Artikel mit ‘Verleger’ getagged

BBC on Future of Journalism

Mittwoch, 15. Juli 2009

Zum gefälligen Gebrauch für die Bürger Bloghausens folgt hier ein Link zu einer Studie der BBC über die Zukunft des Journalismus. Vieles von dem, was von deutschen Verlegern gern als ‘Brainfuck’ einer wildgewordenen Bloggerbande abgetan wird, findet sich jetzt dort in Form einiger steiler Thesen, direkt vom Parnass des Journalismus herab. Das Fin de Siècle ist damit gewissermaßen zur altmedialen Hausprophezeiung geworden, die weiße Frau schleicht den eigenen Enkeln hinterher, weil die das verlegerische Erbe verprasst haben. Wirklich umwerfend ist der Artikel zum Ende des ‘Festungsjournalismus’, der bei uns zumeist ‘Gatekeeper-Journalismus’ oder schlicht auch ‘Welt der Massenmedien’ genannt wird.

Wer dieses vielseitige pdf liest, wird jedenfalls nicht dümmer …

Via: Jakblog

Burdadaismus

Donnerstag, 02. Juli 2009

Der Text kommt mir vor, als würde der Junkie fordern, alle Koks-Dealer zu erschlagen, damit er besser an sein Koks kommt. Oder als ob der Werbekunde alle Litfass-Säulen umhauen will, nur weil dort auf sein Trallalafitti hingewiesen wird. Google ist ja nichts als ein Wegweiser, der den Fokus erst auf jenen Focus lenkt, den der Burda in Gefahr wähnt. Was soll also das neidvolle Gegreine? Dankbar sollte er der großen Suchmaschine lieber sein.

Hinzu kommt, dass das, was dem Herrn dort ‘enteignet’ scheint, ihm – fundamental gedacht – gar nicht so sehr eigen ist, sondern allenfalls seinen Autoren. Jedenfalls dann, wenn’s keine Hausjuristen gäbe. Der Verlag ist nur eine leere Hülle, aus der die Schlange jetzt herausgeschlüpft ist. Zoologisch gesehen, wäre es eine echte Sensation, wenn sie in ihre alte Haut zurückfände. Anders ausgedrückt: Tempi passati – das Internet hat irgendwie die Funktion der Verleger verlegt.

So viel ist allerdings wahr – in der neuen Medienwelt bleiben derzeit nur Autoren und Rezipienten funktional. Was ja auch prinzipiell mehr als genug scheint … wenn bloß das liebe Geld nicht wäre. Nur deswegen braucht’s noch Sugar Daddies und Impressarios. Wenn die allerdings immer weniger herausrücken, dann sind sie zunehmend auch egal …

Der Hubert Burda sollte sich stattdessen lieber mal mitsamt Links und Feeds und Blogrolls ins große, weite Netz stürzen, statt dort am Strandpromenadenrand schwimmringartig-portalsmäßig mit dem großen Zeh im Ozean zu plätschern – und sich dabei schon wunder wie ‘online’ vorzukommen …

Hinweis: Weil mich diese zunehmend sachferne Argumentation wirklich ärgert, mit der Deutschlands Verleger auf Dummenfang in den internet-retardierten deutschen Parlamenten gehen, habe ich diesen Text aus meiner ‘Sargnagelschmiede’ etwas aufgebohrt – und dann hier nochmals eingestellt.

Gut auch das … und vor allem natürlich auch das …

Übers Schreiben im Web 2.0

Sonntag, 08. Februar 2009

Der Kollege Jakubetz hat ja zunächst einmal völlig recht, wenn er sich über Journalisten lustig macht, die einfach ihre gebrauchten Publizistikprodukte im Web 2.0 verklappen möchten – und die dann noch meinen, sie wären wunder wie cool und zeitgemäß:

“Aber warum in einem Blog, das sich Blog nennt und unglaublich viele neue kleine Kreativkunstformen böte, Peter Hahne Kolumnen schreibt, die sich wie Peter-Hahne-Kolumnen lesen, und warum Elmar Theveßen Kommentare schreibt, die sich wie Kommentare lesen, bleibt ein Rätsel.”

Stilistisch gesehen ist jedes Blog ein neues Medium, das als primäre Ausdrucksform einer demokratischen Medienrevolution entstanden ist. Blogs benötigen daher vor allem neue Stilformen statt Bericht, Artikel, Feature oder Interview; sie benötigen eben nicht die Holzhausener Grabbelware aus dem wackeligen Redaktionsregal. Einige grundlegende Regeln:

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Byebye, Editorial

Freitag, 09. Januar 2009

Im Editorial der großen Magazine steht gar kein Dreibein mehr herum, geschweige denn ein Katheder, um etwa den minderen Pöbel aufzuklären. Noch nicht einmal ein Melkschemel ist all den Chefredakteuren und Verlegern geblieben, von dem herab sie orakeln dürften. Es gibt ja nichts mehr zu melken. Aus ehemaligen Gatekeepern sind Portiers und Grüßonkels geworden. Gegen die wiederum ist Horst Köhler richtungsweisend …

“Ra-, Ra-, Rasputin, lover of the Paper Queen …”

Der tote Rasputin (wikipedia, Public Domain)

Der tote Rasputin (wikipedia, Public Domain)

Das Pfeifen im Wald

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Wie klingt es eigentlich sprachlich, das sprichwörtliche Pfeifen im Wald? Was ja konkret nichts anderes meint, als dass bei einem Sprecher sich oben verbal und unten natural der Dünnpfiff seinen Weg bahnt. Ein solcher Fall von Sich-Selber-Mut-Ansabbeln lässt sich derzeit beim Spreeblick beobachten, wo der Malte Welding eine wahre Philippika gegen private Verleger und ihre fehlenden ‘cojones‘ vom Stapel gelassen hat. Ein Text, mit dem ich – um das gleich klar zu stellen – durchaus sympathisiere. Denn die Privaten, der Schluss drängt sich mir je länger je mehr auf, die können so gut wie gar nichts besser. Eigentlich fehlt nur noch der kleine Junge, der den Kaiser endlich mal nackt nennt …

Nach einem solchen Artikel taucht in den Kommentaren dann auch immer die Das-Glas-ist-halbvoll-Fraktion mit ihren bemühten und zusammengeklempnerten Widersprüchen auf, die im Kern allerdings nur durch nichts begründete Hoffnungen sind. Diese Kommentatoren – ob sie ‘interessiert’ sind, möge jeder selbst entscheiden – die werfen sich mehr oder minder voluntaristisch für die bedrohte offizielle Lesart der jeweiligen Presseerklärungspartei in die Bresche. Sie betreiben das ‘Pfeifen im Wald’. Das klingt dann bspw. so:

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