Der Text kommt mir vor, als würde der Junkie fordern, alle Koks-Dealer zu erschlagen, damit er besser an sein Koks kommt. Oder als ob der Werbekunde alle Litfass-Säulen umhauen will, nur weil dort auf sein Trallalafitti hingewiesen wird. Google ist ja nichts als ein Wegweiser, der den Fokus erst auf jenen Focus lenkt, den der Burda in Gefahr wähnt. Was soll also das neidvolle Gegreine? Dankbar sollte er der großen Suchmaschine lieber sein.
Hinzu kommt, dass das, was dem Herrn dort ‘enteignet’ scheint, ihm – fundamental gedacht – gar nicht so sehr eigen ist, sondern allenfalls seinen Autoren. Jedenfalls dann, wenn’s keine Hausjuristen gäbe. Der Verlag ist nur eine leere Hülle, aus der die Schlange jetzt herausgeschlüpft ist. Zoologisch gesehen, wäre es eine echte Sensation, wenn sie in ihre alte Haut zurückfände. Anders ausgedrückt: Tempi passati – das Internet hat irgendwie die Funktion der Verleger verlegt.
So viel ist allerdings wahr – in der neuen Medienwelt bleiben derzeit nur Autoren und Rezipienten funktional. Was ja auch prinzipiell mehr als genug scheint … wenn bloß das liebe Geld nicht wäre. Nur deswegen braucht’s noch Sugar Daddies und Impressarios. Wenn die allerdings immer weniger herausrücken, dann sind sie zunehmend auch egal …
Der Hubert Burda sollte sich stattdessen lieber mal mitsamt Links und Feeds und Blogrolls ins große, weite Netz stürzen, statt dort am Strandpromenadenrand schwimmringartig-portalsmäßig mit dem großen Zeh im Ozean zu plätschern – und sich dabei schon wunder wie ‘online’ vorzukommen …
Hinweis: Weil mich diese zunehmend sachferne Argumentation wirklich ärgert, mit der Deutschlands Verleger auf Dummenfang in den internet-retardierten deutschen Parlamenten gehen, habe ich diesen Text aus meiner ‘Sargnagelschmiede’ etwas aufgebohrt – und dann hier nochmals eingestellt.
Gut auch das … und vor allem natürlich auch das …