsstruktur – und gerade diese Bedeutungsebene führt uns näher heran an das Phänomen eines seriösen Stils.

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