Wo lebt der?

Die „Generation Greenpeace, Gender, Gerechtigkeit“ sperrt sich gegen journalistische Pluralität.“

Wie schön wäre es, mehr ‚Gerechte‘ statt ‚Rechte‘ säßen auf Chefredakteurssesseln! Dass er sich mit seinem Artikel gerade selbst ad absurdum führt, merkt dieser Wolfgang Bok dabei noch nicht einmal. Artikel gegen eine angebliche ‚gutmenschliche Meinungshoheit‘ gibt’s wie Sand in der Wüste. Erwähnt seien, angesichts dieses Hirnflötens, bloß mal: Ulf Poschardt, Gabor Steingart, Alan Posener, Andrea Seibel, Dorothea Siems, Frank Schirrmacher, Jan Fleischhauer, Malte Lehming, Jennifer Nathalie Pyka, Henryk M. Broder, Jasper von Altenbockum, Michael Naumann, Alexander Marguier, Matthias Matussek, Kai Diekmann, Roger Köppel – von kleineren Kalibern bei den Zuarbeitern und Provinzzeitungen gar nicht zu reden. Nahezu alle relevanten Posten sind hierzulande mit beinharten Hayekisten, Marktradikalen oder sonstwie Empathiebefreiten besetzt. Nicht nur deshalb sieht es in diesem Land so aus, wie es aussieht.

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30 Antworten zu “Wo lebt der?”

  1. Neru Kaneah sagt:

    Kommentarfunktion will erst getestet werden.

  2. Neru Kaneah sagt:

    Ich sehe das ähnlich, soviele Namen aber sicher nicht gedroppt gekriegt. Das Problem an der Sache ist, dass das Logo „Generation G“ zu sexy ist, als nicht von den Man-darf-bald-gar-nichts-mehr-sagen-Deppen aufgegriffen zu werden. „Nice Logo“ für eine unsägliche Debatte. Respekt dem Bok.

    Diese depperten an Politischer-Korrektheit-Verfolgungswahn leidenden Jammerlappen haben eins vergessen: Kontroverse Meinungen kosten immer. Nur weil konservative Standpunkte derzeit als kontrovers gelten, brauchen sie nicht gleich herumjammern. Demokratie braucht ganz einfach immer eine Ingnoranz gegenüber der vorherrschenden Meinung.

    Demokratie ist der berechtigte Glaube, dass vernünftig vertretene Ansichten potenziell zu Besserungen führen können. Mehr nicht.

  3. Klaus Jarchow sagt:

    Neue müssen hier erst durch die Passkontrolle …

  4. Stefan R. sagt:

    Abgesehen davon, dass ich die Einschätzung von Boks Geschreibsel nur unterschreiben kann, kommt mir das vor wie der Beißreflex einer etablierten Generation, die sich bestens eingerichtet hat und jetzt Panik bekommt ob des nachdrängenden Nachwuchses.

  5. Jeeves sagt:

    Beim Schirrmacher bin ich nicht ganz Ihrer Meinung. Allerdings kenn ich nur seine Artikel in der FAZ und die wohl auch nicht alle. Aber was ich da las, war ganz vernünftig und sogar das Gegenteil von dem, was die anderen Namen in ihren Gazetten oder Blogs so vor sich hin verbrodern & verfleischhauern. Schirrmacher mit solchen Typen in eine Liste zu packen, hat mich etwas erschreckt.

  6. Klaus Jarchow sagt:

    Ich habe nirgendwo gesagt, dass es nicht auch vernünftige Konservative gibt. Dass aber Schirrmacher auch zu den Konservativen zu zählen ist, bleibt wohl unbestritten, auch wenn er bei seiner intellektuellen Flughöhe kilometerweit über den Entenfarmen eines Poschardt oder einer Siems schwebt. Insofern konterkariert auch er Boks wilde Thesenklempnerei. Keinen anderen Sinn hatte diese Aufzählung, das Schifflein des deutschen Journalismus neigt sich nach Steuerbord, und nicht nach Backbord. Der Naumann ist übrigens von Zeit zu Zeit auch ganz vernünftig …

  7. hardy sagt:

    verrdammmmd … ich muss mal meine lesereihenfolge ändern, sonst bekomme ich das lustigste immer erst am ende mit und trage noch mehr eulen nach athen.

    aber schon interessant, wie offensichtlich manchmal das offensichtliche ist …

    grüße

  8. sol1 sagt:

