Artikel mit ‘Medienwandel’ getagged

Augenlos in Blabla

Montag, 30. Januar 2012

Aus dem Wahlkreis Krähfeld kommt er, der Mann, der für die Unionsfraktion in der Enquetekommission “Internet und Digitale Gesellschaft” sitzt. Unser Ansgar Heveling führt dort den Beweis, dass ein konservativer Politiker alles halbwegs können muss – nur Ahnung von der Materie darf er keinesfalls haben. Schließlich müssen seine Verlautbarungen stets flutschig und ideologiekompatibel bleiben. Zu viel Wissen ist da nur hinderlich. Parteipolitisch ist es vor allem wichtig, überall ‘Kommunisten’ zu wittern, in diesem Fall sogar ‘Maoisten’. Die hausen heutzutage bekanntlich jenseits der digitalen Grenze, in einem düsteren Land Mordor, wo kein braver Hobbit mehr seines Lebens sicher sein kann.

Der Mann, dessen geistfernes Aussehen dem des neuen FDP-Generalsekretärs verblüffend gleicht, wird derzeit im Netz kübelweise mit Hohn und Spott übershittet – in diesem Fall unter dem Hashtag ‘hevelingfacts’. Aber nicht etwa deshalb, weil das Netz nun der Hort der Häme und des Hasses wäre, sondern weil die Einlassungen dieses analogen Auenländers im seligen Angedenken an Loriot längst ein nahezu Lottermann’sches Format gewonnen haben. Hier ein wenig O-Ton des Mannes, der es schaffte, sich mit einem einzigen Text zum Running Gag der Netzwelt zu machen, denn er schuf nun mal ungewollt den mit Abstand lustigsten Text über Netzpolitik. Von nun an dürfte der Mann nur noch zum Comedian taugen, für Internet-Themen ist er ähnlich verbrannt wie Krischan Wulff für Antikorruptions-Appelle:

“Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht!”

Tscha, immerhin – diese digitalen Horden sollen irgendwann wohl wieder abziehen, und auch nach Ansgars digitaler Apokalypse scheint weiterhin die Sonne am Himmel zu stehen. Also, Bürger, wer meldet sich freiwillig, um mit den Hevelingern in ihrem Gazastreifen auf Netzpatrouille zu ziehen?

Mitten im Shitstorm

Nachtrag – wenigstens steht er zu seiner zweiten Karriere als ‘Heinz Erhard des Internet’: “Ich würde meinen Gastbeitrag wieder genau so schreiben und veröffentlichen”, sagt Ansgar Heveling.

Neues aus Waldhagen

Sonntag, 29. Januar 2012

Opa Wolf Schneider, der unvermeidlichste aller Print-Dinos, hat sich mit seinen tiefschürfenden Erkenntnissen wieder mal zu Wort gemeldet. Diesmal in einem Handbuch, das sich an angehende Journalisten richten wird. Die erfahren dort u.a. folgendes:

“Die Fülle von Informationen [im Internet] verführt dazu, sich nur nützliche Nachrichten zeigen zu lassen.”

Aha! – Ich will verrecken, wenn ich verstehe, was daran ‘erschröcklich’ sein sollte, ‘Nützlichkeit’ ist schließlich ein dehnbarer Begriff. Aber egal, das Internet bleibt für unsere Cro-Magnon-Menschen im Journalismus nun mal der immerwährende Hort des Bösen:

“Das Internet gaukelt den Menschen vor, sie könnten alles erfahren, billig und schön. Doch sie erkennen nicht, was wahr ist und was falsch, sie kennen die Interessen nicht hinter der Auswahl, sie kapitulieren vor der schieren Fülle und langweilen sich über unattraktive Präsentationen mit flauen Bildern und irritierender Werbung. Die meisten Bürger haben weder Zeit noch Lust, stundenlang nach der Wahrheit zu suchen.”

