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Waschmittelreklame

Freitag, 12. April 2013

Wat is dat slimm – die SPD hat für den Politmarkt einen Kommerzmarkt-Slogan gewählt, und prompt fürchtet die Firma, die von diesen Agenturschnüffels beklaut wurde, sie könne mit den roten Schlümpfen und Hillbillys verwechselt werden. So entstehen sie, die Plagiatsaffären – aus Dummheit nämlich. Sei’s, dass es zur Promotion sonst nicht gereicht hätte, sei es aus einem kommerziell, zynisch und behavioristisch aufgefassten Polit-Marketing, wo jemand glaubt, der Wähler entscheide sich nicht für Konkretes, sondern immerdar für die dämlichsten Sprüche:

“Das Wir entscheidet.”

“Gemeinsam an irgendein Ziel.”

“Hand in Hand durchs Feindesland.”

“It’s us, stupid!”

“Im Team zu IHM!”

“So sind die Banden, die uns binden.”

Oder aber nahezu synonym zum gewählten Spruch und absolut retro-mäßig fürs Sozzen-Herz formuliert:

“Das Kollektiv entscheidet.”

Ob nun Zeitarbeitsfirma oder Sozialdemokratie – mir geht das verlogene Geblöke und Slogan-Gebolze nur noch auf den Senkel …

Old Boys – Mixed Answers

Montag, 07. September 2009

Der größte Vizekanzlerkandidat aller Zeiten, Frank-Walter Steinmeier, hat der Carta einen Vorabdruck zu den Positionen zukünftiger SPD-Medienpolitik gegeben. Der aber nach Lage der Dinge wohl nur dann ansatzweise umgesetzt werden könnte, wenn’s erneut zu einer großen Koalition käme. Klar wird mir bei der Lektüre eins – unsere Parteien sind durch die Bank noch gar nicht Anno Internet angekommen. Unverdrossen reduzieren Sie alle Medienvorgänge auf ‘Massenmedien’ und auf ‘Opinion Leader’, unbeirrt gibt es nur eine wahrhaft demokratische Beziehung, diejenige zwischen ‘Politik’ und ‘Massenmedien’. Steinmeier schreibt:

“Um so mehr sollten Politik und Medien gemeinsam diesen öffentlichen Diskurs pflegen. Mit Abstand und Kritik, aber eben auch mit Respekt für einander. Öffentliche Meinung und veröffentlichte Meinung sind nicht zu trennen und Öffentlichkeit, das haben wir spätestens von Jürgen Habermas gelernt, ist eine zentrale Kategorie der aufklärerischen Tradition, die aber eben auch einem tief greifenden Strukturwandel unterworfen ist. Die Massenmedien haben die Rolle eines elektronischen Lagerfeuers übernommen. Im Idealfall sammeln, bündeln und bewerten sie, was eine Gesellschaft bewegt und bewegen müsste, und tun das in der Weise, dass in einer Gesellschaft Meinungsvielfalt und -zugang gewährleistet sind.”

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