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Die öffentliche Meinung

Donnerstag, 21. März 2013

Alle Hunde, die ihren Hof bewachen, haben sie von der Kette losgelassen; alle hungrigen Zeitungsschreiber mußten ein Geschrei erheben, ehe man ihnen die Schüssel füllte, und dieses Gebell und Geschrei sollen das Konzert der öffentlichen Meinung bilden.”
Ludwig Börne: Briefe aus Paris, 70. Brief

So schön war Panama!

Mittwoch, 15. August 2012

Nochmals einige Absätze aus meinem Buch, weil’s so schön mit Stefan Niggemeiers ‘Rant’ von gestern zusammenpasst, mit der großen Lüge vom ‘Qualitätsjournalismus’ und mit noch so mancherlei, was die Mythenschmiede aus diversen PR-Schuppen uns derzeit auftischen möchten:

“… Miriam Meckel ist eine erfolgreiche Karrierefrau mit einer wechselvollen Biographie. Die Lehrerstochter startete als Redakteurin für den WDR, wechselte dann rasch als Moderatorin zu freien Fernsehsendern, um sich danach – ohne selbst Genossin zu sein – für die SPD zu engagieren. Sie wurde Regierungsprecherin unter Wolfgang Clement, also in jener wirtschaftsgenehmen Zone, wo die SPD von der Union kaum noch zu unterscheiden ist. 2005 folgte erwartungsgemäß der Ritterschlag der Wirtschaft: Sie wurde an die ökonomische Hochburg der Schweiz, an die Universität Sankt Gallen, als Professorin für Unternehmenskommunikation berufen. Die Partnerin der PR-Agentur Brunswick gibt dort und als Mitglied der Lobbygruppe ‚Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft‘ (INSM) ihr Wissen an Entscheidungsträger weiter.

Für die FAZ schrieb die Kommunikationsexpertin einen trostreichen Text über den Medienwandel[1]. Er erschien vermutlich deshalb unter dem Titel „In der Grotte der Erinnerung“, weil Miriam Meckel hier die unwiderrufliche Medialvergangenheit ein letztes Mal zu einem Zukunftsmodell verklären durfte. Zunächst aber malt sie uns den Teufel an die Wand:

„In der Medienzukunft gibt es keinen traditionellen Journalismus mehr. Stattdessen berichten Bürger für Bürger, indem sie ihre Lebenserfahrung und die Beobachtungen ihrer Lebenswelt im Netz veröffentlichen. Und wenn nicht eine Stiftung sich bereit erklärt, für Recherche zu bezahlen, dann beruht diese Bürgerberichterstattung auf nichts anderem als der permanenten Reproduktion und Neukombination von vorhandenen Informationen, wie sie im Netz längst üblich ist.“

Es ist der alte Vorwurf der Selbstreferentialität, des bloßen Recyclings von ‚Informationen‘ also, die hier konsequent und fern aller Wissenschaft als ‚Dinge‘ gedacht sind, während der wahre und schöpferische Journalismus doch jederzeit ganz neue Ereignisse aus dem Boden zu stampfen vermag, die dann wiederum in den Plapperbuden des Netzes endlos zerredet werden könnten. Da ich wiederum nicht glauben kann, dass Frau Meckel von neuen Kommunikationstheorien gänzlich unbeleckt ist, muss es sich wohl um eine Form von ‚Dummenfang‘ oder um Public Relations handeln. Und wirklich zeichnet sie das krude Bild einer medialen Hierarchie in der Nachfolge von Popper und Habermas – oben die hochweisen Mandarine, unten der orientierungsbedürftige Pöbel:

„Bislang ist es der Journalismus, der die Menschen mit Neuigkeiten aus der Welt versorgt, sie durch gut recherchierte und erzählte Geschichten interessiert und fasziniert. Das bringt zum Beispiel nicht nur dem Leser einer Tageszeitung oft ein Lesevergnügen, es sorgt auch für die soziale Synchronisation unserer Gesellschaft. Journalisten beobachten die Welt mit der Aufgabe und Zielsetzung, das Ergebnis ihrer Beobachtung professionell aufzubereiten und es als Nachricht, Bericht oder Reportage wieder in die Gesellschaft einzuspeisen. Diese Informationen machen es möglich, uns in einer komplexen Lebenswelt zu orientieren, uns der eigenen Zugehörigkeit zu dieser Welt zu vergewissern, indem wir uns aus einem Informations- und Themenfundus bedienen, der diese Komplexität reduziert und Momente der gesellschaftlichen Verständigung generiert.“

Das ist nichts als der altbewährte Mythos vom ‚modernen Qualitätsjournalismus‘, der heute die Rolle der Bibel oder der ‚Sinngebung‘ übernommen haben soll. Der Gegenbeweis zu solchen Schilderungen ist leicht zu führen. Besucht man zum Beispiel ‚rivva‘, eines der großen Aggregatorportale für das deutschsprachige Netz[2], dann bietet sich schlicht und zumeist ein anderes Bild: Der Löwenanteil der Themen wird im und aus dem Netz heraus generiert. Stunden später erst springen Altmedien gelegentlich auf ein solches netzgeneriertes Thema an. Platziert doch einmal ein prädigitales Medium ein Thema auf diesem Portal, dann heißen zumeist die ‚Blogs‘, die dann auf das Thema verlinken, ‚Focus online‘, ‚Welt online‘, ‚Zeit online‘ usw.

Die größte Selbstreferentialität wird also im altmedialen Bereich erzeugt, dort, wo die Journalisten unentwegt nur aufeinander Bezug nehmen, natürlich ohne Links zu setzen, wo das Rudel am ‚Newsdesk‘ ein- und dieselbe Geschichte immer wieder umschreiben darf. Das also wäre dieser ominöse ‚Qualitätsjournalismus‘, von dem Stefan Niggemeier jüngst – und natürlich im Netz – nachwies[3], dass dies im Kern nur ein Kampfbegriff der vereinigten Verlegerschaft ist, um ihr obskures Leistungsschutzrecht politisch durchzusetzen: Es handelt sich um Wortqualm also, um PR-Getöse …

Und exakt dies ist auch die Aufgabe, der Miriam Meckels Text mit hehren Worten dient. Ohne das Wort ‚Leistungsschutzrecht‘ auch nur zu erwähnen, weiß der Kundige sofort, welcher „materielle Gegenwert“ hier derzeit in Rede steht – es ist die aberwitzige ‚Google-Steuer‘, die Deutschlands Verleger der großen Suchmaschine auferlegen möchten, weil diese für ihre Produkte Werbung betreibt:

„Eine Gesellschaft, die ihre soziale Synchronisation durch Journalismus zur Liebhaberei erklärt, darf sich nicht wundern, wenn diese Liebhaberei auch nicht steuerlich abzugsfähig ist. Es reicht daher nicht, fortwährend über neue Geschäftsmodelle im Internet zu philosophieren und Werbeeinbrüche zu beklagen. Der Journalismus muss sein Überleben auch selbst in die Hand nehmen und für sich argumentieren. Er muss seine Kunden überzeugen, dass journalistische Qualität einen sozialen Wert hat, der wiederum eines materiellen Gegenwerts bedarf. Und dafür muss eine Gesellschaft bezahlen.“

Die ‚soziale Synchronisation‘ wäre in Miriam Meckels Augen also gefährdet, jene Habermas’sche Funktion der Massenmedien, eine ‚formierte Gesellschaft‘ zu schaffen, eine Welt, wo ‚die da oben‘ das Wort führen, und ‚die da unten‘ deren Ansichten hingebungsvoll zur Kenntnis nehmen. Man könnte auch sagen: Das politische Ziel des Qualitätsjournalismus wäre es demnach, eine blökende Herde von bloßen Medienkonsumenten zu schaffen, die als brave Mäh-Schafe das repetieren, was der Diskurs ihrer Eliten ihnen vorgibt – ob der nun in der INSM entsteht oder in der vereinigten Verlegerschaft. Die Zeiten ideologischer Überformung von materiellen Interessen sind allerdings vorbei – und sie kehren dank des Medienwandels auch nicht zurück. Auch nicht mit der großen Mythenmetzin Miriam Meckel. Die ‚Öffentlichkeit‘ strukturiert sich künftig mikromedial.