Diese Erkenntnisse ebenso erkenntnisfördernd wie mephistotelisch mal ‘im Umkehrschluss’ formuliert:

“Der Holzjournalismus vermittelt den Menschen hingegen das Faktum, dass sie eben nicht alles erfahren können. Darüber hinaus wird’s allemal teuer und hässlich. Nur mit Hilfe eines ausgebildeten Steinzeitjournalisten lernen sie zu scheiden, was wahr ist und was falsch, nur mit ihm sehen sie die Interessen hinter der Auswahl, auch müssen sie angesichts der beschränkten Spaltenzahl in einem solchen Altmedium nicht länger vor der Überfülle kapitulieren, und sie können dort angeblich - öhem! - unentwegt und angeregt attraktive Präsentationen mit ganz tollen Bildern und ohne jede Werbung betrachten. Denn die meisten Bürger, unselbständig wie sie sind, haben weder Zeit noch Lust, stundenlang selbst nach der Wahrheit zu suchen, weshalb unser altjournalistisches Angebot ihnen das mühsame Selbstdenken abnimmt.” Oder so ähnlich …

Mein Gott, was für eine Horde zukunftsunfähiger und vernagelter Studienabgänger würde dort denn heranwachsen, hielten die sich an dieses Schneider’sche Lehrbuch? Da bleibt mir nur – in Abwandlung von Richard Dehmel – dieser Merkvers als Empfehlung für angehende Journalisten: “Wenn dein alter Opa spricht – glaub’ ihm nicht, glaub’ ihm nicht!

Nachtrag: Der Große Gute Wolf hat jetzt auf die Anwürfe der drei kleinen Schweinchen geantwortet – das sind natürlich alles Kommunisten, außer Pappi: “Es gibt eine Clique von Altlinken, die mich [= Wolf Schneider, den Großen] seit Jahrzehnten nicht leiden können, dann gibt es die Durchgefallenen bei der Henri-Nannen-Journalistenschule.”


Sic!

Mittwoch, 04. Januar 2012

Das ist, glaub’ ich, oft das Problem: Journalisten und Politiker verwechseln unmoderierte prollige Leserkommentare mit “dem Internet”.

Und wenn ihr höchsteigener, journalistischer Online-Auftritt nur noch mit der Klobürste bewaffnet zu betreten ist, dann schreien sie: “Da kann man doch mal sehen – so ist das Netz!”. Dabei ist dieses krakeelende Publikum Fleisch von ihrem Fleische, das auf den Petrischalen gewisser Presseerzeugnisse ungestört wuchern durfte …

Satire trifft Realität

Sonntag, 01. Januar 2012

Nur die Schreiber, die von der ‘Titanic’ und anderen Hochburgen des Qualitätsjournalismus kommen, treffen medienanalytisch noch den Punkt:

“Dass Deutschland, wie ich eben im Online-„Spiegel“ lese, zum Billiglohnland verkomme, in dem nicht nur ostdeutsche Friseurinnen, sondern auch westdeutsche Bäcker mit weniger als acht Stundeneuro auszukommen haben, hat der Print-„Spiegel“, wenn mich nicht alles täuscht, 15 Jahre lang ausdauernd als reformerische Notwendigkeit bekräht; und jetzt haben die Bäcker, Friseure und alle, die von ihren Löhnen nur eben so durch den Monat kommen (und an Rente nix zu erwarten haben), nicht nur den Schaden, sondern auch noch die Spottgeburt einer Presse auszuhalten, die das, was sie selbst angerichtet hat, noch als Skandal verkauft.”

Vergangen, vergessen, vorüber … dieser alte Trost des schnellfertigen Tagesjournalismus funktioniert nicht mehr so zuverlässig wie Anno Dunnemals im Print 1.0. Und solche langen Sätze waren damals auch noch nicht erlaubt …

Journalistische Perfidie

Montag, 26. Dezember 2011

Selten wohl gab es eine solche journalistische Treibjagd wie diejenige, die derzeit dem Bundespräsidenten dicht auf den Fersen sitzt – die Welle hat sich, glaubt man den Schlagzeilen, noch längst nicht totgelaufen:

“Aus dieser Nummer kommt Wulff nicht mehr raus.”

“Warum den Bundespräsidenten niemand mehr kaufen würde.” Usw., usf.

Das sind nur zwei Headlines von vielen, die derzeit aktuell auf journalismusbetriebenen Online-Repräsentanzen zu finden sind. Einigen Journalisten wird es längst unbehaglich beim allgemeinen Wulff-Bashing, sie werfen dem eigenen Berufsstand schlicht Perfidie vor.

Richtig perfide wird das mediale Aufschäumen allerdings erst dann, wenn im großen Ballyhoo dieser Altmedien ein Journalist zum Weißwäscher wird, sein ‘Haltet den Dieb!’ blökt und es unternimmt, professionelle Fehlleistungen und Überschusshandlungen des eigenen Berufsstandes dem verhassten Internet in die Schuhe zu schieben, den verachteten Bloggern und dem anderen Gesindel. So wie dies der Christoph Seils tut, im ‘Cicero’, dem Fachmagazin für das konservativ gestylte Vorurteil:

“Sieht man von einigen wenigen Grenzübertretungen ab, dann haben sich die traditionellen Medien in der Berichterstattung der letzten Tage über Christian Wulff … im Großen und Ganzen an die journalistischen Regeln … gehalten. Nur im Internet scheinen diese Regeln nicht zu gelten. Dort kursieren über Christian Wulff und seine Freunde, sein Privatvermögen und über sein Privatleben die wildesten Gerüchte und Viertelwahrheiten. Nichts ist bewiesen, manches erstunken und erlogen. Einige anonyme Blogger kennen dabei kein Tabu mehr, für sie scheinen weder die Regeln des Anstands noch das Presserecht zu gelten.”

Tscha, wie blind darf sich ein schreibendes Wesen eigentlich stellen? Natürlich geht’s bei der Seilschen Suada ohne jeden Beleg oder eine Verlinkung ab. Fundstellen dürften auch rar gesät sein, denn im Netz ist doch eher der Aufruf zur Besonnenheit daheim, so wie im Blog von Wolfgang Michal, der dort eine zumindest bedenkenswerte These aufstellt:

“Nicht die Blogger und Twitterer haben sich den Leitmedien angepasst, sondern die Leitmedien den Bloggern und Twitterern. Herausgefordert durch deren kräftige (oft populistische) Sprache, greifen nun auch etablierte Medien immer häufiger zu drastischen Begriffen und Vergleichen, fordern eilends Rücktritte und rigorose Konsequenzen, und zelebrieren die unfreiwilligen Abgänge aus dem öffentlichen Leben als reinigende Buß- und Sühneopfer fürs Volk.”

Als Kette von Folge und Wirkung gesehen halte ich diese These zwar ebenfalls für tendenziös, denn es ist die Kommerzialisierung der Altmedien, wo die Betriebswirtschaftslehre längst die Artikel diktiert, was diese Radikalisierung und Boulevardisierung bewirkt. Zumindest aber schlägt Wolfgang Michal nicht den präsidialen Sack, wo er den journalistischen Esel meint. Das große Medienspektakel ‘Die Meute jagt den Wulff’, das findet derzeit vor allem im Print statt – dort, wo man auf Auflage schielt und die Umsätze mehr als seine Sätze zu achten hat.

Vom Verlag zum Portfolio

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Thomas Düffert: “Wir werden die Konzerngröße natürlich nutzen, um Prozesse weiter zu vereinheitlichen und zu optimieren, die Effizienz zu steigern, aber auch um Produkte und Geschäftsmodelle auf den Gesamtkonzern auszurollen.” (Wir werden unsere publizistische Einheitssoße dem Massengeschmack entsprechend abschmecken …)

