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So kann’s kommen:

Samstag, 19. Juni 2010

Mein gutes, altes Wörterblog, das ich im Dienste Holtzbrincks bis 2008 führte, existiert zu meinem Erstaunen immer noch. Dort werkelt jetzt ein Matthias Fuhrmann, der sich den Lesern folgendermaßen vorstellt:

“Als Neologist und Wortvirtuose verschrien, habe ich mir die Kunst der deutschen Sprache über Jahre hinweg angeeignet. An wichtiges Anliegen ist die Schönheit unserer Sprache zu vermitteln und kleine, aber alltägliche Fragen zur Rechtschreibung aus der Welt zu schaffen.”

Ein “An-Eigner” also mit viel Weder und Noch, fällt mir altem Beckmesser da doch ein: Denn ein “Neologist” ist weder, wer rosinenpickerisch ausgewählte Fragen der Orthographie unter ewig gleichen Headlines in immergleicher Sprache abnudelt. Noch sollte ich mich einen “Sprachvirtuosen” nennen, wo ich doch gleich im ersten Text alle Fragen “aus der Welt schaffen” möchte, um blitzeschwingend Platz für meine Verdikte aus dem bleigrauen Himmel Konrad Dudens herab zu schaffen. Auch existiert zwischen “klein” und “alltäglich” kein Gegensatz, der mit einem “aber” zu akzentuieren wäre. Sei’s drum …

Das “Verschrien” aber, das könnte hinhauen, wenn’s auch in meinen Augen ruhig ein Buchstabe mehr sein dürfte, neue Rechtschreibung hin oder her. Denn bei der “Kunst der Sprache” wird jeder Satz ein Beweis. Auch der dümmste …