Artikel mit ‘Schreiben’ getagged

Denkfutter

Dienstag, 09. September 2008

Es ist niemals ein Einwand des Künstlers gegen den Kritiker, daß es aber “diesen Feuerwehrmann Krawutschke mit seiner Warze am Ohr und dem verrutschten Helm so gegeben hat“. Das ist belanglos. Denn: Was im Leben besteht, braucht in der Kunst noch lange keine Wahrhaftigkeit zu haben. Das liegt am Gestalter. Sonst wäre ja der Amateur, der einfach “naturalistisch abzuzeichnen” meint (was es gar nicht gibt, nicht einmal die Photolinse ist objektiv) – dann wäre ja der der ideale Künstler. Gestalten ist: sehen – auswählen – fortlassen – hervorheben – unterstreichen – alles das und noch viel mehr. Einseitig auswählen schadet nichts. Aber nur “wörtlich kopieren” – das eben langt nicht zu.

Kurt Tucholsky

Texte sind nie zu lang

Sonntag, 07. September 2008

Zumindest anfänglich nicht. Wenn ich 10.000 Zeichen liefern soll, dann schreibe ich unbesorgt drauflos, bis ich mindestens einen Riemen von 15.000 Zeichen zusammen habe, weil ich weiß, was kommen wird: Dann nämlich kommt das Redigieren.

Bei der folgenden Redaktion verlangt mein Text von mir: ‘Kürze mich! – Und bitte erbarmungslos‘. Denn in jener ersten Phase des Schreibprozesses, wo es galt, die Inhalte und die Argumentation in sachlich schlüssiger Form zunächst auf dem Monitor zu skizzieren und das Gerüst zu errichten, da machte ich mir keinen Kopp um die Formvollendung der Gedanken. Zumindest ist jene gute, alte Zeit lange vorbei, wo dies geschah: Es gibt heute keine Schreibmaschinen mehr, wo der Texter den Dreikampf von Inhalt, Logik und Form in einem Durchgang zu wuppen trachtete, um sein Tipp-Ex zu schonen.

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Einfach anfangen

Samstag, 06. September 2008

Hej, ich weiß überhaupt nicht, was ich zu dem Thema schreiben soll?” – “Dann fang’ doch damit an!” – “Womit?” – “Mit deiner Ideenlosigkeit, was dieses Thema betrifft.” – “Nenn’ mich nicht ideenlos!” – “Na, dann erst recht, dann mal los!”

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Resurrection Shuffle

Sonntag, 31. August 2008

Damals hieß der Vorgänger dieses Marktstandes für buchstabenbezogene Sinngestaltung noch ‘Wörterblog‘. Mit all seinen gut ablagerten Beiträgen steht das Teil noch immer unter dem Dach der germanblogs verloren und verlassen in der virtuellen Landschaft herum. Ich hatte damals die Kooperation mit den Holtzbrincklern beendet, weil ich es einfach satt hatte, ohne Ansprechpartner, in immer neuen Verantwortlichkeitsstrukturen, mit ständig wechselnden Vertragsentwürfen konfrontiert zu sein, die mir im Grunde alles einräumten, nur eben keine Rechte und auch nur lachhafte Honorare. Jetzt gibt es also hier diesen ‘Stilstand’, ein dezidiert nichtkommerzielles Projekt, das ich aus Jux und Dollerei – und dankenswerterweise mit der Hilfe von Mike Seeger – hier durchziehen werde, solange, bis mir die Luft oder die Lust ausgeht.

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