Siegfried Jacobsohn: “Normaliter sollten auf die erste Seite 46, auf die drei folgenden je 47 Zeilen kommen. Aber auf die erste können auch 45 und 44, auf die zweite und dritte auch 46, auf die vierte noch weniger kommen. Zuwenig Text schadet also fast nie. … Ist der Artikel mehr als vier Seiten lang, haben Sie plein pissoir zu streichen.” (Der Mann kam vom Handwerk, er trug noch eine Uhrmacherlupe beim Verlagsgeschäft …)

Thomas Düffert: “So mancher Artikel ist zu weit weg vom Leser geschrieben, manches Foto ist ohne Aussagekraft. Unsere Zeitungen im Berliner Format sind im Mantel zu textlastig. Ich denke, wir können hier und da besser werden. Und gerade dafür brauchen die Redaktionen Freiraum. Den bekommen sie nicht, wenn jeder einzelne Titel versucht, den Mantel mit eigenen begrenzten Bordmitteln und Kapazitäten zu füllen.” (Freiraum gibt’s also nur dann, wenn weniger Leute weniger schreiben müssen …)

Siegfried Jabobsohn: “Doch nicht diese griesgraue Abstraktheit! Konkretheit, Anschaulichkeit, ein bißchen Augenblicklichkeit! Ströbels Artikel ist der einzige, der halbwegs noch mit dem Tage oder der Woche zusammenhängt: den darf man wirklich nicht durch einen schlechten Titel meucheln.” (Der Mann las noch, was er drucken ließ …)

Thomas Düffert:“Wir haben so viele gute Journalisten im Konzern. Warum sollten denn nicht einige davon für mehrere Titel schreiben?” (Damit man vielleicht nicht mehr ganz so viele gute Journalisten auf den Gehaltslisten führen muss?)

Siegfried Jacobsohn: “Ja, was wollen Sie denn sonst für den Rest Ihres Lebens tun, als in einer Vierzimmer-Wohnung Feuilletons schmieren? In einer Zweizimmer-Wohnung? Wir zwei Beide sehen uns noch im Zuchthaus wieder. Dann besuchen wir uns immer hübsch umschichtig.” (Gewissermaßen gingen Verleger und Schreiber damals noch Arm in Arm, und sei’s in den Knast …)

Thomas Düffert: “Wir [haben] auch Titel im Portfolio, bei denen eine Weiterentwicklung vonnöten ist. Aber dieses Problem ist erkannt, und wir arbeiten daran.” (Weiterentwicklung meint hier doch wohl eher Abwicklung …)

Siegfried Jacobsohn: “Wir wollen weniger (von Mitarbeitern) erhoben und desto mehr (von Kohlköppen) gelesen sein.” (In dem Punkt glichen sich die Ziele, nur die Mittel haben sich verändert …)

Alle Jacobsohn-Zitate aus dem Band: Briefe an Kurt Tucholsky 1915 – 1926

Die Ahnungslosen

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Zeige mir die Bilder, die du gebrauchst, und ich sehe die Welt, in der du lebst. Da wählt sich die Kommission für Jugendmedienschutz also einen neuen Vorsitzenden, Schneiders Siegfried nämlich, der jetzt als Drachentöter gegen den Medienwandel zu Felde ziehen soll:

„Kinder und Jugendliche sollen von den Chancen der neuen Medien profitieren können. Deshalb brauchen wir – allem voran für den Abenteuerspielplatz Internet – wirksame Schutzmechanismen und Regeln, an die sich Anbieter halten müssen.“

Wem es gelingt, als erste Amtshandlung einen fundamentalen Medienwandlungsprozess zu einem ‘Abenteuerspielplatz’ umzudeklarieren, der sieht sicherlich auch an der Wall Street nur ‘die lustigen Strolche’ am Werk.

