Artikel mit ‘Wolf Schneider’ getagged

Zu kurz gedacht?

Mittwoch, 18. Februar 2009

Diejenigen, die an jeder Ecke des Schreibschulungsmarktes uns ebenso wortreich wie atemlos ihre kurzen Sätze anpreisen, als einzigen Königsweg zum Verständnis des Lesers, der ja bei seiner Lektüre angeblich nichts mehr liebe als den kurzen Hundetrab unterkomplexer Sätze – diese Grammatikbarden, die möchten doch bloß aus ihrer eigenen Unfähigkeit eine allgemeine Regel machen.

Weil jeder Satz idealerweise genau einen Gedanken fasst, deswegen kommen den kurzen Sätzen auch die kurzen Gedanken zu, und den langen Sätzen die langen Gedanken, so dass unsere Regel der Satzlänge sich im Handumdrehen in ein schlichtes handwerkliches Problem verwandelt, in das nämlich, auch anspruchsvollere Gedanken in Aufbau und Struktur so zu organisieren, dass sie ein ‘Nach-Denken’ des Lesers erlauben, dass die Organisation der Satzfolge einen logischen Ablauf einhält und den Leser nicht über halsbrecherische Knoten und schwankende Konstruktionen führt, sondern dass der Satz ihn vielmehr sicher am Patschehändchen fasst, so dass alle gemeinsam und Arm in Arm mit dem Gedanken zu einem guten wiewohl komplexen Ende kommen.

Noch Fragen …?

Totdeutsch

Dienstag, 30. Dezember 2008

“Das schlechteste und albernste Deutsch kommt … von oben. Von sprachlich unterentwickelten TV-Moderatoren, die in die Sender geschwemmt werden. Von Wichtigsprechern aus der Wirtschaft. Von Mimen, die nur Vorgekochtes reden können. Von Promis, die vor keine Schulklasse treten dürften. Und von eben jenen, die genau das Deutsch, das sie nicht beherrschen, ins Grundgesetz packen möchten”.

Dieser Text sollte von mir sein – er ist es leider nicht. Reinhard Siemes zog heute in der taz so kongenial vom Leder. Dass der Verfasser beim Wolf Schneider tief im sprachlichen Kaiserreich landen musste, das ist allerdings ein wenig schade. Ansonsten aber hat er in nahezu jedem Punkt völlig recht – vor allem in einem: Das schlechteste Deutsch sprechen selbsternannte Deutschwärter, nämlich Totdeutsch …

Unbedeutende Füllwörter?

Freitag, 21. November 2008

Jaja – es ist ja richtig: Ein Satz sollte kurz und schlicht sein und keinen unnötigen Wörterballast enthalten. Trotzdem machen Füllwörter Sinn, vor allem dann, wenn es darum geht, den Eindruck von Glaubwürdigkeit und exakter Lippenleserei zu erzeugen.

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