Publikum im Wandel

Samstag, 07. April 2012

Gleich zu Beginn seiner Erzählung ‘Viel Lärmen um Nichts’ stellt uns Joseph von Eichendorff das Publikum vor. Das wohnt in einem großen Schloss, während der Tross der Kreativen, bestehend aus Sängern, Musikern und Dichtern, an dieser Macht vorbeiziehen muss:

“Wem gehört der prächtige Pallast dort unten?” fragte Prinz Romano, auf dem schlanken Engländer nach seinen Begleitern zurückgewandt, indem sie so eben auf einer Höhe aus dem Walde hervorkamen und auf einmal eine weite reiche Tiefe vor sich erblickten. – “Dem Herrn Publikum!” erwiderte ein schöner Jüngling aus dem Gefolge. – “Wie! Also hier wohnt der wunderliche Kauz? kennst du ihn denn?” rief der Prinz verwundert aus. – “Nur dem Rufe nach”, entgegnete der Jüngling, sichtbar verwirrt und mit flüchtigem Erröten. …

“Göttliche Ironie des Reiselebens!” sagte der Prinz zu seinen Begleitern. “Wer von euch hätte nicht schon sattsam von diesem Publikum gehört, über ihn gelacht und sich geärgert? …”

Eichendorffs Landschaftsschilderungen sind eines der ältesten Prüfungsthemen in der Germanistik – hier mag es genügen, darauf hinzuweisen, dass seine daherzigeunernde Kunst sich nicht ohne Grund ‘auf den Höhen’ und ‘im Freien’ bewegt, während das Schloss des Publikums in der ‘Tiefe’, ‘dort unten’ auf flachbürgerlicher Ebene liegt. Materiell aber bleibt die Rangfolge klar: Dem Publikum gehört das Schloss, die Künstler reiten ihre Zossen und haben ansonsten leere Taschen und ‘frohen Mut’ zu haben.

Diese Passage fiel mir ein, als ich an das Urheberrechtsgebarme der heutigen ‘Kreativen’ dachte, die zu glauben scheinen, sie bekämen auch nur einen Cent mehr, träte morgen das Verlegerschutzabkommen ACTA in Kraft. Jene Leute, die sie dort genussvoll beschimpfen, das ist nämlich der heutige ‘Herr Publikum’. Bei den Jungen längst zu einhundert Prozent, und auch die Älteren sind schon überwiegend im Internet daheim, sehen wir mal von Rainer Brüderle, Hans-Olaf Henkel oder Oma Monsees ab.

Unaufhörlich wären all diese Publikümer dort dann damit beschäftigt, ranzige Tatort-Drehbücher raubzukopieren. Sie alle glichen “Lobbyisten toxischer Kräfte” (Frank A. Meyer), seien in “Lebenslügen gefangene Demagogen” (Tatort-Autoren), “Instant-Satisfaction suchende Wichser” (Volker Schlöndorff) voll “ökonomischer Ahnungslosigkeit” (Hans Magnus Enzensberger), oder gar “Diebe, die sich weigern, ihr nutzloses Dasein sinnvoll zu entwickeln” (Hans-Hermann Tiedje). Entweder muss sich also das Publikum tief ins Rotlichtmilieu hinein gewandelt haben – oder die Ansichten des fahrenden Volkes vom Publikum sind jenem in den Hakle-Bereich verrutscht.