    „Während Linke wütende Leserbriefe schreiben, kündigt das konservative Publikum ihr Abo schweigend.“

    ***

    „Zu diesem Artikel gibt es 87 Kommentare“

    *lol*

  9. sol1 sagt:

    Wie steht es eigentlich um die „innere Pressefreiheit“ eines Werbefuzzis?

    http://www.bok-media.com/Home_.html

  10. Klaus Jarchow sagt:

    Es gibt völlig gegenteilige Untersuchungen, wonach vor allem das rechte Publikum in Leserbriefen und Kommentarspalten vom Leder zieht. Die Linken benutzen dagegen dann eher das Mag-ich- oder Mag-ich-nicht-Knöpfchen.

  11. hardy sagt:

    [..] vor allem das rechte Publikum in Leserbriefen
    [..] und Kommentarspalten vom Leder zieht

    läßt mich nicht los und weil ich gerade ein bißchen einen kommentarbereich „aufgemischt“ habe und zur zeit mich dem anspruchlosen vergnügen hingebe, daniel suarez „kill decision“ zu hören (es gibt so einen punkt, an dem muss man bei litell einfach auf die pausetaste drücken und etwas vollkommen sinnloses tun, sonst wird man wahnsinnig …):

    ich befürchte, du bist da zu konservativ und kannst dir das eine oder andere nicht vorstellen, was ich als programmierer permanent muss.

    der thriller von suarez ist ja nicht nur unterhaltsam, er ist auch erhellend, es geht um so etwas wie drohnen, das thema wird schön durchdekliniert und erweitert den horizont durchaus neben dem reinen spaßeffekt.

    ich bin gerade an einer stelle, in der die manipulation der öffentlichkeit via social media, blogs etc abgehandelt wird und sehe das mit den „socket-puppen“ durchaus ähnlich wie suarez:

    es gibt längst firmen, die dafür bezahlt werden, im auftrag zu schreiben. die machen das rechnerunterstützt, datenbanken, in denen die ganzen erfundenen socket-puppen, ihre alias, ihr geschreibsel und wahrscheinlich auch so etwas wie ihre (erfundene) vita steht.

    als programmierer kann man sich andererseits ja auch eine software schreiben, die einfach mal über so eine diskussion weggeht, und die uhrzeiten auswertet, in denen die platzhirsche so posten … und, naja, die bekommen entweder hartz iv, sind unvermittelbar und sitzen nun im jogginganzug vor der couch und lassen ihren hass einfach mal raus … oder sie machen das auf der arbeit.

    entweder anstatt zu arbeiten … oder es ist eben teil ihrer arbeit. ich persönlich halte zb. eine ganze reihe von leuten, die auf dem handelsblatt posten, für socket-puppen, die ganz systematisch unsicherheit verbreiten sollen.

    wenn plötzlich 90% der leute durchgeknallte euroneurotische sind, tellt man sich doch die frage, warum eigentlich selbst nicht langsam mal durchknallen soll, oder?

    „was, der euro ist in gefahr? in was soll ich bloß investieren? gold?“ yep, doofie, das sollst du, sonst hat sich die investition in diese posts schreibende klitsche nicht rentiert … da gibt es mehr als genug durchaus erkennbarer manipulation.

    wenn dann die leute permanent den selben unterbelichteten stuß posten (namen gefällig?), dann fragt man sich allerdings schon: ist der echt?

    nope, er ist nur eine erfundene person, irgendwo in einem büro sitzt einer, der hat einen auftrag bekommen und ist jetzt rund um die uhr fleissig. schatten-wirtschaft, keine schwarzarbeit, eine im schatten. und, ahem, ohne ins verschwörungstheoretische abzugleiten, daß irgendwelche jungs von amerikanischen, hüstel, „sekten“ ein auge auf das zeitforum haben und systematisch posten, weiss ich aus erfahrung.

    irgendwo im archiv tummeln sich sicher entsprechende texte

    natürlich kann auch der postillon recht haben

    http://www.der-postillon.com/2012/09/welt-online-in-wahrheit-trick-um-rechte.html

    das internet war, vor langer, langer, langer zeit, ein ort, an dem intelligente menschen freundlich zueinander waren, sich austauschten, vom anderen lernten, auch wenn er eine ganz andere meinung hatte.

    heute ist es ein schulhof mit betrunkenen 14jährigen, die nur eines wollen: dem anderen ungeniert gegens schienbein treten.

    und es gibt so einen „asshole-kult“, der sich da austobt.

    die kiddies merken nicht mal, daß sie manipuliert werden.

    just my two cents, weil mir der gedanke, wer denn nun die ######## sind, die sich da austoben, linke oder rechte.

    ich glaube, es sind nur fleissig arbeitende drohnen in einem großraumbüro. die alternative wäre auch zu erschreckend und ich müsste das gros meiner mitbürger für haltlose & primitive ####löcher halten.

