Artikel mit ‘Marketing’ getagged

Tschäneräjschen Applohd

Freitag, 10. Juli 2009

Thomas Knüwer verdanke ich den Hinweis auf dieses schöne Stück Mozzarella-Prosa aus dem Hause Vodafone, verfasst für ein Corporate-Blog von einem veritablen Blogger namens ggründgens, der als Marken-Chef auch tatsächlich so klingt wie aus des seligen Gustav Gründgens’ Zeiten überkommen. Dieses Blog ‘bloggish’ zu nennen, wäre sicherlich eine maßlose Übertreibung, trotzdem, auch solches Kleinvieh macht Mist – schmücken wir uns also diesen Text ein wenig mit der Zierpetersilie des fortlaufenden inneren Leserkommentars aus:

Endlich ist es soweit [Ich konnte es auch kaum noch erwarten!]. Die neue Vodafone-Markenkampagne [wie war denn die alte?] startet diese Woche [doch schon?], mit der wir national [international würde man sich auch eher schlapplachen] die „Generation Upload“ ansprechen [It's a new generation, with a new explanation, it's - huh! - people in motion]. Doch wer ist das eigentlich, die „Generation Upload“? Die Antwort ist denkbar einfach: Du bist die „Generation Upload“ [Opa, Enkel, Müllers Kuh, mittendrin natürlich du - ]. Warum? Weil alles, was Du startest, heute die Welt bewegen kann! [Kausalität ist nämlich Glückssache, oder das Eintippen einer Rufnummer in Wanne-Eickel kann einen Vulkanausbruch in Honolulu auslösen]

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Ewig dudelt das Modul

Mittwoch, 27. Mai 2009

Was dieses allgegenwärtige Wort ‚Modul’ eigentlich sei, wenn man sich darunter wirklich mal etwas vorstellen wolle, das verlangte ein Freund gestern zu wissen. Wir wälzten also diverse Nachschlagewerke und googelten uns dumm und dämlich, um zum Resultat zu kommen, dass es sich wohl um ‚ein kleines Irgendwas’ oder ein ‚Schrumpf-Dingsda’ handeln müsse. Auch ‘Baustein’ wäre eine halbwegs akzeptable Übersetzung.

Beim Wort ‘Modul’ handelt es sich um eine Ableitung vom lateinischen ‚Modus’, dem ‚Maß’, dem ‚Maßstab’, der ‚Art’ oder der ‚Weise’. ‚Modulus’ wäre dazu die lateinische Verkleinerungsform, ein ‚Ärtchen’, ein ‚Mäßlein’ oder eine ‚Klein-Weise’ gewissermaßen. Ein ‚Homo moduli bipedalis’ war bei den Sandalenträgern der Antike bspw. ein ‚Männchen von zwei Fuß Größe’.

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Bei Willi Wichtig unterm Sofa …

Sonntag, 22. März 2009

Ich weiß auch nicht, woher ich’s weiß, dass es sich wohl um ein Willi-Wichtig-Treffen handeln muss, wenn der beworbene Rummel ‘Future of Communication‘ heißt. Es könnte an diesem hölzernen Englisch liegen, das immer mehr nach der Bizziniss-School klingt als nach dem Normalnull des gewöhnlichen Erdenbewohners, oder es ist die Zierpetersilie dieser exquisiten Wortgarnitur … jedenfalls ist der innere Kommentar dann, wenn’s zu unbarmherzig an den Nerven des Lesers zerrt, eine gute Einübung für jede Kritik. Auch dann, wenn dieser Kommentar eigentlich noch nicht druckreif ist. Sei’s drum.

Denn mit gehaltvollem Stoff umzugehen, so, wie er uns allzu oft aus Marketing-Abteilungen, aus Unternehmensberatungen und Trendbüros entgegenschwappt, dazu gehört ein starker Magen. Hier eine mögliche Kombination aus einem solchen Intro-Text und der daraus folgenden abwehrstimulierenden Mentalsekretion, die ich in eckigen Klammern einfügte. Zur Illustration des Vorgangs der ‘allmählichen Gedankenverfertigung’ habe ich diesen verborgenen Vorgang als Paralleltext einfach hier mal offen gelegt, denn beim Lesen treffen immer zwei Personen aufeinander. Daher gibt es auch unausweichlich diesen Dialog, nur meistens achten wir nicht darauf:

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Bullshit macht selten fit

Mittwoch, 04. Februar 2009

Wenn jemand aus Gründen der Angeberei so redet oder schreibt, wie es kein normaler Mensch jemals tun würde, dann haben wir es bekanntlich mit dem berüchtigten “Bullshit” zu tun, dem Sich-um-Kopf-und-Kragen-Reden. Da dieser Bullshit wiederum den Gesetzen der Mode unterliegt, deshalb können ganze Unternehmensbesatzungen, die zur Teilnahme an obskuren Jubel-Meetings verurteilt wurden, mit dem genormten Trend-Wortschatz ihrer Vorgesetzten “Bullshit-Bingo” spielen. Die Teilnehmer streichen einfach aus den “Buzz Words” des “Keynote Speakers” alle diejenigen Begriffe heraus, die von einem solchen Effekthascher auch zu erwarten waren, weil sie schlicht unverständlich, hohl oder für zwei Monate trendy sind. Wer zuerst auf seinem Zettel eine festgesetzte Anzahl dieser Begriffe ankreuzen durfte, darf laut “Bingo!” rufen, auch wenn der sabbelnde Trend-Junkie diesen Zwischenruf noch als Lob für sich betrachten wird.

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Diese Figuren …

Donnerstag, 04. Dezember 2008

die einfach nicht reden können, aber berufsbedingt trotzdem notdürftig dahersabbeln müssen, die sind für mich das Problem, nicht aber das Denglishe. Das hängt ihnen nur an, wie dem Pavian der rote Mors. Trotzdem ist der rote Mors nicht der Pavian:

Marketing-Geschöpfe quasseln sich um Kopf und Kragen

Stiebitzt beim ‘Spiegelfechter’.