Eichendorffs Text aus dem Jahre 1832 entstand zu einer Zeit, als auch in Deutschland die Raubdruckerei in voller Blüte stand. Trotzdem herrscht ein machtvolles Bild vom landbeherrschenden Publikum vor, der ‘Herr Publikum’ bei Eichendorff ist zwar ein reicher Spießer, aber kein Krimineller, obwohl auch er schon ‘Hehlerware’ gekauft haben dürfte.

Verglichen mit den Romantikern damals sind unsere ‘Kreativen’ in Stil, Duktus und Benehmen ziemlich abgesunken und auch eigentätig vollgestunken. Denn jene Leute, die dort ‘tief unten’ in den Schlössern und Bloghütten des Internet zu finden sind, das wäre nämlich ‘ihr Publikum’ heute – literat, gebildet, selbst schreibend. Mit dessen Austreibung dank verbaler Furzwettbewerbe sind sie gerade hingebungsvoll beschäftigt.

Zu diesem Zweck springen sie ihren Rezipienten mit dem Mors ins Gesicht. Schön blöd! Ich jedenfalls weiß, was ich mit dem nächsten Schlöndorff-Film, der nächsten Element-of-Crime-Scheibe mache: Gar net erst ignorieren …

Soweit es den Flohzirkusdirektor und Auslöser ‘vons Janze’ betrifft, weise ich ersatzweise auf diesen alten taz-Artikel hin …

Halböffentlich?

Dienstag, 31. August 2010

Die ersten Sätze entscheiden, ob ein journalistischer Text für mich überhaupt lesbar ist. Denn hier breitet der Autor seine Prämissen vor mir aus. Ein Tisch aber, der auf wackeligen Füßen steht, bricht zusammen, wenn man sich an ihn setzt. Da mag er noch so lecker gedeckt sein. Und vom Fußboden mag ich nicht essen …

Im aktuellen Spiegel (35/2010) findet sich ein Artikel von Reiner Klingholz, immerhin Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, in dem er sich mit dem leidigen Thema unseres selbsternannten Genetik-Deterministen Thilo Sarrazin befasst. Unter dem Titel “Ausländer her” macht der Autor, wiewohl in guter Absicht, schon beim Aufbau so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Da der Text (noch) nicht online steht, zitiere ich hier nach der guten alten Dampflok-Methode aus den Seiten 129 – 131 des gedruckten Spiegel.

Nach dem einleitenden und zutreffenden Vorwurf, Thilo Sarrazin habe mit seinem Buch eine rationale Diskussion über Zuwanderung “abgewürgt”, breitet Klingholz seine krude Einschätzung der entstandenen öffentlichen Lage vor uns aus:

“Denn die Diskutanten hat [Sarrazin] in zwei Lager gespalten: in eine fraktionsübergreifende Entrüstungsfraktion, der sich Personen im öffentlichen Raum nur schwer entziehen können; und in den halböffentlichen Foren-und-Blogger-Stammtisch, der Sarrazin mehrheitlich Beifall zollt.”

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Beerdigung der Öffentlichkeit

Mittwoch, 18. November 2009

Ich habe mir einfach mal die Mühe gemacht, in meiner Dissertation alle Zitate und Annotationen kapitelweise durchzuzählen. Es sind mehr als 400. Ginge es nach den neuentwickelten Rechtspositionen deutscher Verleger, dann hätte ich damals schon mehr als 400 Mal gegen ihr ominöses ‘Leistungsschutzrecht’ verstoßen, das sie sich jetzt für den weihnachtlichen Gabentisch von der Politik wünschen. Jedenfalls klingt ganz so der ‘Leistungsschutzexperte’ Mathias Schwarz auf den Zeitschriftentagen (noch so’n Beispiel übrigens für die grassierende Expertenepidemie, die längst vom ‘Aasgeier-’ bis zum ‘Zystologieexperten’ reicht):

“Zur Bedrohung werden Rip-Offs für die bestehende Presse insbesondere dann, wenn nur kurze, aber mit hohem professionellen Aufwand erstellte Textausschnitte übernommen werden, für die nach deutschem Recht kein Urheberrechtsschutz besteht.”