  12. hardy sagt:

    sorry ausuferndes ps,

    aber wir sind hier ja an einem eher abgelegenen ort und ich störe nicht allzusehr mit meinem wortschwall, also nutze ich mal gerade die gelegenheit für’s „nähkästchen“:

    die idee der manipulation einer virtuellen öffentlichkeit mit verschiedenen virtuellen charakteren durch einen einzelnen, der zudem sich widersprechende ideen vertritt und so publikum aus allen bereichen „bindet“, findest du schon 1986 von orson scott card in „sprecher für die toten“ vollständig ausformuliert.

    die strategie der „illuminaten“ wiederum, in einem ort einfach _alle_ zeitungen und damit alle meinungen zu kaufen, spielt robert a. wilson schon in den 70ern in „illuminatus!“ durch … inclusive des rechts orientierten egomanen anarchistischem antihelden, der namensgeber für den ersten deutschen hacker war. der nom de guerre war wohl gewählt.

    anarchismus verstanden als das recht, zu tun und zu lassen, was man will und dabei keine rücksicht zu nehmen auf andere. nennt man das heute nicht „neoliberal“?

    „illuminatus!“ oder „cosmic trigger“ waren ja „früher“ (in der gaz, late 80ies style) mal das „geistige bordbuch“ von vielen programmierern – karl koch aka hagbard celine könnte dir ein lied davon singen, aber der war ein kokser, hat „die halle der gefahren“ leider als lobotomisierter verlassen und ist (100%! so sicher, wie DIE den haider erlegt haben) als opfer der illuminaten am ende an einem baum geendet …

    ich war überrascht, als sich in (ganz) frühen foren herausstellte, daß offensichtlich so gut wie _alle_ das kannten. [das hat schon an meiner elitären selbstwahrnehmung als deadhead & wilson-fan gekratzt, aber] die ideen von wilson sind fröhlich, radikal und offensichtlich weiter verbreitet als man das so ahnt.

    für mich macht das heute auch ganz ohne illuminaten, blöderberger oder verschwörungstheorien einen sinn.

    ich bin halt vergnügungssüchtig und war’s schon immer, andere programmierer sind das auch … die wollen halt einfach „geld machen“, egal wie und wenn sich mit so etwas geld verdienen läßt, es gibt sicher eine menge jungs, die das längst professionell anbieten, ganz abgesehen von offensichtlichem wie dem kaufen von fans.

    es ist nur software, jemand versteht, wie es geht und er macht es. wenn ich eine software schreiben kann, die eine diskussion ausliest und statistisch auswertet oder archiviert, können das andere auch, wahrscheinlich viel besser als ich und vor allem ohne die hippie-skrupel.

    die basteln dann eine routine, die die seiten automatisiert mit text füllt. einfache sache, botnetze virtueller poster, und was wir jetzt erleben ist nur die fingerübung, ein probelauf.

    sorry für die länge …

  13. Klaus Jarchow sagt:

    Wenn ich eine Sockenpuppe engagiere, dann wähle ich doch eine, die zumindest ein bisschen schreiben kann … oder? Das können die meisten aber nicht. Und wer kauft schon Schrott für sein teuer errafftes Geld?

    Insofern stehe ich medialen Verschwörungstheorien eher fern – außer derjenigen natürlich, dass in rechten Medien die Verlegerschaft ihre abgehobene Sicht auf die Welt zu promoten versucht. Dort fängt das Sockenpuppen-Problem dann aber schon in der Redaktion an, nicht erst in den Kommentarspalten …

    ‚Illuminatus‘ lag übrigens nicht nur bei euch Dompteuren des Binären herum, sondern auch schon in ganz normalen Hippie-Haushalten. ‚Cosmic Trigger‘ muss ich mir gelegentlich mal reinpfeifen, derzeit habe ich den Russell Banks zu fassen. Der kriegt auch nie einen Nobelpreis, obwohl er großartig schreiben kann …

