Über Lohnschreiber
Donnerstag, 10. Juni 2010Wenn Journalisten über die Blogger herziehen und sich dabei auf ihre Professionalität berufen, dann wollen sie uns darauf hinweisen, dass sie das Schreiben zum Brotberuf gemacht haben. Während die anderen doch bestenfalls ‘Dilettanten’ seien, die ja noch nicht einmal Geld für ihre Krakelei bekämen. Fragen wir zum Thema jemanden, der größer ist als ich:
“Dilettanten! Dilettanten! – so werden Die, welche eine Wissenschaft, oder Kunst, aus Liebe zu ihr und Freude an ihr, per il loro diletto, treiben, mit Geringschätzung genannt von Denen, die sich des Gewinnes halber darauf gelegt haben; weil sie nur das Geld delektirt, das damit zu verdienen ist. Diese Geringschätzung beruht auf ihrer niederträchtigen Ueberzeugung, daß Keiner eine Sache ernstlich angreifen werde, wenn ihn nicht Noth, Hunger, oder sonst welche Gier dazu anspornt. Das Publikum ist desselben Geistes und daher derselben Meinung: hieraus entspringt sein durchgängiger Respekt vor den “Leuten vom Fach” und sein Mißtrauen gegen Dilettanten. In Wahrheit hingegen ist dem Dilettanten die Sache Zweck, dem Manne vom Fach, als solchem, nur Mittel: nur Der aber wird eine Sache mit ganzem Ernste treiben, dem unmittelbar an ihr gelegen ist und der sich aus Liebe zu ihr damit beschäftigt, sie con amore treibt. Von Solchen, und nicht von den Lohndienern, ist stets das Größte ausgegangen.”
Schwer zu widerlegen, diese Argumentation des Herrn Arthur Schopenhauer …