Bei den ‘Rip-Offs’ – einem neuentwickelten Kampfbegriff, der ein angeblich kriminelles Tun aus durchsichtigen Gründen ratzfatz ins Wortbild packt – handelt es sich schlicht um unsere guten alten ‘Zitate’. Deren Gebrauch ist im deutschen Zitatrecht längst völlig zureichend geregelt. Dazu zählt zum Beispiel auch jenes Zitat ein paar Zeilen weiter oben, wo ich den Herrn Schwarz ‘im O-Ton’ mit einem Satz zu Wort kommen ließ, um seine mentale Verfasstheit zu illustrieren.

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Den PR’lern dämmert da was:

Samstag, 11. Juli 2009

Die Vernetzung der Menschen untereinander durch das Social Web löst die Einflusssphäre der Massenmedien zusehends auf und öffentliches Vertrauen entsteht nicht mehr nur durch die Komplexität reduzierende konstruierte Wirklichkeit der Medien, sondern immer mehr im direkten Zusammenspiel der Menschen untereinander – vermittelt nur durch technische Plattformen. Das hat für Public Relations herkömmlichen Zuschnitts die Konsequenz, dass sie der Gesellschaft ein kommunikatives “Instrumentarium” anbietet, das so nicht mehr gebraucht wird. (…) Warum sollen Unternehmen noch PR-Agenturen dafür bezahlen, “mediengerechte” Inhalte wie Pressemitteilungen, Fachartikel, Statements, ja selbst derzeit so angesagte Dinge wie Videos und Social Media Newsrooms zu produzieren, wenn die Empfänger dieser Instrumente – die journalistisch-redaktionell arbeitenden Massenmedien nämlich – auf den Prozess der öffentlichen Vertrauensbildung immer weniger Einfluss haben?”

Gute Frage! Nächste Frage?

Charakterliche Defizite

Dienstag, 12. Mai 2009

Mein Opa, der bekanntlich ein weiser und gesetzter Mann war, der nannte das Ergebnis einer solchen Diagnose schlicht ‘Nachweis eines charakterlichen Defizits’. Gerd Monsees, der vorlaute Nachbarsjunge von nebenan, der drückte sich noch schlichter aus und sagte, dass die “inzwischen doch alle einen an der Waffel” hätten. Und Don Alphonso, der Verfasser hier, spricht gar von “Pudelgewinsel”. Auch das ist natürlich nicht nett …

Worum es geht? Ach so – mal wieder um unseren lohnschreibenden Berufsstand, der in satter Selbstzufriedenheit versumpft ist. Es war ja auch unausweichlich: Denn lange konnte diesen Leuten niemand an den Karren fahren, weil der deutsche Journalismus höchstselbst das Monopol auf jene Produktionsmittel besaß, mit deren Hilfe sich jede Kritik hätte artikulieren müssen. Das Gatekeeper-Monopol ist nämlich ein echtes Zwei-Wege-System – es wählt einerseits aus, welche Außeninformationen für ein gelenktes Publikum relevant sind, und es lässt andererseits unerwünschte Binneninformationen auch nicht heraus. Was dazu führte, dass selbst die berechtigte Kritik ‘unerhört’ blieb und sich nur in einer nichtöffentlichen Gummizelle oder im engsten Familienkreis austoben durfte. Anders ausgedrückt: Wer wollte schon Kritisches über sich selbst drucken, wenn das gar nicht nötig tut? Und das, was nicht gedruckt wurde, das war schließlich auch gar nicht passiert. Allenfalls lästerte mal ein ‘Nestbeschmutzer’ wie Fritz J. Raddatz öffentlich los, hier über die damalige ZEIT-Feuilletonredaktion:

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