  14. hardy sagt:

    klaus,

    es geht glaube ich weniger darum, den anspruchsvollen leser (dich, mich) zu befriedigen, als einfach darum, stimmung zu machen. und da ist, so erfahre ich das, die schiere masse viel wichtiger als der intelligente text.

    vor allem ist das rüpelhafte von größter effizienz: der feinsinnige schreckt umgehend zurück und verschwindet. in kaum einer HB diskusion findest du noch jemanden mit verstand, der sich das antut.

    einen „schlauen“ haben die sicher auch. wie gesagt: alle zeitungen.

    ich denke nicht, daß das eine verschwörungsvorstellung ist. eher die ganz normale praxis.

    cosmic trigger ist übrigens köstlich, aber wenn du (als alter hippie wie ich) illuminatus gelesen hast, ist dir das weltbild (illuminatus ist ja das kompendium) wilsons so vertraut, wie es den alten programmieren ist.

    die hippies haben ja, wird gerne vergessen, das internet und die social media als solche erst „erfunden“

    russel banks gucke ich mal nach

  15. hardy sagt:

    ich noch mal 😉

    hier ist übrigens ein link, der dich vielleicht interessieren könnte und der das thema in eine andere richtung lenkt:

    http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/4783-Deutsche-Medien-Verlacht-verhhnt-verspottet.html

    habe ich zwar an einem dubiosen (aber durchaus lustigen) ort aufgeschnappt, aber … interessant ist er trotzdem

  16. hardy sagt:

    und, aus gegebenem anlass (hüstel) … meine „weniger seriöse“ zweitseite über diesem kommentar als website hinterlegt, wo ich gerade die oa. diskussion ein bißchen auswalze.

  17. Klaus Jarchow sagt:

    Ja, ein netter Rant – riecht aber ein wenig ‚bräunlich‘ …

  18. stefanolix sagt:

    Unabhängig von der Farbe finde ich es auch nicht seriös genug für eine ernsthafte Diskussion.

  19. hardy sagt:

    einmal abgesehen davon, daß es älter als zwei jahre alt ist …

    ich sagte doch, ich habe es von einem dubiosen ort, daß es bräunlich riecht, ist mir klar – aber ich habe halt keine bedenken, in kloaken zu steigen und das, was da passiert, auch ernst zu nehmen.

    wie ich die sache sehe, habe ich ja da oben und bei mir zuhause gesagt. die frage, ob wir nicht endlich mal eine ernsthafte und seriöse diskussion zum thema führen sollten, die das, was nun mal ist, steht allerdings immer noch im raum.

    finde ich jedenfalls, aber wer hört schon auf mich? :-)

  20. hardy sagt:

    […] das, was nun mal ist, thematisiert, […]

  21. Erbloggtes sagt:

    Ich halte hardys Dystopien teilweise durchaus für plausibel. Dafür braucht man keine große Verschwörung. Und die Einzelteile, dass jemand Diskussionen auf absurde Weise unter Einsatz verschiedener Rollen zerschlägt, habe ich (andere sicher auch) schon erlebt. Zusätzlich wissen wir, dass die Betroffenen gern versuchen, die Wikipedia nach ihren Wünschen umzuschreiben, und dass dort derartige Sockenpuppen-Debatten ebenfalls stattfinden. Nur der Moment, in dem jemand Geld damit verdient, Foren nach Kundenwunsch zu bearbeiten, ist so schwer zu beobachten. Aber im Fall Wiki-Watch ließ sich der ganze Komplex doch mal beobachten. Deshalb taucht der Name immer wieder in meinem Blog auf, in ganz verschiedenen Zusammenhängen: https://erbloggtes.wordpress.com/?s=Wiki-Watch
    (Und es kann leicht den Eindruck einer großen Verschwörung machen, wenn so ein paar bestimmte Namen immer, immer wieder auftauchen.)
    Der Clou ist aber eher, dass es da eine Kombination von Erwerbsarbeit „Social Media PR“ mit den persönlichen ideologischen Interessen gibt. Die lässt die Leute sich teilweise Tag und Nacht engagieren. Und in dem Fall sind das nur „harmlose“ evangelikale Kreise im CDU-Umfeld, die Homosexuelle bekehren wollen u.ä. Stellen wir uns das eine Stufe krasser vor:
    Wenn ich Neonazi wäre und vom Verfassungsschutz (mehr oder weniger) gut bezahlt würde, hätte ich ja auch genug Motivation und Gelegenheit, in ein paar Foren, ähm, Werbung zu machen. Der Schlüssel sind, glaube ich, keine digitalen Söldner, sondern Leute, die das aus Überzeugung tun UND aus ihrem ideologischen Umfeld finanziert werden.