Diesem Schneider sei Folgendes gesagt: Vor seinen toitschen “Schutzmechanismen” wird bspw. ein Unterleibskonzern wie youporn ganz gewisslich erzittern, daraufhin demutsvoll das Kreuz der Moral küssen, und nur noch züchtig bekleidete Maiden ins Netz hinein stellen. Anders und für Schneiderlinge klartextlicher ausgedrückt: Die jugendpolitische Aufgabe besteht künftig nicht länger darin, den Kinderchen die Hände vor die Augen zu schlagen, sobald etwas Pornografisches in ihr Blickfeld kommt, sondern sie schon von Kindheit an einen rationalen Umgang mit einer virtuellen Welt gefüllt auch mit frei verfügbarer Pornografie zu lehren. Die Geschichte von den Blümchen und dem Schmetterling wird da nicht mehr genügen. Auch auf einem solchen Gebiet erzwingt ein fundamentaler Medienwandel einen Wechsel von Paradigmen. Ich weiß, ich weiß, der Herr Pfarrer dort bei Ihnen im niederbayrischen Hintergschissingen hört das nicht gern …

via: netzpolitik.org

Walsroder Cross-Posting

Samstag, 05. November 2011

Weil’s mir sonst die Galle hochgetrieben hätte, habe ich diesen Artikel aus meiner ‘Sargnagelschmiede’ hier noch mal verhackstückt, auch deshalb, weil die örtliche Presse ihre Funktion auf Wunsch der Anzeigenabteilung in irgendeiner Grabbelkiste verlegt zu haben scheint:

In Walsrode, jenem unbekannten Heideort, wo ein unbekannter WK-I-Soldat als Hermann-Löns-Plagiat in jedem Jahr unter seinem Findling devotes Gelalle durch selbstgewisse Lodenträger unbekannter Provenienz ertragen muss, einen Sermon, für dessen dürftigen Inhalt sich ein Germanist im ersten Semester schämen müsste, dort darf ein Geschäftsmann nicht als jener mehr oder minder anonyme Rockerboss gelten, deren Schatzmeister er doch ist. Und deshalb war auch gestern die ‘taz’ in Walsrode komplett ausverkauft, wegen dieses Artikels, während in der ‘Walsroder Zeitung’, wo man mit dem örtlichen Geschäftsleben besonders eng verbandelt ist, nur allgemeines Geschwafel zum Thema stand: Unbekannte hätten aus unbekannten Gründen eine unbekannte Mülltonne angezündet, und wären dem unbekannten Reporter dann unbekannterweise entkommen …

Riecht stark nach Bockmist

Dienstag, 25. Oktober 2011

Wer argumentativ ebenso wöchentlich wie notorisch unterhalb jeder intellektuellen Satisfaktionslinie herumklempnert, wem zugleich, der Himmel weiß aus welchen Gründen, trotzdem ein großes und relevantes Forum geboten wird, der fühlt sich natürlich ungerecht verfolgt, sollte dem werten Publikum dieses geistige Unvermögen tatsächlich auch auffallen, wohl weil das seinem Bild vom Publikum widerspricht: “Meinungsfreiheit ist nicht jedermanns Sache. Das bekommt auch der Autor dieser Kolumne regelmäßig zu spüren, wenn er von Lesern für seinen Beitrag massiv im Forum angegriffen wird.” Stolz leckt sich der fast schon fäkal geehrte Autor in olfaktorischer Unempfindlichkeit dann jene invektiven Wunden, die größtenteils entstanden, weil eine große Zahl von Lesern einem Stinkstiefel auf die Zehen traten. Immerhin liefert mir dieser Sachverhalt den besten Beweis dafür, dass sich unser Volk medial doch nicht komplett und rückstandsfrei verblöden lässt …

Wie das Wie journalistisch wurde

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Das, was man einmal als “Leitmedien-journalismus” bezeichnet hat, ist passé. Wir setzen keine Agenda mehr – auch keine Agenda links der Mitte -, sondern schreiben höchstens noch ab von den Sitzungsprotokollen der anderen.

Journalismus ist heute ein Nacherzählen aus dritter Hand. Die Fakten sind dem Publikum längst bekannt, dann, wenn der Journalist um die Ecke gewackelt kommt. Wenn der ‘rasende Reporter’ Geschichte ist, kommt es auf die Qualität der Geschichte an, um einen Rest an Relevanz zu bewahren …