Suff und Story
Freitag, 03. Juli 2009Wer schreibt, der säuft – zumindest in einer unübersehbaren Zahl von Fällen. Die Reihe großer Schreiber, die dem Alkohol in leberschädigendem Ausmaß zusprachen, ist so lang, dass es schwer ist, hier noch von Zufall zu sprechen. Die Enthemmung des Schreibhandelns durch den Schnaps, der literarische Zwang zur Selbstentblößung, die ewige Angst vor dem Kreativitätsverlust – dies alles und noch viel mehr spielen in der Literaturproduktion eine überragende Rolle. So dass der Griff zur tröstenden Flasche nahe liegt …
Mir fallen hier aus dem Stand überhaupt nur zwei namhafte deutsche Autoren ein, die ich unbesehen zu den Abstinenzlern zählen würde: Hermann Hesse und Thomas Mann, beides auch eher ein Trockengemüse des Lesevergnügens. Denn natürlich wächst mit dem Promillegrad auch die Neigung zu Sarkasmus, Spott, Ironie und bösartigen Wortspielen, die den Leser dann wiederum höchlichst erfreuen.