    Aber was ist die Lösung?
    Es gibt kein Mittel dagegen. Nur die Hoffnung, dass die avisierten Opfer nicht so doof sind, wie die Täter denken. Dann verpissen sich die Opfer eben und suchen sich einen Ort, wo sie ungestört ihrer Meinungsbildungstätigkeit nachgehen können. Hier zum Beispiel. Das ganz große Meinungsmonopol gibt’s da nicht zu erringen, aber die Zeiten sind ohnehin vorbei.

  22. hardy sagt:

    @erblogger

    wir sind ja allgemein in einer situation, in der „wir“ uns ja nicht alles vorstellen können, was uns dann morgen „überrascht“.

    ich habe da bei mir gestern ein interview mit dem neuro-philosophen metzinger verlinkt, das sich nur am anfang mit theoretischem und dann mit praktischem befasst.

    wir sind einfach zu optimistisch, wir leben noch ganz mit dieser hippie-attitüde, die seit marc zuckerberg obsolet ist. „don’t be evil“ war gestern, jetzt schnurren maschinen über’s netz und werten aus, was wir so nett waren, dort zu deponieren.

    es findet ein quantensprung statt, der einfach nicht diskutiert wird, weil wir zu sehr mit unseren orchideenthemen befasst sind und niemand steigt wrklich in die kloaken, um zu gucken, was das pack so treibt.

    der verlust des politbloggers hat mich zb. wirklich schwer getroffen, der hat das noch gemacht. statt dessen empfiehlt mir jetzt schon der bildblog einen blog, der sich mit der regenbogenpresse befasst. als ob die gefährlich werden könnten.

    ich selbst brauche, wenn ich es tue, immer lange phasen, um den dreck wieder abzuschütteln. man kann sich halt nicht lange der illusion hingeben, daß man dort „gegenhalten“ muss oder gar kann … den mist dann auch noch zu dokumentieren oder aufzuarbeiten geht, wenn man arbeitet, schon gar nicht.

    meine dystopie ist ja nicht das produkt von vorstellungen, es ist das, was ich zb. im handelsblatt über ein jahr, früher bei der zeit, im spiegel etc. gemacht und erlebt habe. mir kann keiner erzählen, da säßen keine bezahlten schreiber. da geht es um viel geld, das nur gemacht werden kann, wenn die spekulation um den euro durch negative propaganda blüht.

    im moment nehme ich wieder ein diesmal eher fröhliches bad, das publikum dort, wo ich gerade herumtrolle, ist so debil, daß mich die sache nicht weiter kratzt und mir die reaktionen auch nicht nahe gehen können. das hb-publikum musste ich ja noch halbwegs ernst nehmen.

    liebe grüße

  23. DochDoch sagt:

    @ hardy
    >es findet ein quantensprung statt, der einfach nicht diskutiert wird, weil wir zu sehr mit unseren orchideenthemen befasst sind und niemand steigt wrklich in die kloaken, um zu gucken, was das pack so treibt.

    Doch, das wird schon diskutiert, von sehr kompetenten Kloakentauchern. Bloß halt nicht in der Filterblase deutscher Medien- und Politikwelt.

    Lesenwerte Autoren/Blogger finde ich Cory Doctorow (die Young Adult novels genauso wie die Kolumne im Guardian und was er sonst so veröffentlicht — guckstu auf craphound.com), oder Lawrence Lessig. Und gerade erschienen ist von Ronald J. Deibert „Black Code: Inside the Battle for Cyberspace“ (kann ich aber noch nichts zu sagen).

  24. hardy sagt:

    @dochdoch

    oh, das hatte ich doch schwer gehofft, daß es das gibt und ich sehe ja auch, daß auch andere sich die mühe machen, den kiddies klar zu machen, daß sie nicht alleine auf dem planeten sind. ich sehe aber auch, daß viele vor lauter verachtung lieber den rückzug antreten und sich in „ihren kreisen“ tummeln.

    es wäre sehr lieb, wenn du auch einen link zu den kloakentauchern hättest. früher war ja der politblogger immer mein erster anlaufpunkt, aber ich verstehe nur zu gut, wie man sich nach einer gewissen zeit fühlt: schmutzig. das bleibt einem ja doch in den knochen stecken und so traurig ich über den verlust bin, das war okay, daß er auch mal luft holt.

