Synonymitis
Freitag, 01. Juni 2012Das Wörtchen ‘Geld’ – durch ‘Schotter’, ‘Moos’, ‘Zaster’, ‘Mammon’, ‘Knete’, ‘Knatter’, ‘Penunze’ usw. schon überreich mit Synonymen bedacht – erhielt durch die galoppierende Bankenkrise nochmals einen Schwung gleichbedeutender Wortschätzchen zur Seite gestellt, um drohenden Gleichklang in Texten und Statements zu vermeiden. Ich zitiere mal aus einem einzigen Artikel der ‘Financial Times Deutschland’:
Direkthilfen = Geld
Rekapitalisieren = Geld
Instrumente zur Finanzhilfe = Geld
Intervenieren = Geld
Einsatz des Rettungsfonds = Geld
Direktvergabe = Geld
Krisenmanagement = Geld
Milliardenspritze = Geld
usw. usf.
Stattdessen hätte der Schreiber auch ‘Penunzenlotto’, ‘Schottermanagement’, ‘Re-Mammonisation’, ‘Zasterisierung’, ‘Moosspritze’, ‘Kneteausschüttung’, ‘Knatterhilfe’, usw. schreiben können. Die Wirtschaftsartikel würden ohne die verschleiernde Kunstwortsprache gleich viel verständlicher – wie auch das Wissen darum, worum es im Bankgewerbe eigentlich geht. Leicht verfremdet klänge das Resultat dann vielleicht so:
