Nahezu alle Zeitungen machten gestern mit dieser oder einer ähnlichen Schlagzeile auf: “Börsenpanik vernichtet 2,5 Billionen Dollar.” – Nanu? Was war los?
Da gibt es also zahlreiche Unternehmen, die sich Stück für Stück und in ganz vielen Teilen (‘Aktien’) selbst an Spekulanten verhökert haben, weil die wiederum auf Dividende scharf waren. Diesen Unternehmenspapierchen (Sachwert etwa 2,5 US-Cent) wird auf Grund von Marktstellung, Patenten usw. ein gewisser zusätzlicher Wert zugeschrieben, der dann darüber entscheidet, wie reich der werte Anleger sich fühlt. So weit, so gut, so verständlich.
Nirgends aber sind plötzlich Billionen von Dollar geschreddert worden: Die Unternehmen produzieren heute weiterhin ihre Maschinchen, die Patente lagern gut verschlossen in den Tresoren, kein Fabrikgebäude ist abgebrannt, dem werten Anleger gehören noch immer unverändert die gleichen Bruchteile dieses Unternehmens. Das Einzige, was sich verändert hat, sind überkandidelte Ansichten von notorischen Zockern darüber, wie viel das wohl wert sein möge, was dort auf den Unternehmensgrundstücken herumsteht. Eine Blase aus illusionären Annahmen ist geplatzt, die heiße Luft ist raus, der Sachwert ist geblieben. Wir dürfen deshalb nicht annehmen, das in diesen ‘Bubbles’ jemals etwas ‘existiert’ hat, was jetzt ‘vernichtet’ worden sei. Einigen Zockern ist schlicht ihr Stapel aus Jetons geschrumpft. Letztlich war das alles doch nur Spielgeld … um mich für Journalisten verständlich auszudrücken: frei flottierendes Finanzkapital, ohne jeden produktiven Nutzen.
Gerade sehe ich, dass der Herr Lübberding das ähnlich sieht.