    [..] Filterblase deutscher Medien- und Politikwelt

    ich verstehe nicht, warum die alle im in eine richtung laufen und „mitspielen“ müssen. filterblase ist das richtige wort. ich stelle mr das immer wie einen fischschwarm vor: sieht groß aus, ist aber viel luft drin und am ende schnappt sich doch ein hai raus, was er braucht.

    [..] cory doctorow

    „for the win“ habe ich vor ca 2 monaten gehört und fand ihn sehr hellsichtig. „little sister“: nur mal reingehört, auch spannend, aber da ist es halt wie mit musik, ich war gerade nicht in der stimmung, es zuende zu hören

    lessing und deibert halte ich mal im auge.

  25. DochDoch sagt:

    @hardy
    Also… eine feste Gruppe von Kloakentauchen kenne ich auch nicht, aber über die beiden genannten Autoren versteht man doch einiges von den tieferen Strömungen.
    Doctorow ist sehr gut vernetzt und bringt reale Beispiele genauso wie tiefschürfendes Weiterdenken des Möglichen, und die Romane machen’s erlebbar. Alles von ihm gibt’s (zumeist auf Englisch) auf seinem Blog; der RSS ist imo sehr folgenswert. Auch seine Vorträge/Podcasts/etc.

    Von ihm gibt es alles und von Lessig (ohne N!) einiges zum freien Download. Beide Homepages via Wikipedia/Google. :-)

    Das Schmutzgefühl: „Wenn Du mit einem Schwein ringst werden beide dreckig. Aber nur das Schwein mag das.“

    Der Rückzug in die Menge/die „Mitte“/das Private is mE eine Folge der pluralistischen Gesellschaft in der jeder Interessierte daran arbeiten kann fremde Hirne zu seinen Gunsten zu verschwurbeln. Irgendwann kommt einfach der Punkt der Erschöpfung angesichts der Masse des Irrelevanten/Halbwahren/Ganzgelogenen. Und man wird dankbar für Nichtmarkanz und wählt Merkel. :-(

  26. DochDoch sagt:

    Nachtrag: Für das schmutzige Tagesgeschehen in Netzdingen in D gibt’s noch Felix von Leitner: „Fefes Blog“ und der Podcast „Alternativlos“. Oft ein bischen nerdig-überspannt, aber die Kompetenz dahinter ist groß (FvL war am Zerlegen des Staatstrojaners beteiligt).

  27. Klaus Jarchow sagt:

    Yep – der Fefe übernimmt als Trüffelschwein im Netz viele Funktionen, die ‚6 vor 9‘ im BildBlog schon längst nicht mehr abdeckt. Da kommt immer öfter nur das Erwartbare. Allerdings sollte Fefe manchmal die alte antiverschwörungstheoretische Regel beachten: ‚Erkläre nichts durch Böswilligkeit, was sich auch zureichend durch Dummheit erklären lässt‘.

  28. hardy sagt:

    @dochdoch

    als überzeugter hörer steht „alternativlos“ schon seit geraumer zeit auf meiner speisekarte

    @klaus

    [..] durch dummheit erklären

    yap. ich liebe verschwörungen, aber bis auf die thule ist mir noch keine über den weg gelaufen, die ich für valide halte.

    ich tendiere zu ra wilsons vorstellung, daß es so viele gibt, daß sie sich im grunde gegenseitig neutralisieren und eine verschwörung ja schon vorliegt, wenn ein unternehmer einem beamten geld zusteckt, damit er ihm „vorfahrt“ einräumt.

    vrschwörungsfans sind in der regel zu faul, sich in so etwas komplexes wie geschichte einzuarbeiten und lieber eine spannende weißer hut / schwarzer hut story haben wollen.

    sind sie so aus dem privatfernsehen und deren serien so gewohnt.

  29. hardy sagt:

    ich muss noch (nachhaltigkeit …) zwei links nachtragen

    http://www.publikative.org/2013/05/22/die-afd-eine-partei-zwischen-grundung-antisemitismus-und-selbstzerfleischung/

    interessant vor allem die ereignisse in handelsblatt und welt

    und

    http://afdwatch.de/

  30. hardy sagt:

    und noch was zur nachhaltigkeit 😉

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Skandal-Geheimdienste-manipulieren-und-diskreditieren-im-Netz-2123236.html

    na so was aber auch …